Akzente_Der Konsumgesellschaft ein Schnippchen schlagen

Spare in der Zeit ...

Mit einem "Schwarzen Freitag" hat man nicht immer Sonderangebote assoziiert - aber im Internet-Zeitalter ist sowieso alles anders. Aus diesem Grund kann man sich als sparsamer Charakter auch noch auf den kybernetischen Montag freuen. Da gibt´s nämlich ebenfalls Schnäpschenpreise.    15.10.2019

Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Das läßt sich nicht leugnen. Bei vielen Menschen findet jedoch aufgrund der Klimadebatte, die immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, ein Umdenken statt: weg von der Wegwerfgesellschaft, hin zu mehr Nachhaltigkeit. Aber viele Konsumenten wollen dabei die Sparsamkeit nicht in den Hintergrund rücken. Sparsam konsumieren, sowohl bei der Menge als auch beim einzelnen Kauf, ist nicht verkehrt. Wenn die Konsumenten geizig werden, bringt das jedoch einige Nachteile mit.

Der Handel mit Konsumgütern ist wichtig, damit sich die Menschen mit den notwendigen Dingen des Lebens versorgen können. Dazu gehören beispielsweise Nahrungsmittel, Öl oder Gas zum Heizen, aber auch Medikamente. Darüber hinaus gibt es noch Gebrauchsgüter, die uns das Leben leichter machen.

 

Schnäppchenjäger aufgepaßt – hier gibt es die günstigsten Angebote!

Wurde Ihr Interesse durch die Überschrift geweckt? Das ist nicht verwunderlich, denn unser Gehirn reagiert auf solche Aussagen besonders aufmerksam. Dazu später unten mehr. Die Psychologie hinter der Schnäppchenjagd ist aber der Grund, warum die Marketing-Abteilungen sich immer wieder Tricks ausdenken, um dem Menschen das Gefühl zu geben, er spare etwas beim Kauf.

Sparsamkeit ist per se nichts Schlechtes. Vor allem durch die Möglichkeit, im Internet Preise zu vergleichen, können wir bei bewußten Kaufentscheidungen Geld sparen. Portale, die einen Preisvergleich anbieten, erfreuen sich daher großer Beliebtheit. Es gibt sie zu den unterschiedlichsten Branchen und Produkten wie Elektronikgeräten, Reisen oder auch Krediten und Versicherungen.

 

Nach dem Black Friday ist vor dem Cyber Monday.

Im Internet finden sich auch kostenlose Artikel, so beispielsweise Gratisproben bei Mein Deal. Bei bewußten Kaufentscheidungen und Produkten, die man sich schon lange gönnen wollte, ist Sparsamkeit ein guter Begleiter. Für Schnäppchenjäger gehört es daher zum guten Ton, auf spezielle Aktionen zu warten. Die in der breiten Öffentlichkeit bekanntesten Kampagnen sind der "Cyber Monday" und der "Black Friday".

Diese Tage gelten für sparsame Konsumenten quasi als Feiertage. Zu uns herübergeschwappt sind diese Aktionen - wie soll es auch anderes sein - aus den USA. Der Black Friday ist der Freitag nach Thanksgiving, dem US-amerikanischen Erntedankfest. Dieser Tag wird von vielen Berufstätigen als Fenstertag genutzt, da Thanksgiving ein Feiertag ist und immer am vierten Donnerstag im November stattfindet.

Schlaue Füchse in der Marketing-Abteilung haben daraus geschlossen, daß die Menschen so Zeit für den Konsum haben, und den Black Friday ins Leben gerufen. Dieser Tag läutet zudem die Zeit der Weihnachtseinkäufe ein. Zusammen mit Rabattaktionen locken die Einzelhändler die Verbraucher in ihre Geschäfte. Was im stationären Handel funktioniert, sorgt auch im Online-Handel für mehr Umsätze. Daher wird der Black Friday auch von zahlreichen Online-Shops "gefeiert".

In der virtuellen Welt ist der Cyber Monday jedoch das eigentliche Pendant zum Black Friday. Am Montag nach Thanksgiving locken die Online-Shops mit zahlreichen Rabatten. Hierzulande bekannt wurde diese Aktion durch Amazon. Technik, Mode, Haushaltsgeräte - alles, was das eigene Herz oder die Herzen der lieben Verwandten begehren, ist mit großzügigen Rabatten zu haben. Das kurbelt die Konsumleidenschaft an und führt immer wieder zu Umsatzrekorden. Der Pro-Kopf-Umsatz an diesen Tagen steigt stark an.

 

Die Psychologie hinter der Schnäppchenjagd

Dabei entfällt natürlich ein Teil auf wohlbedachte Käufe. Die besonnenen Sparfüchse warten auf ebendiese Tage, um sich den neuen Laptop, den neuen Fernseher oder das stetig genutzte Parfum zu leisten und dabei zu sparen. Diese Einkäufe wären so oder so getätigt worden; dank Cyber Monday und Black Friday wird dabei aber der Geldbeutel geschont. Eine Vielzahl der Produkte, die an diesen Tagen über den (virtuellen) Ladentisch gehen, werden aber aus Affekt gekauft.

Beim bequemen Online-Shopping werden die Verbraucher auf die günstigen Angebote aufmerksam und von ihnen in einen regelrechten Bann gezogen. Sie kommen kaum noch darum herum, ein besonders günstig erscheinendes Produkt zu kaufen, obwohl sie eigentlich etwas ganz anderes erwerben wollten. Das liegt am perfiden Belohnungszentrum in unserem Gehirn - das schüttet schlicht und ergreifend Glückshormone aus, wenn wir ein Sonderangebot entdecken. Das Gehirn suggeriert "Da haben wir etwas Großartiges entdeckt", weil das Produkt günstiger zu haben ist als normalerweise.

Gleichzeitig bleibt aufgrund der "Ersparnis" noch Geld für das nächste Schnäppchen über. Und das wartet am Black Friday sprichwörtlich bereits an der nächsten Ecke und kommt am Cyber Monday noch einmal bis direkt vor die Haustür. Das Glücksgefühl ist dabei ähnlich wie bei einem Gewinn beim Glücksspiel, weshalb die Jagd nach den günstigen Angeboten auch zur regelrechten Sucht werden kann.

Bildet sich eine Kaufsucht aus, kann Online-Shopping sogar riskant werden. Wichtig ist also ein bewußter Konsum. Daher geht der Trend immer mehr auch zur Nachhaltigkeit, aber da müssen halt auch die Verbraucher mitmachen.

 

Nachhaltig konsumieren - geht das?

Hier eine neue Jacke, obwohl die aus der letzten Saison noch so gut wie neu ist, da ein neues Smartphone, weil Apple jedes Jahr ein Update herausbringt - die Beispiele für nicht zwingende Neuanschaffungen sind vielfältig. Jeder Einzelne kann sich fragen, ob der Kauf nun sein muß oder ob es sich nur um das Update eines Statussymbols handelt.

Auf der anderen Seite werden nachhaltige Produkte immer beliebter. Doch es genügt nicht, "grüner" einzukaufen, wenn immer mehr konsumiert wird. Ein nachhaltiger Konsum bedeutet daher auch, auf bestimmte Dinge zu verzichten. Jedes Jahr ein neues Smartphone oder alle zwei Jahre ein neues Auto müssen nicht sein, weil der Verschleiß in der Regel nicht so groß ist, daß die alten Geräte und Fahrzeuge nicht mehr telefonieren oder fahren können. Zum anderen entwickelt sich die Technik auch nicht so schnell weiter, daß die Vorjahresmodelle nicht mehr mithalten können.

Ein Problem für die Verbraucher besteht darin, nachhaltige Produkte zu erkennen. Es gibt aber beispielsweise Gütesiegel für Lebensmittel und Kleidung, die für eine faire und nachhaltige Produktion stehen. Bei der Schnäppchenjagd spielt die Frage nach einer nachhaltigen Produktion allerdings zunächst eine untergeordnete Rolle.

Aber man kann auch anders an bewußte Kaufentscheidungen herangehen. Billig bedeutet nicht immer günstig. Ein billiges Produkt kann im Vergleich zu teureren Produkten eine minderwertige Qualität aufweisen. Geht das vermeintlich günstige Produkt schneller kaputt, wird schneller neu gekauft, und der Kaufpreis steigt. Für den Einzelnen bedeutet nachhaltiges Konsumieren daher auch, auf Qualität zu achten. Und vielleicht ist beim nächsten Cyber Monday ja auch etwas für Sie dabei, was Sie schon lange haben wollten. Dann ist auch der Schnäppchenjäger in Ihnen befriedigt.

Johnny Promotione

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