Musik_Bark Psychosis - Codename: Dustsucker

Album of the Year 2004

Nach zehn Jahren bringt die kryptische Band mit dem merkwürdigen Namen ein zweites Album auf den Markt - und liefert damit die Platte des Jahres 2004.    25.02.2005

Im Jahr 1994 erschien ein sensationelles Album einer bis dahin völlig unbekannten Band mit dem genialen Namen Bark Psychosis. Der Sound von "Hex" lag damals irgendwo zwischen dem der besten Popband aller Zeiten, Talk Talk, und dem, was man heute Post-Rock nennen würde.

Genau zehn Jahre später wirft Mastermind Graham Sutton sein zweites Werk auf den Markt und wer spielt logischerweise Schlagzeug? Talk-Talk-Drummer Lee Harris. "Codename: Dustsucker" wird sofort von diversen Musikzeitschriften zu einer der Platten des Jahres 2004 gewählt und bekommt sogar vom britischen Musikheft "The Wire" allerhöchste Anerkennung.

Auf die Frage, warum der zweite Longplayer so lange auf sich warten hat lassen, sagt Graham Sutton, er sei an so etwas wie einer Karriere als Musiker absolut nicht interessiert. Er hätte zwar selbst nicht gedacht, daß es so lange dauern würde, aber er könne nur Musik schreiben, wenn ihn die Lust dazu überkomme.

Daß sich das Warten gelohnt hat beweist die neue Platte zu hundert Prozent. Die Vocals sind so subtil und fast beiläufig in die Musik gemischt, daß man den Eindruck bekommt, Sutton möchte gar nicht verstanden werden. Es klingt eher, als würde jemand in Halbtrance vor sich hinreden, ohne sich dessen selber bewußt zu sein.

Musikalisch ist "Post-Rock" wohl immer noch der passendste Terminus für den Sound von Bark Psychosis. Subtile Arrangements, Pseudo-Improvisation und wunderbar vorsichtig komponierte Songs machen den besonderen Reiz dieser Platte aus. Lee Harris' unverkennbarer Drumstil hält das ganze zusammen und verleiht dem Sound die willkommene Talk Talk'sche Note. Definitiv die spannendste Platte des vergangenen Jahres!

Walter Robotka

Bark Psychosis - Codename: Dustsucker

ØØØØØ


Fire Records (GB 2004)

 

Links:

Kommentare_

Kommentar verfassen

Musik
Kraftwerk - Minimum-Maximum

Reduce to the Max

Die Düsseldorfer Elektroniklegenden haben offensichtlich von den vielen Raubpressungen die Nase voll und bringen endlich ein offizielles Live-Album auf den Markt.  

Musik
Non Toxique Lost - Bin/Med/USA

Stil ist irrelevant

Eine wiederauferstandene deutsche Kultband zeigt den Jungspunden, wo der Bartel den Most herholt. Diesmal nicht nur auf Kassette.  

Musik
Nurse With Wound - Angry Eelectric Finger

Noch mehr verärgerte Aalfinger

Wie ein Berserker bastelt Steve Stapleton an seinem Klanguniversum - und schiebt drei neue Werke nach.  

Musik
Zanana - Holding Patterns

Kunstwichserei

Zwei Damen liefern ein wunderbares Beispiel dafür ab, was man an klassischer Avantgarde alles hassen kann.  

Print
Peter Straub - Esswood House

Zum Abriß freigegeben

Die Edition Phantasia legt mit "Esswood House" eine seltene Novelle des renommierten Horror-Autors erstmals in ungekürzter Form auf.  

Musik
Markus Guentner - 1981

Ambientaufguß

Ambient, die x-te: ein weiteres angenehmes Album voller wabernder Elektronik-Sounds reiht sich nahtlos in eine lange Liste ein.