Der Schöne und das fade Biest

"Mexican" ist nicht schräg, selten witzig, kaum romantisch, nie spannend und viel zu lang. Die Hauptdarsteller des Films zelebrieren eine beispiellose Abwesenheit jeglicher Chemie.

Jerry (Brad Pitt) ist ein Unglücksrabe. Nur einmal überfährt er eine rote Ampel, und schon kracht ein gesuchter Mafiabonze in ihn rein, wird verhaftet und landet im Gefängnis. Die Folge: Jerry steht in seiner Schuld und muß Botendienste für den Mob erledigen. Er bekommt den dummen und schwierigen Auftrag, eine legendäre Pistole namens "Mexican" aus Mexiko zu holen, weil diese angeblich ganz toll wertvoll ist. Seine Geliebte Samantha (Julia Roberts) will jedoch auf der Stelle geheiratet werden und sieht das überhaupt nicht ein. Jerry fährt trotzdem.

In Mexiko steigt er in einen Fettnapf nach dem anderen. Zuerst wird der Sohn des Mafiabonzen gekillt, und es sieht so aus, als wäre Jerry der Täter. Dann verliert er gleich ein paarmal die gesuchte Pistole wieder. Samantha wird unterdessen vom schwulen, sensiblen Auftragskiller Leroy (James Gandolfini) gekidnappt und soll diesen zu Jerry führen. Zwei Roadmovies vereinen sich folglich in einem Film.

Am Ende des Verwirrspiels, in dem man nicht wissen soll, wer jetzt tatsächlich welche Rolle spielt, wird es ein paar Tote und ein paar glücklich Wiedervereinte geben. Die Story allerdings wird sich schon viel früher als dermaßen dünn und aufgesetzt erweisen, daß nach Ablauf der zwei Stunden nur noch wenig Interesse daran herrschen dürfte.

Selten sieht man einen Film, in dem so konsequent gar nichts funktioniert. Julia Roberts und Brad Pitt üben sich in ständiger Widerholung ihrer altbewährten Posen, was sie nicht gerade sympathisch erscheinen läßt. James Gandolfini als schwuler Killer ist einfach nur ein Jammerlappen. Die Geschichte zieht sich ohne spürbare Höhepunkte dahin wie ein ranziger Kaugummi am Hauptplatz von Mexico City. Alles, was dazwischengeschoben wird und ansatzweise witzig ist, wird sofort von Unnötigkeiten erstickt.

Ein Film zum Vergessen. Wirklich. Leider. Dabei kann Brad Pitt so gut sein. Das allererste Bild in "Mexican" trägt übrigens bereits alles in sich, was diesen Film ausmacht: Julchen liegt im Bett, Brad sitzt an dessen Rand, massiert ihr die Füße und hat einen Blick aufgesetzt, der nur als gelangweilt und genervt zu interpretieren ist. So dürfte es ihm während der ganzen Dreharbeiten gegangen sein.

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