Mozart - Piano Concertos 24-27
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Wolfgang Amadeus Mozart - Klavierkonzerte 24-27
Alicia de Larrocha, Klavier
London Philharmonic Orchestra, Chamber Orchestra of Europe/Sir Georg Solti
Decca/Universal (D 2010)
Der Sommer war kurz, aber heftig - nicht nur, was das Wetter betrifft, sondern auch die Veröffentlichungspolitik der Plattenfirmen. In der heißen Zeit wurden hier so viele musikalische Pretiosen auf den Markt geworfen wie selten zuvor. EVOLVER-Klassikexperte Herbert Hiess hat zum Saisonschluß in die neuen CDs reingehört. 08.09.2010
Beginnen wir unseren Überblick gleich mit einer Produktion, die einem Vermächtnis gleicht: Die großartige spanische Pianistin Alicia de Larrocha und Star-Dirigent Sir Georg Solti trafen sich für zwei CDs im Plattenstudio, um vier der schönsten Mozart-Klavierkonzerte einzuspielen. Eine der Scheiben wurde veröffentlicht, die andere blieb bis heute in den Archiven, da man mit der Tonqualität unzufrieden war. Erst jetzt konnte man sich mit den Familien und Nachlaßverwaltern der Künstler einigen - was die Veröffentlichung einer der schönsten Aufnahmen Mozartscher Klavierkonzerte überhaupt ermöglichte.
Die 2009 verstorbene Pianistin war nur 1,45 Meter groß; musikalisch jedoch überragt sie die meisten ihrer Kollegen auch heute noch. Wenn sie gemeinsam mit Solti in der Klangwelt des österreichischen Komponisten schwelgt, ist das einfach unvergleichlich. Einzigartig klingt beispielsweise das "Larghetto" des letzten Klavierkonzerts - wie die Künstler da jede Note auskosten und zelebrieren, das ist mehr eine Meditation als "normales" Musizieren.
Klavierspiel der anderen Art liefert der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard. Gemeinsam mit Pierre Boulez und dem Cleveland Orchestra spielte er die beiden Klavierkonzerte von Maurice Ravel und die Solostücke "Miroirs" auf CD ein. Den beiden Künstlern gelang bei dieser Aufnahme der Spagat zwischen der Dichte der Ravelschen Instrumentation und einer besonderen Transparenz des Klanges. Daß Aimard technisch mehr als virtuos ist, ist bekannt - daß man die ironischen Stellen des Klavierkonzerts in G aber mit soviel Spaß auskosten kann, erfreut als ganz neuer Aspekt. Boulez liefert mit den Clevelander Musikern die orchestrale Würze dazu. Diese Aufnahme sollte jeder Musikfreund in den Regalen stehen haben.
Der Stardirigent Carlo Maria Giulini ist vor fünf Jahren in seiner italienischen Heimat 91jährig verstorben. Bis heute gilt er als einer der seriösesten Musiker der vergangenen Jahrzehnte. Obwohl er oft bieder wirkte, war seine musikalische Aussage einfach umwerfend. Wer das Glück hatte, bei seinen Brahms- und Bruckner-Konzerten in Wien dabeisein zu dürfen, kann das nur bestätigen. Giulini war von 1978 bis 1984 Chefdirigent des Los Angeles Philharmonic Orchestra. Obwohl dieses Ensemble sicher nicht eines der ersten Amerikas ist, lief es in seiner Amtszeit zu qualitativen Höhenflügen auf - wovon man sich in der vorliegenden 6-CD-Box überzeugen kann.
Nun aber aus den Archiven zu Neuaufnahmen von zwei Chorwerken: Hänssler Classic hat einen Live-Mitschnitt des Verdi-Requiems unter Helmuth Rilling veröffentlicht. Rilling ist zwar nicht der italienische Interpret per se, doch seine Gächinger Kantorei Stuttgart darf als einer der besten deutschen Chöre überhaupt gelten, wie auch diese Aufnahme wieder beweist. Vor allem die Sopranistin Luba Orgonasova und der Bassist Carlo Colombara zeichnen sich hier aus.
Ebenfalls eine Neueinspielung ist die CD mit Carl Orffs "Carmina Burana". Das streng rhythmische Werk wird ja gern als Untermalung für Horrorfilme verwendet, hat aber eine viel größere Bandbreite an musikalischen Delikatessen zu bieten. Der (noch) junge britische Dirigent Daniel Harding beweist bei dieser Aufnahme, daß er sich von einem eigentlich uninteressanten Taktschläger immer mehr in Richtung Pult-Star bewegt; das war schon bei Alban Bergs Wozzeck (Wiener Festwochen 2010) zu bemerken. Solisten bei der großartigen Orff-Aufnahme sind unter anderem der exzellente Bariton Christian Gerhaher und die hervorragende Patricia Petibon. Die Spitzenmusiker des Bayerischen Rundfunks erleichtern Harding den Weg zu einer Spitzenproduktion - noch dazu, wo der mitwirkende Chor einer der weltbesten ist.

Mozart - Piano Concertos 24-27
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Wolfgang Amadeus Mozart - Klavierkonzerte 24-27
Alicia de Larrocha, Klavier
London Philharmonic Orchestra, Chamber Orchestra of Europe/Sir Georg Solti
Decca/Universal (D 2010)

Ravel - The Piano Concertos/Miroirs
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Maurice Ravel - Klavierkonzerte in D-Dur (für die linke Hand) und G-Dur & "Miroirs"
Pierre-Laurent Aimard, Klavier
The Cleveland Orchestra/Pierre Boulez
Deutsche Grammophon/Universal (D 2010)

Giulini in America Vol. 1: Los Angeles
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Werke von Schumann, Beethoven, Brahms, Tschaikowski, Debussy und Ravel
Box-Set mit 6 CDs
Los Angeles Philharmonic/Carlo Maria Giulini
Deutsche Grammophon/Universal (D 2010)

Verdi - Messa Da Requiem
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Giuseppe Verdi - Messa da Requiem
Solisten: Luba Orgonásová, Anke Vondung, Alfred Kim, Carlo Colombara
Gächinger Kantorei Stuttgart
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR/Helmuth Rilling
Hänssler Classic (D 2010)

Orff - Carmina Burana
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Carl Orff - Carmina Burana
Solisten: Patricia Petibon, Hans-Werner Bunz, Christian Gerhaher
Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks/Daniel Harding
Deutsche Grammophon/Universal (D 2010)
Im Theater an der Wien vermittelte das Team Sinaisky/Lawless mit den Einaktern "Iolanta" von Tschaikowski und "Francesca da Rimini" von Rachmaninow beste russische Romantik - trotz Regieschwächen. Zwei Tage später verbrachte man dafür 70 sinnlose Minuten bei einer fragwürdigen Aufführung von Georges Aperghis "Les Boulingrin".
Sony Classical brachte nach dem Jahreswechsel 2012 nicht nur das exquisite Neujahrskonzert mit Mariss Jansons heraus, sondern auch eine CD/DVD-Box mit den "Best ofs" aller bisherigen Neujahrskonzerte. Zugleich haben die Wiener Philharmoniker hier eine Plattenfirma gefunden, die ihren schwachen Thielemann-Beethoven-Zyklus nun auf CD brannte.
Claus Guth schuf den szenischen Rahmen für Claudio Monteverdis "L’Orfeo" im Theater an der Wien. Obwohl der Regisseur manchmal auch schon wenig überzeugende Produktionen vorgelegt hat, gelang ihm diesmal eine erstklassige Leistung. Andererseits: Mit der konzertanten Aufführung eines belanglosen Vivaldi-Werks wurde abermals demonstriert, daß Opern nicht die stärkste Seite des venezianischen Komponisten waren.
Im heurigen Händel-Schwerpunkt brachte das Theater an der Wien konzertante Aufführungen des Oratoriums "Jephta" und der Oper "Giulio Cesare in Egitto". Während die Vertonung von Cäsars Geschichte eine Sternstunde war, wirkte "Jephta" bis auf den Hauptdarsteller seltsam lahm - trotz prominenter Besetzung. Doch das alles war noch um einiges besser als Lera Auerbachs musikalischer Einbruch in Gogols Gehirn.
Alle Jahre wieder, zur "stillen Zeit" des Shopping-Irrsinns, stellt der EVOLVER-Klassikexperte musikalische und literarische Kostbarkeiten vor, die wohl niemand als Verlegenheitsgeschenk ansehen wird. Die vorgeschlagenen Präsente sind in jeder Hinsicht Kostbarkeiten - und das trotz der mittlerweile spärlichen Anzahl wirklich charismatischer Künstler.
Mit zwei grandiosen Barockproduktionen behauptete das Theater an der Wien seine Position als erstes Opernhaus für Werke abseits des Mainstreams. Nach der konzertanten Aufführung eines eher schwachen Werkes von Antonio Vivaldi zauberte man dort mit Händels Oper "Serse" eine seltene Sternstunde - in künstlerischer, musikalischer und szenischer Hinsicht.
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