Kino_Film-Tips 06/09

Aufstand und Apokalypse

Lieber mit Che durch den Urwald wandern oder mit John Connor über den zerstörten Planeten? Wahrscheinlich ist beides angenehmer, als von einer Zigeunerhexe verflucht zu werden. Dabei handelt gerade davon der beste Film in diesem schwachen Kino-Juni.    12.06.2009

Christoph Prenner

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Terminator: Die Erlösung

(Terminator: Salvation)

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Man weiß nicht so recht, was sich die Verantwortlichen dabei gedacht haben. Klar, die neuen Ideen wachsen nicht auf den Bäumen (zumindest nicht, wenn man sich nix traut), aber so ganz ohne zündende Idee in ein Sequel zu einer an sich legendären Filmreihe zu stolpern, das grenzt schon an Irrsinn. Nachdem man im gar nicht so üblen dritten "Terminator"-Teil schon auf James Cameron und Linda Hamilton verzichten mußte, ist nun auch Arnold Schwarzenegger von Bord gegangen. Halten wir also fest: Der vierte "Terminator" findet gänzlich ohne DEN Terminator statt (wenn man über ein eher fragwürdiges Cameo die Pferdedecke des Schweigens legt).

Und das ist noch leider noch lange nicht das ganze Desaster. Der Film findet weiters auch ohne jeglichen Anflug von Humor oder eine halbwegs fesselnde oder zumindest kongruente Geschichte statt - und sieht in seiner farbentsättigten Optik jetzt schon überholter aus, als es die Cameron-Filme je tun werden. Mitten in diesem Desaster findet sich dann noch ein sichtlich unmotivierter Christian Bale, dem wohl sehr früh bewußt geworden sein dürfte, was für ein Schlamassel er sich da angetan hat. Man möchte all seine nicht mitgeschnittenen Schreieskapaden also eigentlich gar nicht hören ...

 

Einschlagswahrscheinlichkeit: 50 %

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Drag Me To Hell

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Man weiß nicht so recht, was sich Sam Raimi dabei gedacht hat. Hatte er sich mit seiner "Spider-Man"-Trilogie nicht endgültig im Hollywood-Mainstream etabliert - noch dazu, ohne sich dabei heillos zu verzetteln oder zu verkaufen? Warum also eine Rückkehr in jene Gefilde, die ihn einst groß gemacht haben - jene des spannenden, schlauen UND lustigen Horrorfilms? Nun, es wird ihn einfach wieder gejuckt haben; nicht zuletzt wohl auch die Aussicht, einen käsigen B-Movie-Plot wie diese Zigeunerfluch-Geschichte (leichte Anleihen bei Stephen Kings "Thinner" sind wohl nicht unbeabsichtigt) einmal mit richtig dickem Effekte-Budget umzusetzen und dabei noch ein paar gesellschaftskritische Töne anzuschlagen - immerhin ist die verfluchte "Heldin" eine Bankerin, die sich hartnäckig auf das System auszureden versucht.

Tatsächlich spielt "Drag Me To Hell" dann auch circa drei, vier Klassen über ähnlicher Kost ("The Grudge", "Unborn"), an die man sich im Genre zuletzt gewöhnen mußte; nicht nur tricktechnisch, sondern auch inszenatorisch werden hier die Maßstäbe von einem absoluten Meister wieder einmal geradegerückt. Dennoch ist nicht alles eitel, ähm, Sonnenschein: Einige der Lacher, die einem hier entweichen, sind so sicher nicht eingeplant gewesen, sondern eher unfreiwilliger Natur - und die her farblose Alison Lohman ist nun mal bei weitem kein Bruce Campbell.

 

Einschlagswahrscheinlichkeit: 80 %

Links:

Che - Revolución

(Che - El Argentino)

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Man weiß nicht so recht, was sich Steven Soderbergh dabei gedacht hat. Einen Vier(!)-Stunden-Film über Ernesto "Che" Guevara zu drehen - und das ganz ohne halbwegs fesselnde Dramaturgie? Denn auch wenn der Streifen nun in zwei Teile gesplittet wurde, leichter zu konsumieren ist er dadurch mitnichten. Teil eins etwa geht der (an sich nicht unspannenden) Machtergreifung in Kuba auf die Spur, allerdings auf eine so beiläufige und einschläfernde Art und Weise, daß dabei selbst der durchschnittliche WG-Kiffer mit Che-T-Shirt unterfordert sein dürfte. Und so glaubwürdig Benicio Del Toro auch in seiner Rolle aufgehen mag - nach dem 17. Sermon über den bösen US-Imperialismus und dem 14. Low-Budget-Gefecht mit dazugehörigen Solidaritätsparolen hat man auch von ihm nur noch die Nase voll. Keine Ahnung, wer sich danach noch den zweiten Part (den mit der mißglückten Revolution und der Hinrichtung) ansehen soll ...

 

Einschlagswahrscheinlichkeit: 40 %

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Was sonst noch anläuft


Transformers - Die Rache

Die Sommer-Blockbuster-Saison dürfte spätestens hiermit eingeläutet sein. Wir erwarten uns (wie so oft bei Michael Bay) gar nix - und werden uns vielleicht gerade deshalb an dem einen oder anderen megalomanischen Action-Sequenz-Wahnsinn umso diebischer erfreuen können.

 

State Of Play - Stand der Dinge

Russell Crowe in einem Verschwörungs-Thriller. Does it ring a bell? Wie war das schnell noch mal mit Typecasting?

 

Unbeugsam

Liev Schreiber war zuletzt ja eines der wenigen Highlights im unwürdigen "Wolverine"-Remmidemmi. Insofern könnte es ganz erfreulich werden, ihn hier an der Seite von James Bond und nach etlichen Startterminverschiebungen doch noch als polnischen Nazi-Widerstandskämpfer zu sehen (bevor das Thema im Sommer gänzlich in Tarantino-Gefilden absäuft). Könnte.

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