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Jos van Immerseel, der mit der Gesamtausgabe der Schubert-Symphonien Furore gemacht hat, wagte sich mit seiner ausgezeichneten Anima Eterna wieder ins Studio und brachte eine sehr gute Aufnahme von Beethovens Neunter heraus. Das einzige, was den Glanz etwas trübt, ist das Harnoncourt-Syndrom, das den Dirigenten ereilt hat.

Van Immerseel hat es insofern sehr schwer, als daß er auf den Riesenerfolg mit seinen Schubert-Symphonien noch eines draufsetzen muß. Leider gelingt ihm das mit der vorliegenden Aufnahme nicht ganz. Obwohl Beethovens wohl bekannteste Symphonie bei ihm hochinteressant klingt und vom ersten bis zum letzten Takt durchgängig, dynamisch und inspiriert ist, fehlen doch gewisse Eigenschaften, die man eigentlich erwarten darf.

Das wunderbare Adagio ist der einzige Minuspunkt der Produktion. Man vermißt dabei schmerzlich das Schwelgerische und Cantable; es hört sich viel zu gehetzt und beiläufig an. Vor allem an den schwierigen Übergängen ist dies zu bemerken.

Dafür sind die anderen drei Sätze bestens gelungen. Vor allem das Scherzo klingt rhythmisch beinhart und voller Spannung. Auch die Solisten und der Chor halten den hohen Qualitätsstandard dieser Aufnahme. Immerseel-Anhänger sind mit dieser Aufnahme bestens bedient; Fans der Symphonie selbst kann man wahrscheinlich eine Enttäuschung nicht ersparen.

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