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Wie Big Data die Spielwelt verändert

In den sozialen Medien und zahlreichen anderen Online-Umgebungen schenken wir unsere persönlichen Daten freiwillig her - und Ämter verlangen sowieso, daß wir alles über uns bekanntgeben, inklusive des Mädchennamens der Urgroßmutter. Da freut es einen doch, daß die Datensammlung auch einen (spielerischen) Nutzen hat.    27.02.2020

Glücksspielfirmen, die langfristig im Geschäft sind, müssen alle ihnen zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen und ihr volles Potential ausschöpfen - und dazu gehört jetzt auch eine umfangreiche Datenanalyse. Big Data spielen auch beim Online-Glücksspiel eine große Rolle. Mit einem weltweiten Umsatz von 40,6 Milliarden Dollar allein mit mobilen Geräten im letzten Jahr wird die elektronische Spielebranche in den nächsten fünf Jahren einen Boom erleben.

Einer der wichtigsten Gründe für die Verbreitung von Online- und Social Gaming ist die Verarbeitung großer Datenmengen. Sammeln können wir sie schon seit langem, aber die Möglichkeiten ihrer Nutzung zur Monetarisierung und Optimierung verstehen wir erst jetzt langsam.

Großunternehmen wie Microsoft sehen den Wert der Datenaggregation und erwerben Spielfirmen wie den „Minecraft“-Hersteller Mojang um viel Geld (im genannten Fall: 2,5 Milliarden Dollar), weil sie die Bedeutung von Big Data auf lange Sicht erkennen und Datenweiterleitungsfirmen brauchen, die ihnen helfen, das Nutzerverhalten zu ermitteln und zu verstehen.

Beim Glücksspiel im Online Casino ist das nicht anders. Mit Hilfe von Big Data können Spielfirmen aussagekräftige Marketing-Botschaften erstellen. Im Hinblick auf die extensive Datensammlung kann der Gedanke, ein Handyspiel zu spielen, schon mißtrauisch machen. Doch die Spielehersteller ermitteln diese Daten auch, um ihre Nutzer mit Inhalten anzusprechen, die sie wahrscheinlich zu schätzen wissen werden.

 

Big Data und Spiel-Design

Beim Spiel-Design unterstreichen große Datenmengen die Wichtigkeit, die Nutzer mit maßgeschneiderten Inhalten zu versorgen. Durch die Verwendung von Verhaltensdaten zur Aktualisierung des Spiels nach Kriterien, die nachweislich gut funktionieren, kann man Spiele entwickeln, die eine Herausforderung darstellen, ohne den Nutzer so zu frustrieren, daß er sich mit Grausen abwendet.

Die heutigen Entwickler von Online-Spielen sollten in die Geschäftsanalytik investieren, um die Vorlieben und Abneigungen der Nutzer zu verstehen und zu begreifen, was sie abschreckt, wann sie gehen und nicht mehr zurückkehren usw.

Diese verhaltensbezogenen Erkenntnisse benötigt man, um Online-Spiele strategischer und letztendlich erfolgreicher zu machen. Spieleentwickler und -vermarkter sollten daher möglichst viele Daten über ihre Nutzer erheben - aber viele wissen nicht, wo oder wie sie anfangen sollen. Wie für jedes Unternehmen ist auch für die Glücksspielbranche die 360-Grad-Kundensicht wichtig.

Glücklicherweise hinterläßt jeder Spieler eine massive Datenspur, wenn er sich aktiv mit einem Spiel beschäftigt. Ob es sich nun um ein Social-Online-Spiel handelt, das via Facebook verbunden ist, um ein Playstation-Game oder ein Multiplayer-Rollenspiel auf dem PC ... überall werden viele Daten in verschiedenen Formaten schon dann erstellt, wenn die Spieler mit dem Spielen beginnen. Und danach liefern sie massive Datenströme über alles, was sie innerhalb des Spiels tun: wie sie interagieren, wie lange sie spielen, wann sie spielen, mit wem, wieviel sie für virtuelle Produkte ausgeben, mit wem sie chatten usw.

Wird das Spielprofil mit sozialen Netzwerken verknüpft oder der Spieler aufgefordert, seine demographischen Daten einzugeben, dann können die Informationen mit dem angereichert werden, was der Spieler im wirklichen Leben mag. So fällt es den Spielefirmen leichter, das Spiel auch im wirklichen Leben an das Profil des Spielers anpassen.

Auf der Grundlage all dieser Daten lassen sich zielgerichtete In-Game-Produkte anbieten, die eine hohe Konversionsrate haben. Genau wie auf E-Commerce-Websites, wo Produkte auf der Grundlage dessen empfohlen werden, was andere Kunden gekauft haben, kann dies auch innerhalb der Spielumgebung mit virtuellen Produkten geschehen. Das funktioniert über die Empfehlung bestimmter Funktionen, die auch andere Spieler gekauft haben und die als Produkt selbst erworben werden können, oder über virtuelle Angebote auf Grundlage des Niveaus, auf dem sich der Spieler befindet.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Spieleentwickler, das Spielerlebnis mit Big Data zu verbessern, mehr Einnahmen zu erzielen und ihr Spiel schneller und besser zu machen. Spieleentwickler sollten sich Big Data daher nicht entgehen lassen, da die Vorteile sowohl für den Entwickler als auch für den Spieler einfach zu groß sind, um sie zu ignorieren.


Fazit: Big Data verändert die ganze Welt

Die Big-Data-Technologien tragen auch dazu bei, die Leistung im Spiel und das Endbenutzererlebnis zu optimieren. Wenn zum Beispiel Datenbanken und Server mit einem steilen Anstieg der Online-Spieler-Anzahl zurechtkommen müssen, ist es wichtig, über ausreichende Kapazitäten zu verfügen. Mit Big Data ist es möglich, die Nachfrage vorherzusagen, um die erforderliche Kapazität zu antizipieren und entsprechend zu skalieren. Dies wird das Spielerlebnis und damit die Erfahrung des Endbenutzers verbessern.

Johnny Promozione

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