Kino_Step up to the Streets

Ballerina from the Block

Die Fortsetzung von "Step up" basiert zwar nicht auf dem ersten Teil, das inhaltliche Strickmuster ist dennoch gleichgeblieben: Wieder geht es um einen Tanzwettbewerb, wieder bahnt sich eine High-School-Liebesgeschichte an. Tanztechnisch wird nun jedoch mehr auf Streetdance als auf Ballett gesetzt.    10.03.2008

Andie (Briana Evigan) ist Waise, doch sie hat eine neue Familie gefunden: sie ist Teil einer Streetdance-Crew. Dabei geht das Tanz-Training auf Kosten schulischer Verpflichtungen. Als die Kleine kurz davor steht, von ihrer Erziehungsberechtigten zu einer Tante nach Texas geschickt zu werden, besorgt ihr ein Freund in letzter Sekunde einen Platz auf der Kunstschule von Maryland. Dort kann sie Hobby und Pflicht unter einen Hut bringen. Doch die elitäre Schule ist nicht unbedingt mit Streetstyle vereinbar ...

Kurzerhand fliegt Andie aus ihrer Crew und gründet gemeinsam mit dem beliebten Schönling Chase (Robert Hoffman), dem besten Tänzer der Schule, ihre eigene Mannschaft. Die besteht durch die Bank aus sympathischen Nerds: dem schlaksigen Moose (Adam G. Sevani), der japanischen Austauschschülerin Jenny (Mari Koda) und einem Jungen, bei dem ein Zahn schiefer sitzt als der andere (LaJon Dantzler). Gemeinsam trainieren sie heimlich für die Underground-Battle "The Streets" - und natürlich bahnt sich zwischen Chase und Andie eine unendlich kitschige Liebesgeschichte an.

 

Die Story von "Step up to the Streets" ist also mehr als belanglos; in dem Film dreht sich alles ums Tanzen, mehr nicht. Am beeindruckendsten ist noch die Anfangsszene, in der Andies ursprüngliche Crew maskiert in einer U-Bahn eine höchst akrobatische Tanzeinlage zu Trommelrhythmen hinlegt. Auch die anderen Verrenkungen, die die öde Geschichte wohltuend unterbrechen, sind durchwegs ansehnlich. Missy Elliott und diverse HipHop-/R´n´B-Kollegen liefern dazu den passenden Soundtrack. Nur die Schlußszene, in der der Wettbewerb namensgemäß auf der Straße im strömenden Regen ausgetragen wird, erinnert eher an ein Britney-Spears-Video als an Streetdance.

Briana Evigan spielt Andie, ein Mädchen in Baggy-Pants, das mit rauchiger Stimme und einem (vor allem für eine Tänzerin) wunderbar normal geformten Körper besticht. Evigan ist die ideale Besetzung für Andie und verschafft der Rolle einige Sympathiepunkte. Zuvor hat sie (wie die meisten ihrer Kollegen am Set) vor allem in Musikvideos mitgewirkt. Für die Schauspielerin stand die positive Aussage des Films im Vordergrund: "Wenn die Zeiten wirklich hart sind, nichts nach Plan läuft und einen das Gefühl beschleicht, nirgends dazuzugehören, zeigt einem Andie, daß man nur stark bleiben, weitermachen und an seinen Traum glauben muß." A ja.

Das Gerede von "den harten Zeiten" und "der Straße" paßt jedoch perfekt zu dem Image, das sich der Film selbst aufdrückt. "This ain´t a high school musical", heißt es in einer Szene. "Was denn sonst?" bleibt als Gedanke des Zusehers, wenn er den Kinosaal verläßt. "Step up to the Streets" ist äußerst einfach gestrickt, durch und durch vorhersagbar, halblustig, kann aber zumindest mit ausgefallenen, akrobatischen Tanzszenen aufwarten. Wem das reicht ...

Bettina Figl

Step up to the Streets

Ø 1/2

(Step up 2 the Streets)

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USA 2007

98 Min.

Regie: John Chu

Darsteller: Briana Evigan, Robert Hoffman, Will Kemp u. a.

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