1998-2002_Archiv

The Internet Is Dead #8

Der EVOLVER stellt Ihnen die Inhalte seiner historisch wertvollen "IiD-Edition" nun auch im aktuellen Format zur Verfügung. Diesmal: Musikrezensionen von Radiohead bis Ruggiero Leoncavallo.    01.10.2002

EVOLVER-Redaktion

Radiohead - Amnesiac


1997 hatten sich Radiohead mit "OK Computer" endgültig als Referenzmodell für schwermütigen, leidenden Indie-Rock etabliert. Im Jahr 2000 warfen sie all dies mit "Kid A" über Bord - und gewannen dennoch. Diesmal folgte ihnen niemand. Das wird auch nach "Amnesiac" so bleiben. Radiohead sind mittlerweile so gut, daß man sie nicht einmal mehr schlecht kopieren kann.

Links:

Radiohead - I Might Be Wrong


Wer nicht das Glück hatte, eines der raren Konzerte von Radiohead zu sehen, kann jetzt mit dem Live-Album "I Might Be Wrong" überprüfen, ob die VH1-Nominierung in der Kategorie "Hottest Live Show" gerechtfertigt ist - oder einfach nur die hervorragende Performance genießen.

Links:

Rage Against The Machine - Renegades


Wenn eine Band auch nach 14 Millionen verkauften Alben noch ernsthaft revolutionäre politische Ansichten vertritt, kann eigentlich nur von Rage Against The Machine die Rede sein. Aktuellstes Beispiel: das neue Album "Renegades".

Links:

Rammstein - Mutter


Das Phänomen Rammstein zu erklären, haben schon sehr viele versucht. Der Ansatz, die Band einfach unerklärt als theatralisches Inferno stehen zu lassen, ist aber wesentlich logischer. Die dritte konservierte Klanginszenierung der Berliner Combo heißt "Mutter" und ist nach zwei Tragödien die erste Tragikomödie, die das demokratische Ensemble eingespielt hat.

Links:

Rapoon - Just Say The Faith


Robin Storey, ehemals Mastermind der legendären Zoviet France, beschreitet mit seinem neuen Rapoon-Album ungewohnte Wege: Ruhige Soundscapes und ein Hauch von Klavier lassen das Album wie eine Fortsetzung von Brian Enos "Ambient"-Serie klingen.

Links:

Rapoon Vs. Kinder Atom - Rapoon Vs. Kinder Atom


Die Zusammenarbeit Robin Storeys alias Rapoon mit den Kanadiern Kinder Atom ist nur ein weiterer Beweis dafür, daß kontinuierliche Aufbauarbeit wesentlich vielschichtiger und bereichernder sein kann als vorschnelles Trendhopping - wofür man sich beim exquisiten österreichischen Elektronik-Label Klanggalerie nur bedanken kann.

Links:

Red Snapper - Our Aim Is To Satisfy Red Snapper


Mit "Our Aim Is To Satisfy Red Snapper" zeigt die britische Nu-Jazz-Band, daß ihr Sound in erster Linie einmal den Musikern selbst gefallen muß. Doch auch der Heimhörer kommt bei diesem überragenden Album nicht zu kurz.

Links:

Richard Strauss - Ariadne auf Naxos


Die Deutsche Grammophon bringt alljährlich zu den Salzburger Festspielen Neuaufnahmen von Opern, die einen Bezug zum aktuellen Programm haben. Auch die "Ariadne" wird in Salzburg gespielt - aber niemand hätte sich Ende vergangenen Jahres gedacht, daß diese Aufnahme das Vermächtnis von Giuseppe Sinopoli sein würde.

Links:

Richard Strauss - Die Frau ohne Schatten/Claudio Monteverdi - L´Incoronazione di Poppea


Am 5. April jährte sich Herbert von Karajans Geburtstag zum 90. Mal. Dieses Jubiläum soll nicht nur an einen der größten Dirigenten der Musikgeschichte erinnern, sondern den Musikfreunden auch anhand von Live-Mitschnitten aus der Wiener Staatsoper zeigen, welches Niveau früher in diesem Haus herrschte.

Links:

Richard Strauss - Eine Alpensinfonie


Ein Japaner wagt sich in hochalpine Gefilde - und erreicht bei der Interpretation der "Alpensinfonie" Höhen, bei denen anderen Dirigenten schwindlig wird.

Links:

Richard Strauss - Eine Alpensinfonie/Rosenkavalier-Suite


Christian Thielemann, die große Hoffnung für das deutsche Repertoire, gab im Oktober 2000 sein Debüt mit den Wiener Philharmonikern im Musikverein. Sein orchestraler Einstand in dem traditionsreichen Gebäude bestand aus einem reinen Richard-Strauss-Programm. Neben der "Rosenkavalier-Suite" präsentierte er eine phänomenale Interpretation der "Alpensinfonie".

Links:

Richard Strauss - Friedenstag


Als allerletzte Neuausgabe des Nachlasses von Giuseppe Sinopoli wurde jetzt von der Deutschen Grammophon Richard Strauss´ Einakter "Friedenstag" veröffentlicht - ein Thema, das heutzutage aktueller denn je ist.

Links:

Richard Strauss - Josephs Legende


Wären da nicht der italienische Meisterdirigent Giuseppe Sinopoli und die großartige Staatskapelle Dresden, dann bräuchte man sich diese CD gar nicht erst anzuhören. Manchmal ist Interpretation eben doch alles.

Links:

Richard Strauss - Till Eulenspiegels lustige Streiche


Die "Legends"-Serie der Firma Decca könnte bald selbst zur Legende werden. Dieses Mal steht ein Klassiker aus dem Jahre 1956 auf dem Programm: zwei der schönsten Tondichtungen von Richard Strauss; dazu ungarische und slawische Tänze, die wegen der Interpretation quasi den Mittelpunkt bilden.

Links:

Robert Schumann - Klavierkonzert in a-moll


Claudio Abbado dürfte das Schumannsche Klavierkonzert zu einem seiner Lieblingswerke auserkoren haben. Die vorliegende Aufnahme mit der portugiesischen Pianistin Pires ist ungefähr seine fünfte - und leider die schwächste von allen.

Links:

Rodion Shchedrin - Carmen Suite


Die Deutsche Grammophon tut zwar viel für die Repertoirepflege - doch diesmal hat sie kräftig danebengegriffen. Warum diese unanhörbar schlechte "Carmen"-Bearbeitung überhaupt produziert wurde, versteht niemand so recht.

Links:

Roedelius - Evermore


Hans-Joachim Roedelius gilt als einer der Pioniere experimenteller Klangforschung, als einer der Gründerväter dessen, was je nach Erfordernis gern als Ambient oder New Age (ab)klassifiziert wird. Größen wie David Bowie bezeichnen seine Projekte wie Cluster oder Harmonia als wesentliche Einflußquelle. Er hat in seiner Herangehensweise Legionen von Jungproduzenten geprägt. Und nicht zufällig wird derzeit gerade andernorts (nämlich in Köln) Ambient zu Pop ausgerufen (vgl. "Pop Ambient"-Reihe auf Kompakt).

Links:

Rollins Band - Nice


... wird er wohl nie sein. Aber seit sich Henry Rollins als schwanzschlenkernder Glamour-Host des US-MTV, mit einer Kurzkarriere auf Spielbergs Dreamworks-Label und mit diversen Schund- bis Lynch-Filmen zum verkaufsträchtigen Stereotyp perfektioniert hat, sucht er auch schon wieder neue Ausdrucksformen. Mit "Nice" nähert er sich den ewigen Wahrheiten des Soul an - ganz Terminator, mit dem Körper voran.

Links:

Ruby - Short-Staffed at the Gene Pool


Nach einer künstlerischen Schaffenspause von mehr als fünf Jahren beehrt uns Ex-Silverfish-Frontfrau Lesley Rankine alias Ruby wieder mit einem neuen Studioalbum. "Short-Staffed at the Gene Pool" liegt, wie schon der Vorgänger "Salt Peter", musikalisch irgendwo im Zwischenreich von Pop, Jazz, Electronica und Drum&Bass.

Links:

Ruggiero Leoncavallo - Pagliacci (Der Bajazzo)


Bei den CD-Produzenten herrscht einerseits Geldmangel und andererseits wieder eine Art "Quotendruck". Echte Stars fehlen, und die meisten Opern liegen bereits in zahlreichen Referenzaufnahmen vor. Da müssen dann eben "Größen" wie Andrea Bocelli und José Cura herhalten - mit leider sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Links:

Kommentare_

Kommentar verfassen

Akzente
Sommerpause 2018

Zeit für Freizeit

Das bedingungslose Grundeinkommen werden wir wahrscheinlich nicht mehr erleben. In der Zwischenzeit können wir uns ja der künstlichen Aufregung um den 12-Stunden-Tag anschließen (und uns wünschen, daß man auch unsere Arbeitszeit einmal auf diesen Wert reduziert). Aber nein - da verabschieden wir uns lieber gleich in den jährlichen Sommerurlaub!  

Kino
Film-Tips Juli 2018

Prequels, Sequels, Sommerzeit

Sergio-Sollima-Sprößling Stefano beschert uns die Fortsetzung des Kartellkrachers "Sicario". Gerard McMurray zeigt uns, wie der ganze "The Purge"-Blödsinn begonnen hat. Und: Jessica Chastain ist die, die nicht mit dem Wolf tanzt.  

Kino
Film-Tips Juni 2018

Hitzeterror

Kino im Juni - im EVOLVER leider auf Sparflamme. Hitzewelle und andere Unbill legen unsere halbe Filmredaktion lahm. Daher diesmal nur zwei Filmrezensionen, die eine über dunkle Familiengeheimnisse, die andere über (wie so oft) mißlungene deutsche Vergangenheitsbewältigung.

 

Akzente
The Game is on

Sportfilm-Klassiker - die Top 5

Sport – kaum eine andere Freizeitbeschäftigung begeistert die Massen so sehr, ob sie nun selbst Sport machen oder nur dabei zusehen. Wohl auch deshalb haben sich viele Sportfilme in die Herzen der Kinozuschauer gespielt und sind zu echten Filmklassikern geworden. Aber welche fangen am besten das mitreißende Zusammenspiel von Teamgeist, Ehrgeiz und Schweiß ein? Wir haben eine Liste von fünf Filmen zusammengestellt, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten.  

Akzente
Casino-News

Karibik oder Neusiedler See?

Stellen Sie sich vor, Sie heißen Ole. Können Sie sich nicht vorstellen? Das wundert uns nicht ... kein Mensch heißt Ole. Außer dem glücklichen Typen, der es gar nicht fassen kann, daß er mit dem "Bonus ohne Einzahlung" 2000 Euro gewonnen hat. Olé, Ole!  

Kino
Film-Tips Mai 2018

Haarige Zeiten

Wes Anderson kommt auf den Hund. Dwayne Johnson gibt dem Affen Zucker. Ryan Reynolds nimmt auch in "Deadpool 2" kein Blatt vor den Mund. Und Rupert "DellaMorte DellAmore" Everett widmet sich in seinem Regiedebüt den letzten Jahren Oscar Wildes.