Do you think we can fly?

Keine Frage, Limp Bizkit gehören zu den ganz Großen des Musik-Busineß. Immerhin ist ihr neuestes Album - mit über einer Million Exemplaren in der ersten Woche nach Erscheinen - das in der US-Chart-Geschichte am schnellsten verkaufte Rockalbum.

Längst sind Limp Bizkit aus dem Schatten ihrer einstigen Förderer Korn getreten und führen momentan die Riege der zahlreichen Rapmetal-Bands rund um Slipknot, Papa Roach, Crazy Town, Amen usw. an. Gegründet 1994 in Jacksonville, Florida ging es schnell die Karriereleiter aufwärts, nachdem sich Fred Durst, der damals als Tätowierer tätig war, mit einigen Mitgliedern der gerade aufstrebenden Gruppe Korn anfreundete. Die Band, bestehend aus Frontman und Rapper Durst, Gitarrist Wes Borland, Bassist Sam Rivers und dessen Cousin John Otto am Schlagzeug, sorgte durch ständige Präsenz schnell für Aufsehen und erspielte sich eine große Fangemeinde. Nach Einstieg des Ex-House-of-Pain-Plattendrehers DJ Lethal erschien 1997 das Debüt-Album "Three Dollar Bill Y´all"; nach Auftritten als Headliner bei der Warped-, Ozzfest- und Family-Values-Tour folgte 1999 dann die höchst erfolgreiche CD "Significant Other", die mittlerweile über acht Millionen Mal verkauft wurde und dem "weichen Keks" eine Popularität sondergleichen bescherte.

Das kürzlich erschienene Album "Chocolate Starfish..." hat dreizehn neue Tracks in gewohnter Manier zu bieten, die den "Significant Other"-Songs teilweise zum Verwechseln ähneln. Beim zumeist lauten und aggressiven Sound sorgt weniger Poser Durst mit seinem mäßigen Rap-Talent als der Rest der Band - allen voran Borland mit seinen starken Riffs sowie DJ Lethal, der einmal mehr zeigt, daß er nicht nur scratchen kann - dafür, daß die Songs einen gewissen Reiz versprühen und größtenteils auch mit dem Ohrwurm-Prädikat versehen werden können. Wie der Vorgänger erstklassig produziert von Terry Date (Deftones, Pantera, White Zombie), erinnern die härteren Nummern wie "Full Nelson", "Rollin´ (Air Raid Vehicle)" oder insbesondere die erste Single-Auskopplung "My Generation" stark an "Nookie"; die ruhigeren Tracks wie "My Way" oder "The One" kommen dem Stil eines "Re-Arranged" ziemlich nahe; schließlich tritt die mit 80er-Sounds ausgestattete Kooperation "Getcha Groove On" mit Rapper Xzibit die Nachfolge zu "N2gether Now", damals ein Duett mit Method Man, an.

Auch egal - wer hätte denn bei Durst & Co. schon mit riesigen Innovationen oder gar tiefgründigen Texten gerechnet? Die Zielgruppe wird bestens bedient, freut sich garantiert über jedes der zahlreich vorhandenen F-Wörter; und Durst, bekanntlich Vorstandsmitglied von Interscope Records, freut sich wiederum, daß die Kassa stimmt. Über eine Million verkaufte Exemplare in Amerika, allein in der ersten Woche nach Veröffentlichung, sprechen für sich - und für die zunehmende Kommerzialisierung von Limp Bizkit, wie zuletzt mit dem unsäglichen Duett von Durst mit Christina Aguilera bei den MTV-Awards nachdrucksvoll bewiesen. Wer damit kein Problem hat, wird mit "Chocolate Starfish..." sicherlich zufrieden sein.

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