Literatur_Mary Burton - Am Ende bist du mein

Fast Food

Manche Thriller sind wie das Zeug, das einem bei McDonald's verkauft wird: Zur täglichen Einnahme wenig geeignet. Aber gelegentlicher Verzehr kann durchaus schmackhaft sein.    18.08.2010

Ein Schatten liegt über Adriannas Leben, seit ihr Ehemann Craig Thornton bei einem Unfall das Zeitliche gesegnet hat. Um endlich einen Schlußstrich unter die Vergangenheit zu ziehen, verkauft sie das alte Anwesen ihres Mannes; nur noch die Familiengräber der Thorntons müssen verlegt werden. Bei den Ausgrabungen werden allerdings mehr Leichen zu Tage gefördert als in den Grabstätten liegen dürften.

Was prompt die Polizei auf den Plan ruft - in Gestalt von Detective Gage Hudson. Der ist für Adrianna kein Unbekannter, hatte sie doch einst ein Techtelmechtel mit ihm, noch bevor sie sich für die Ehe mit Craig entschied. Ausgerechnet dem Verstorbenen unterstellt Gage nun nicht nur Affären mit der Schülerin Jill, der Stripperin Kelly Jo und der Kunststudentin Rhonda, sondern hält ihn auch für deren Mörder. Denn wie sich bald zeigt, gehören die überschüssigen Leichen auf dem Familienanwesen der Thorntons eben diesen drei Frauen ...

In Adrianna laufen die Gefühle Sturm: Ist Gage noch immer enttäuscht über ihre damalige Zurückweisung, oder hatte ihr Göttergatte Craig tatsächlich Dreck am Stecken? Ist er womöglich gar nicht tot? Denn einige der Morde fallen in die Zeit nach seinem Unfall. Und dann erhält Adrianna plötzlich auch noch Nachrichten von Craig ...

 

Zugegeben, die Story um einen vermeintlichen Serienkiller, der einem ohnehin schon zwielichtigen Typen die Morde in die Schuhe schiebt, ist nicht neu. Und auch ein Detective, der sich wahlweise in eine Zeugin, eine Hinterbliebene oder in ein Opfer verschaut (bzw. vor Jahren schon einmal eine Liebschaft mit ihr hatte), reißt einen nicht mehr vom Sessel. Aber Mary Burton verpackt Altbekanntes ohne große Mätzchen auf recht solide Weise. Damit ragt sie zwar nicht aus dem gleichförmigen Wust vieler Thriller-Novitäten heraus, sorgt aber dennoch für ein unterhaltsames Wochenende - zumal sie für den Leser zum Schluß noch eine Überraschung parat hält.

Der Roman ist wie ein Besuch im Schnellrestaurant: Wenn nichts anderes da ist, wird man dort auch satt.

Marcel Feige

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Mary Burton: Am Ende bist du mein

ØØØ

Dying Scream

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Rororo (D 2010)

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