Stories_Viennale 2007/Spezial I

Back from the grave

Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist ... dann gehen wir halt ins Kino: "ray"-Herausgeber Andreas Ungerböck gibt uns seine ganz privaten Empfehlungen für die diesjährige Viennale und besinnt sich dabei auf alte Meister. Schauen Sie sich das an, meine Damen und Herren!    15.10.2007

So wie man täglich zweimal Zähne putzt und zweimal jährlich zum Zahnarzt geht, muß man sich alle paar Jahre Dario Argentos meisterlichen Schocker Suspiria (1977) anschauen, in dem Suzy Banyon, hoffnungsvolle Ballettschülerin aus Amerika, in good old Germany das Fürchten lernt. Gelegenheit dazu gibt es bei dieser Viennale, noch dazu um 1 Uhr früh auf der großen, großen Gartenbau-Leinwand. Und dann hoffen wir halt, daß der Vorführer ausnahmsweise die richtige Bildmaske findet.

 

Weil wir schon bei den alten Meistern sind: George A. Romero ist wieder richtig gut im Geschäft - verständlich und höchst verdient nach seinem epochalen, aber weithin unterschätzten "Land of the Dead". Diesmal, in Diary of the Dead, einer in vier Wochen im kanadischen Wald abgedrehten Low-Budget-Produktion, mit der Romero zu seinen Wurzeln in den 60er Jahren zurückkehren will, machen sich die Zombies über eine Filmcrew her. Gut so, und hoffentlich ist es die Crew von Michael Bays Horror-Horror-Remakes.

 

Auch Paul Schrader besinnt sich seiner Wurzeln: Mit The Walker ist nun seine Tetralogie (nach "Taxi Driver", "American Gigolo" und "Light Sleeper") über schlaflose Männer in der Großstadt komplett. Woody Harrelson spielt Carter Page, einen schwulen Cowboy aus den Südstaaten, der in Washington einsame Damen betreut und begleitet. Das klingt ein bißchen nach John Schlesingers "Asphalt Cowboy", wo es den Hinterwäldler Jon Voight nach New York verschlug. Die Besetzung jedenfalls kann sich sehen lassen: Kristin Scott Thomas, Lauren Bacall, Ned Beatty, Moritz Bleibtreu, Mary Beth Hurt, Lily Tomlin und Willem Dafoe ... Das kann schon was.

Andreas Ungerböck (Herausgeber, "ray"-Filmmagazin)

Viennale 2007

(Fotos © Viennale)


19. bis 31. Oktober 2007

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Andreas Ungerböck


Studium der Theaterwissenschaft und Publizistik in Wien. Dissertation über Rainer Werner Fassbinder. Zahlreiche Publikationen im deutschsprachigen Raum und in Asien. Mehrere Filmreihen zum asiatischen Kino, zuletzt "Kinowelt Asien" (2003) und "China Now" (2004). 1994 bis 2002 Programmkonsulent und Katalogredakteur der Viennale. Seit 2001 Chefredakteur, seit 2005 Herausgeber des Filmmagazins "ray". 2005 gemeinsam mit Gunnar Landsgesell Herausgeber der Anthologie "Spike Lee" (Bertz+Fischer-Verlag, Berlin).

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Viennale 2008/Spezial

Faces

Auch heuer hat "ray"-Herausgeber Andreas Ungerböck seine ganz persönlichen Empfehlungen für uns parat. Diesmal gleich mehrfach im Viennale-Programm: unvergeßliche Schauspielhelden mit zerknautschten Gesichtern - weil das Leben glatt genug ist.  

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