Video_Moontrap - Gefangen in Raum und Zeit

Ersatzteil-Lieferung!

Was würden Sie tun, wenn Sie im Weltraum ein seltsames Ei fänden? Sofort desintegrieren? Oder ins Sackerl packen und mit zur Erde nehmen? Ratschläge erteilt diese kleine SF-Horror-Trash-Perle ...    16.12.2014

Die Routine-Raumfahrer Jason Grant (Walter Koenig) und Ray Tanner (Bruce Campbell) schippern auf einer weiteren langweiligen 08/15-Mission im Space-Shuttle durchs All, als sie - ui! - ein gewaltiges, fremdes Sternenschiff sichten. Bei Untersuchungen finden sie neben grausligen Leichen ein seltsames Ei. Und wie das mit Eiern in SF-Horror-Filmchen so ist, klemmen sie es sich unter den Arm und bringen es mit zur Erde.

Dort schlüpft genrekorrekt ein halbmechanisches Monsterwesen aus dem Souvenir, das von der Laborausrüstung bis zum Personal alles assimiliert und Amok läuft. Schön ist, daß der Monsterbot aufgehalten werden kann; noch schöner ist, daß Jason und Ray nun einen guten Grund haben, auf Kosten der NASA mal wieder zum Mond zu jetten, um dort nach dem Rechten zu sehen. Was niemanden überraschen wird: Dort erwarten unsere Helden schöne Frauen, epochale Geheimnisse und furchtbare Kreaturen aus Raum und Zeit, denen für ihre Invasion nur noch ein paar Ersatzteile fehlen ...

 

"Moontrap - Gefangen in Raum und Zeit" lief 1989 wahrscheinlich nur in ein, zwei Kinos auf der ganzen Welt, wurde dann auf VHS verramscht und galt in Insiderkreisen als Kultfilm und Geheimtip. Nun ist der Streifen endlich als Blu-ray und DVD erschienen, und SF-Fans können eigentlich getrost zugreifen. "Moontrap" ist nicht wirklich gut: Die Musik ist käsig, das Timing teils holprig, das Drehbuch leistet sich einige Seltsamkeiten, und der punktuelle Versuch, wissenschaftlich korrekt zu sein, zeigt sich störend vor allem in lautlosen Kampfszenen im Vakuum der Mondoberfläche.

Trotzdem macht dieses B-Movie auch Spaß - vor allem dank Bruce Campbell, zuletzt als Hawaiihemd-Sidekick in Burn Notice sehenswert, und Walter Koenig, bekannt unter anderem als Psi-Corps-Bösewicht Alfred Bester aus Babylon 5. Die beiden machen aus ihrer Mission eine Buddy-Comedy, die nach und nach in schrillen Technikhorror kippt, an dessen Ästhetik des Grauens sich noch zehn Jahre später Virus schamlos bediente. Zum anderen sind da viele interessante Szenen, die auch heute noch ihre Wirkung entfalten (und stellenweise auch grotesk trashy sind).

So ist "Moontrap" vielleicht kein echter Kultfilm - aber ein überwiegend gelungenes Low-Budget-Kleinod für herzensreine Science-Fiction-Trash-Fans, die von CGI die Schnauze voll haben.

 

Andreas Winterer

Moontrap (1989)

ØØØ 1/2

Leserbewertung: (bewerten)

VZ-Handelsgesellschaft mbH (USA 1989)
88 Min.

Regie: Robert Dyke

Darsteller: Walter Koenig, Bruce Campbell, Leigh Lombardi u. a.

 

Die Blu-ray und die Doppel-DVD enthalten jeweils eine restaurierte Version. Kritiken, wonach diese nichts taugen würden, kann man getrost als Bullsh... abstempeln, besser sah dieser Film auch damals im Kino nicht aus (und dort hat der Rezensent ihn gesehen). Die Extras sind eher lala. Die beiligende zweite DVD enthält hingegen zwei unrestaurierte und entsprechend minderwertige Versionen.

Links:

Wühltisch aus Raum und Zeit

DVD-Tips Spezial: 10 B-Movies für SF-Fans


Seit Jahren serviert Hollywood als "Phantastischen Film" nur noch Superhelden-Müll. Kleine Kinos wiederum zeigen, wenn schon Kunst, dann "echte". Dem Fan ideenreicher und phantasievoller Science Fiction bleibt also nur die DVD. Andreas Winterer hat sich für EVOLVER in fremde Galaxien und auf finstere Raumschiffe begeben. 

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