Kino_Film-Tips Juli 2013

Abrakadabra

Michael Caine greift wieder zum Zaubersalz, Pedro Almodovar setzt auf Schenkelklopfer-Humor, und Hugh Jackman wetzt die Messer.    01.07.2013

EVOLVER-Redaktion

Die Unfassbaren – Now You See Me

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Kinostart: 12. 7.

 

Zugegeben, an Meisterwerke wie "The Prestige" kommt dieser filmische Zaubertrick nicht heran, aber wer sich vor der Hitze in zwei klimatisierte Kinostunden retten und dabei einigermaßen gut unterhalten werden will, ist hier gut bedient. Es geht um ein Zauberer-Quartett mit dem apokalyptischen Namen "The Four Horsemen", das seine spektakulären Las-Vegas-Shows für "echte" Banküberfälle nützt und dadurch bald das FBI auf den Plan ruft. Die Tricks der magischen vier sind zwar physisch großteils unplausibel und werden nur mittels Spezial Effects in Szene gesetzt, und die abschließende Pointe paßt (wieder einmal) nicht wirklich zur vorangegangenen Handlung, doch die interessante Besetzung ist mit so viel Lust an der undurchsichtigen Sache, daß sich der Spaß rasch auf das Publikum überträgt. Vor allem Jesse Eisenberg und Woody Harrelson pinseln ihre Magier-Figuren zu liebevoll differenzierten Charakterstudien aus, und Michael Caine reißt seinen Kurzauftritt ohnehin konkurrenzlos an sich. Man hat schon weniger gelacht! (HL)

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Wolverine: Weg des Kriegers

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Kinostart: 26. 7.

 

Der alte Clawfinger Wolverine ist für den Australier Hugh Jackman längst schon das, was der Terminator für "unseren" Arnie oder John McClane für Bruce Willis ist: eine angenehme Altersversicherung, die sich ohne großen kreativen Neuaufwand alle paar Jahre recht kommod reaktivieren läßt. Das nach "X-Men Origins: Wolverine" zweite Soloalbum (den insgesamt fünften Durchgang mit den vereinten X-Men gibts dann unter dem Namen "Days Of Future Past" eh auch schon 2014) führt den Backenbartträger nach Japan, wo er der Einlösung seines größten Wunsches - die Sterblichkeit zu erlangen - gefährlich nahe kommen dürfte. Den endgültigen Abgang des hauseigenen Goldesels wird man in den Marvel-Chefetagen freilich noch einige weitere Fortsetzungen hinauszuzögern wissen, keine Angst. Den spannenderen Jackman-Streifen der kommenden Monate sollte allerdings das unbequeme Selbstjustiz-Drama "Prisoners" (Start: 27. September) darstellen. (CP)

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Fliegende Liebende

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Kinostart: 5. 7.

 

Das ist eine wirklich böse Geschichte. Man kann es Pedro Almodovar ja nachfühlen, daß er nach ambitionierten (und zum Großteil auch geglückten) Ausflügen ins gehobene Melodramen- ("Volver") und Horrorfach ("Die Haut, in der ich wohne") einmal Lust auf eine sogenannte entspannte Komödie, ein handfestes Schenkelklopfer-Lustspiel hatte. Aber so wie hier geht es wirklich nicht. Almodovar bevölkert ein Passagierflugzeug mit grellen Typen, läßt sie von noch grellerem, sprich allesamt haltlos tuntigem Bordpersonal unter Drogen setzen und steuert das Ganze einem drohenden Crash entgegen.

Niemand hat etwas gegen Schwulenwitze - wenn sie zünden. Doch hier steigen einander die abgelutschtesten Klischees so auf die Füße, daß Bully Herbigs seliges "T/Raumschiff Surprise" dagegen wie elegantester Lubitsch wirkt. Dazu kommt, daß Almodovars Inszenierung nicht turbulent aufs Tempo drückt (was den Streifen vielleicht wenigstens lustvoll hätte entgleisen lassen können), sondern das Ganze so schwerfällig und pompös inszeniert, daß man sich in einem schlechten, da ernstgemeinten Katastrophenfilm aus den 1970er Jahren zurückversetzt glaubt. Man weiß gar nicht, für wen man sich als Zuseher mehr genieren soll: für den Regisseur oder für sich selbst, weil man sowas anschaut ... (HL)

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Confession

Ø

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Kinostart: 5. 7.

 

Die autobiographische Romanvorlage von Alfred de Musset heißt "Confession d´un enfant du siècle" und stammt aus dem Jahr 1836. Die Verfilmung von Sylvie Verheyde zeigt deutlich, warum es heute statt Dandys nur mehr häßliche Hipster gibt. Lesen Sie dazu unsere Besprechung.

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