Print_Monika Geier - Stein sei ewig

Mörderisch düster

Die Ludwigshafener Kriminalbeamtin Bettina Boll wird in diesem Roman in die tiefste Provinz beordert, um die Lokalvariante eines Kunstraubs zu klären.    05.08.2004

Kommissarin Boll und ihr Kollege Willenbacher haben in Monika Geiers "Stein sei ewig" einen Kunstdiebstahl in der Provinz aufzuklären: Plakate wurden aus Vitrinen gestohlen. Eigentlich eine lächerliche Affäre - wäre da nicht ein Verdächtiger vor Ort, dem die beiden auf diese Weise unauffällig auf den Zahn fühlen sollen. So von Frau zu Mann, wie der Chef der Protagonistin vorschlägt ...

Mitten in dem von Novemberregen und Nebel verdunkelten Geschehen treibt sich auch der neuerdings gefeierte Architekt Kußler herum, der zuvor noch Assistent an der Uni war, aber jetzt teure Anzüge trägt und Herr über ein Büro samt Mitarbeitern ist. Auch eine obskure Studentin, die diesen Aufsteiger verfolgt, sowie die Mitglieder eines Künstler-Clubs voll schräger Typen, in dem Kußler Mitglied ist, spielen ihre mysteriösen Rollen. Und die Ermittler kommen gerade rechtzeitig zu einer Veranstaltung in Sachen Aktzeichnen.

Die Autorin, selbst Diplomingenieurin für Architektur, legt hier spannende 429 Seiten rund um Künstler, Architekten und deren Rivalitäten vor, samt witziger Stimmungsbilder aus dem Uni-Milieu und gebrochen durch düstere Momente - etwa wenn inmitten von "Landschaftskunstwerken" plötzlich ein echt anmutendes Grab gefunden wird. Das Motiv von Kunst und Tod zieht sich auf faszinierende Weise durch das Buch, das sich nicht nur für finstere Spätherbstabende, sondern durchaus auch zur sommerlichen Lektüre eignet.

Anni Bürkl

Monika Geier - Stein sei ewig

ØØØØ


Ariadne/Argument (Hamburg 2003)

 

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