Akzente_Hell or High Water

Hat "Hell or High Water" gute Chancen bei den Oscars?

Das Genre der Wildwestfilme ist eines, das immer wieder Gefahr läuft, zur Selbstparodie zu werden - doch vergangenes Jahr kam mit "Hell or High Water" ein Film heraus, der die Gattung wieder neu belebt.

   15.02.2017

 

 

Auch wenn die vordergründigen Geschehnisse und Orte des Films - wie Wüstenlandschaften, Bankraub und verkommene Casinos - an einen klassischen Western erinnern, haucht der Film von Regisseur David Mackenzie dieser Ästhetik wieder neues Leben ein.

Abgesehen davon, daß "Hell or High Water" ein absoluter Kinohit war, gilt der Film auch als geheimer Favorit bei der diesjährigen Oscarverleihung, die im Februar stattfindet. Mit immerhin vier Nominierungen macht der Noir-Western "La La Land", "Arrival" und "Manchester by the Sea" Konkurrenz.

 Das Überraschendste daran ist, daß "Hell or High Water" mit ein paar äußerst tiefgründigen Charakteren und Situationen aufwarten kann. Die Handlung dreht sich um zwei Brüder (herausragend dargestellt von Chris Pine und Ben Foster), die Bankräuber sind und dem Gesetz zu entkommen versuchen, indem sie Geldwäsche in einem indianischen Casino betreiben.

Aber natürlich läuft nicht alles so wie geplant. Der knallharte Texas Ranger, der von Jeff Bridges gespielt wird, kommt dem nächsten Bankraubplan der Brüder auf die Schliche, was zu einem äußerst düsteren Ausgang führt.

 Obwohl man meinen sollte, daß die Thematik dank Filmen wie "No Country for Old Men" und der vielen Kartenspiele im Lucky Nugget Casino ausgeschöpft ist, interpretiert "Hell or High Water" das Genre neu.

 Es liegt nicht nur an Taylor Sheridans Drehbuch, das so aufgezogen ist, daß man sich ständig fragt, was als Nächstes geschehen wird, sondern auch die Aufnahmen der Wüstenlandschaft von New Mexico sind an die moderne Ära angepaßt.

Zum Glück sind die Charaktere des Films so vielfältig und facettenreich, daß "Hell or High Water" nicht einfach ein Film ist, in dem Gut gegen Böse kämpft. In den vielen guten Kritiken wurde immer wieder gelobt, daß der Film ein beeindruckendes Porträt des modernen Amerika kreiert, in dem die Unterschicht der Nation gezwungen ist, kriminell zu werden, um zu überleben.

Auch wenn es überraschend ist, einen düsteren Western unter den Oscar-Anwärtern für den besten Film zu sehen, ergibt in Zeiten von Online-Blackjack und politischem Aufruhr vielleicht gerade das besonderen Sinn.

Redaktion

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