Stories_Reisebericht Zypern, Nachwort

Are you talking to me?

Klaus Hübners Reisebericht über seine Abenteuer auf Zypern hat uns einige unzufriedene Kommentare beschert. Jetzt nimmt er dazu Stellung.    26.06.2014

Zypern konfrontiert den Urlauber in der Nebensaison mit allerlei Ungemach: leere Tavernen, kaum frisches Essen, Hotelruinen und Geisterstädte, durch die der Wind pfeift, vor sich hinschimmelnde, unverkaufte Reihenhäuser. Noch dazu werden Sparguthaben enteignet, und die Jugend trauert dem verlorenen Wohlstand nach. Ein Stück Beinahe-Paradies findet sich dennoch - jenseits der EU-Außengrenze. Ein Lokalaugenschein von Klaus Hübner. Lesen Sie hier den ersten Teil: "Urlaub auf der Geisterinsel"

 

Danke für die zahlreichen Reaktionen, ich habe sie alle gelesen.

Ich kann auch gut verstehen, daß mit Zypern eng verbundene Menschen - oder treffender ausgedrückt: Menschen, die ihr Geld auf Zypern gesetzt haben - hysterisch auf den Artikel reagieren. Sie haben jeden Grund dazu und sie ergänzen, bekräftigen und unterstreichen mit ihren panischen Kommentaren vortrefflich das, wovon unser Reisebericht kündet. Die Zyprer haben ihre "Urlaubsinsel der Götter" der globalen Technokratie zum Fraß vorgeworfen und kräftig mitgenascht; jetzt schwenkt das Pendel in die andere Richtung. Der Nachgeschmack muß furchtbar bitter sein.

Hinsichtlich des Vorwurfs des "unseriösen Journalismus", bei dem "unglaublich schlecht recherchiert" wurde, weil eine Jahreszahl angeblich nicht stimmt, möchte ich Sie um eines bitten: Verstehen Sie doch, daß das vollkommen egal ist! Eine Jahreszahl ist es nicht einmal wert, nachrecherchiert und nötigenfalls geändert zu werden! Ich kann mir vorstellen, daß viele von Ihnen nie in der Schule gelernt haben, was für ein hirnverbrannter Wahnsinn nationalistischer Separatismus ist, dafür aber schön brav Jahreszahlen im Geschichtsunterricht auswendig lernen durften, vom Geburtstag des Papstes über die Legende von Sisi bis zum Einmarsch in Zypern. Glauben Sie mir: Das Herunterbeten von Jahreszahlen verhilft in keiner Weise zu tieferem Verständnis der hier kritisierten Sachverhalte. Von wegen Bildung. Und dann kommen Sie mir bitte nicht mit "seriösem Journalismus". Was soll das sein? Die von Militär und Industrie erfundene und gekaufte und von Konsumsklaven produzierte Auftragsschmiererei, die in konventionellen Massenmedien und Kommerz-Webseiten dahergelogen wird? Ich verbitte mir, mit derlei Auswüchsen auch nur im Entferntesten in Zusammenhang gebracht zu werden. Ich bin mitnichten so etwas. Richtig ist vielmehr, daß ich persönliche, private Reiseberichte schreibe, die ich in unserer persönlichen, privaten, nicht kommerziellen, völlig unabhängigen und vom kapitalistischen Zerstörersystem weitestgehend entkoppelten Online-Zeitschrift veröffentliche. Ich genieße dabei das Recht der freien Meinungsäußerung. Aber das brauche ich in dem Fall gar nicht. Denn ich war dort und habe alles, was in diesem Artikel steht, mit eigenen Augen gesehen. Die Photos sprechen eine eindeutige Sprache. Wir waren schockiert, und ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand, der dieselben Dinge wie wir zu Gesicht bekommt, nicht auch zumindest stark befremdet reagiert.

Dennoch werden wir mit Sicherheit wieder nach Zypern fahren. In der Welt gibt es nicht mehr viele Flecken, die so schön sind wie Dipkarpaz. Wir werden niemals vergessen, wie wir um Mitternacht auf der Veranda unseres Bungalows saßen, der Vollmond aufging, und das Meer in einer Weise zu glühen begann, für die es keine Worte gibt.

Und wer in Ajia Napa mit fünfzehn Teilen im Hirn den Maturastreß auf Diskoschaumparty komatotsaufen will, soll das unseretwegen weiterhin gerne tun. Jedem Tierchen sein Plaisierchen!

 

Es grüßt herzlich

 

Ihr Herausgeber

Klaus Hübner

Kommentare_

Kommentar verfassen
Lykos - 23.07.2014 : 10.28
Goebbels haette es nicht besser machen koennen !!! Sie verbitten
sich mit einem gewissen Journalismus in einen Topf geworfen zu
werden ? Ich verbitte mir, dass Sie sich in so unqualifizierter
Weise ueber mein Land aeussern. Na ja, fuer eine Auftragsarbeit
nicht schlecht. Siehe dazu meinen ersten Satz.
Bettina - 24.07.2014 : 07.49
Sie scheinen ein berichtender Ausnahmeurlauber zu sein. Mir fällt es schon schwer Menschen zu finden, die so negativ eingestellt sind und annehmen, nur die Investoren auf der Insel müssten "ihre Insel" gutreden. Ich hatte als Urlauber einen ganz anderen Eindruck, war 2x im Süden (Trodos und Paphos/Polis) und bin schwer begeistert und möchte gerne bei nächster Gelegenheit wieder hin. Einmalige Natur im Frühjahr, das mildeste Klima und das saubeste Wasser in der EU. Authentische und sehr schöne Dörfer im Trodos, dazu freundliche Menschen. Reklamieren kann man überall, aber was soll ich damit? Think positive!
Dr. Trash - 24.07.2014 : 08.32
@ Lykos: Die alte Regel scheint zu gelten - immer, wenn sich Idioten an einer Diskussion beteiligen, kommt irgendwann der Nazi-Vergleich. Aber Sie wissen ja gar nicht, wer Herrn Hübner mit dieser Auftragsarbeit betraut hat ... mögen die Reptilien-Aliens über Sie kommen!
Lykos - 24.07.2014 : 08.41
@ Dr Trash :
Nomen est omen.
Beobachter - 24.07.2014 : 21.39
bin bei der Suche nach Zypern durch Zufall auf diesen Bericht gestoßen ich werde den Eindruck nicht los, Sie sind im Reisebüro falsch beraten worden.

Auffällig ist, Sie halten sich gerade in Gebieten auf, für die Sie nicht geeignet zu sein scheinen. Wer nicht Ballermann mag, bucht ihn auch nicht. Sie haben es getan und ein paar (negative) Zeilen gewonnen. Warum haben Sie sich das überhaupt angetan? Vielleicht kann man Ihnen helfen auch das andere Zypern kennen zu lernen. Ich nenne nur den kulturellen Reichtum, der Ihnen leider ganz verborgen blieb oder der Agrotourismus oder die Weinrouten, die Wanderwege, die Dorffeste aber auch die lange Badesaison bis weit ans Jahresende. Ich stoppe mal hier, sonst kriege ich Fernweh!
Dr. Trash - 25.07.2014 : 11.46
@ Lykos: Da schau, es kann sogar ein bissl Kreuzworträtsel-Latein ... lieb!
Lykos - 25.07.2014 : 18.37
Wie gesagt : nomen est omen. Und es ist auch bekannt, dass Sie einen Doktor in diesem Fach haben. Na gut, der Dr. habil. fehlt
noch, den muessen Sie aber doch nicht unbedingt hier erwerben, oder ??? Mercy ....
Dr. Trash - 26.07.2014 : 12.38
Ich merke schon, Lykos, Sie haben größte Schwierigkeiten, sich auszudrücken - also greifen Sie lieber auf Bekanntes zurück und brabbeln dann einfach weiter, wie es viele Leute tun ... Vielleicht kann man Ihnen helfen: Wollen Sie irgendwas sagen, das über bloße Redundanz hinausgeht? Oder über banales Integrierte-Gesamtschule-"Wissen"?
Kalimera - 28.07.2014 : 12.10
Eine Bitte an Dr. Trash und Klaus Hübner

Solcher Art von Veröffenlichungen gehören wohl nicht in einen Kommentarbereich, der sich auf Artikel bezieht, die mehr oder weniger diskussionsbedürftig sind.

Persönliche Animositäten im Internetraum werden leider gerne mehr und mehr verbreitet. Zumindest bei Dr. Trash ist das Ganze auch noch wunderbar anonym.

Herrn Hübner möchte ich auch bitten, sich nicht über eine "offensichtlich geistig Behinderte" auzulassen. Das kann sich sehr schnell ins Gegenteil wenden, wenn sich böse Zungen über Ihre Artikel äußern.

Ich finde, dass jedem eine Meinung zusteht - ob man sie gutheißt oder nicht. Auf jeden Fall sollte man persönliche Beleidigungen unterlassen.

Kalimera


Dr. Trash - 29.07.2014 : 08.46
@ Kalimera: Sie wissen ja vielleicht, was man über Meinungen sagt ... deswegen brauche ich diesen schönen Spruch hier nicht zu wiederholen. Trotzdem ein paar Worte zu Ihrem extra-"liberalen" Kommentar:
1. Dr. Trash ist gar nicht so "wunderbar anonym", wie er das gern hätte - da brauchen Sie sich nur ein wenig im EVOLVER umzusehen.
2. Der Unterschied zwischen EVOLVER und den verlogenen, lügenden Mainstream-Medien ist der, daß wir zurückschießen. Und wenn uns jemand mit depperten Goebbels-Vergleichen kommt, schießen wir auch noch scharf.
3. Auf die sanfte Bedrohung mit den "bösen Zungen", die sich über unsere Artikel äußern könnten, kann ich nur sagen: Her damit. Wir sind schon mit Schlimmerem fertiggeworden.
Es grüßt: der Doc
Michael - 31.07.2014 : 12.01
hier ein interessanter Artikel zu den so "freundlichen" Zyprern:
http://www.cyprusupdates.com/2011/03/cyprus-the-most-racist-country-in-europe-among-other-negative-aspects/
Lars Wilhelm - 10.10.2014 : 13.04
Herr Hübner,
ich weiß ja nicht, wo Sie ihr Handwerk "gelernt" haben, aber Ihre Reaktion auf die sachlichen Fehler des Ursprungsartikel ist nur noch armselig.
Selbstverständlich wären die Jahreszahlen wurscht, aber dann erwähnt man sie eben nicht. Das, was Sie hier betreiben, hat mit Journalismus nichts mehr zu tun.
Dabei glaube ich Ihnen sogar, dass Sie Ihre Eindrücke wiedergeben, aber Ihre Art, die Kommentatoren, die das Land anders als Sie wahrnehmen als minderbemittel zu bezichnen, lässt sich an Ignoranz und Arroganz kaum noch übertreffen.
Die Kritik über Ihr Unvermögen zu begreifen, dass ein und dieselbe Stadt mit 3 Namen bezeichnet werden kann lassen Sie in Ihrer Replik vollkommen unerwähnt. Ich muss schon sagen, Hut ab vor soviel Souveränität.
Ich für meinen Teil merke, dass Artikel des Klaus Hübner nicht lesenswert sind.
Denn eine scharfe journalistische Zunge einerseits und dieser Dumm-arrogante Artikel andererseits sind 2 Paar Schuhe. Ihr Niveau ist absolut unterirdisch.

Print
Robert Hübner – kunst werk bild

Wovon man redet, wenn man "Kunst" sagt

Der Maler und Digitalkünstler Robert Hübner, langjähriger Mitarbeiter der Linzer Kunsthochschule, legt mit seiner ersten Wissenschaftspublikation einen Meilenstein der kontemporären Kunsttheorie vor: eine lange überfällige akademische Neustrukturierung des Kunstbegriffs, quasi als Anpassung an die zeitgenössische Realität.  

Video
The Strain

Saugschwengel-Apokalypse

Gegen "The Strain", die Vampir-TV-Serie unter der Schirmherrschaft von Guillermo del Toro, sieht "The Walking Dead" blaß aus. Das Team des Mexikaners schafft einen neuen Rekord beim Qualitätsniveau im Genrefernsehen, wie Klaus Hübner findet.  

Stories
Reisebericht Zypern, Nachwort

Are you talking to me?

Klaus Hübners Reisebericht über seine Abenteuer auf Zypern hat uns einige unzufriedene Kommentare beschert. Jetzt nimmt er dazu Stellung.  

Stories
Reisebericht Zypern, Teil III

Dünen, Wildesel und Polyesterschnitzel

Weitab vom verblassenden Trubel des Massentourismus gibt es in Zypern ein Stück dessen zu entdecken, was vom Paradies übrig ist: einen Traumstrand, wo die Riesenschildkröten ihre Eier ablegen - zwischen Tonnen von Plastikmüll. Dritter und letzter Teil des Zypern-Reiseberichts.  

Stories
Reisebericht Zypern, Teil II

Die Einheimischen und die Krise

Im zweiten Teil des Zypern-Reiseberichts unterhält sich Klaus Hübner mit den Besitzern einer Taverne in Protaras und mit seinen AirBnB-Vermietern - allesamt direkte Leidtragende des Zusammenbruchs des hiesigen Kreditwesens.  

Stories
Reisebericht Zypern, Teil I

Urlaub auf der Geisterinsel

Zypern konfrontiert den Urlauber in der Nebensaison mit allerlei Ungemach: leere Tavernen, kaum frisches Essen, Hotelruinen und Geisterstädte, durch die der Wind pfeift, vor sich hinschimmelnde, unverkaufte Reihenhäuser. Noch dazu werden Sparguthaben enteignet, und die Jugend trauert dem verlorenen Wohlstand nach. Ein Stück Beinahe-Paradies findet sich dennoch - jenseits der EU-Außengrenze. Ein Lokalaugenschein von Klaus Hübner.