Texte_Minority Report

A jeda is a Minderheit

Steven Spielberg hat es wieder geschafft: die Verfilmung eines SF-Stoffs, der fast funktioniert und am Schluß alles umdreht - inklusive den Magen des Zusehers    03.10.2002

Im Jahr 2054 gibt es in Amerika kaum noch Gewaltverbrechen. Das liegt nicht etwa daran, daß Los Angeles endlich in eine Erdspalte gefallen wäre, sondern an einer sogenannten "Prä-Verbrechen"-Polizeieinheit. Drei "Präcogs" sagen die nahe Zukunft voraus und demaskieren potentielle Verbrecher, noch bevor sie die Tat begehen. Das System funktioniert, und alle sind zufrieden - nur John Underton, der Chef der Prä-Polizei, nicht so ganz, da es plötzlich heißt, daß er innerhalb der nächsten 36 Stunden jemanden töten wird. Ihm bleibt nur die Flucht, da für "Prä-Verbrechen" die Tat durch ihre bloße Vorhersage bereits als erwiesen gilt. Schon bald findet Anderton allerdings heraus, daß sich die Zukunftsvisionen der Präcogs nicht immer decken; manchmal liefert einer einen Minderheitenbericht der kommenden Ereignisse.

Nach dem Kitsch-Epos "AI" hat Hollywoods gealtertes Wunderkind mit "Minority Report" wieder einen SF-Film abgeliefert, der die bizarre Paranoia-Welt des US-Autors Philip K. Dick stimmig auf die Leinwand bringt (optische Ähnlichkeiten mit Ridley Scotts "Blade Runner" sind vorhanden). Es wäre allerdings nicht Steven Spielberg, wenn am Ende nicht doch noch ins rosarote Farbkastl gegriffen würde. Während Anderton im Original letztlich bereit ist, den vorausgesagten Mord tatsächlich zu begehen, um die Abschaffung von "Prä-Verbrechen" zu verhindern, gibt Tom Cruise das System zum Abschuß frei. Fazit: Schöner Film, aber Sie sollten unbedingt eine Viertelstunde vor Schluß gehen.

Chris Haderer

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Minority Report


USA 2002

145 Min.

dt. Fassung und engl. OF
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Tom Cruise, Colin Farrell, Samantha Morton u. a.

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