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Der Herr der Ringe: Die Gefährten

Neuseelands Ex-Trash-Regiekultstar Peter Jackson hat aus J. R. R. Tolkiens millionenfach verkaufter Fantasy-Trilogie ein Hollywood-Megaprojekt in drei Teilen gemacht. Teil 1 läuft ab sofort im Kino.


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bombastisch
(miss comment, 21.12.2001 14:48)
Verehrter Herr Hübner!

Recht haben Sie: "Der Herr der Ringe" hat unerwartete Qualitäten und protzt entgegen aller Erwartungen nicht mit faden Liebeschwüren und maßlosem Kitsch. Schwindelerregende Kameraführung und fabelhafte Special-Effects (OK, der Troll ist a bisserl zu überdimensional geraten) machen es äußerst schwer zu akzeptieren, daß es Teil zwei erste Ende 2002 geben soll.

Re: bombastisch
(k.h., 22.12.2001 00:17)
miss comment schrieb

Naja, der gute Herr Fichtinger, ein großer Freund des Fantastischen, war da weniger angetan. Ich halte mich im Mittelfeld.

voll daneben ist auch vorbei
(Trash (Dr.), 22.12.2001 11:39)
Gestern wurde mir wieder klar, warum immer nur jene Mittelschüler "Herr der Ringe" gelesen haben, die keine Freunde hatten. (Ging mir ja nicht anders...) "Lord of the Rings" ist das langatmigste und pompöseste Stück Computereffekt-Dreck, das mir seit langem untergekommen ist. Abgesehen davon, daß zwei Stunden lang diese zutiefst banale Fantasy-Geschichte mit den vielen blöden Namen erzählt wird, passiert hier gar nichts.
Die Guten sind wieder einmal supergut, die Bösen können sich vor lauter Bosheit kaum artikulieren, und alle miteinander sind sie eine einzige Bande Watschengesichter. Und dann kommt Liv Tyler ins Bild - und sie spricht - und - nein, sie kann´s noch immer nicht. Und der Agent aus "Matrix" ist auch da und spielt einen von diesen schwulen Elfen. Und Christopher Lee ist uralt. Und die Inszenierung bewegt sich noch immer nicht vom Fleck...
Schade, daß Jackson nach fünf guten Filmen ein derart mißlungenes Machwerk abliefern mußte - aber wie soll das mit 100 Mio. Dollar aus Hollywood, dem schwarzen Loch der menschlichen Intelligenz, auch anders gehen? Um soviel Geld MUSSTE er einfach einen Film abliefern, den jeder Trottel versteht - und wie man an Physiognomie, Sprechweise und vor allem Reaktion des anwesenden Kinopublikums erkennen konnte, ist ihm das auch gelungen. Ein paar andere wiederum haben sich gefreut, daß es eine Pause gibt (wenn auch erst, als sich die Bruderschaft des Rings endlich gefunden hat).
Zuerst fragt man sich ja, was man in der Pause machen soll. Im Hof spielen gehen? Aufs Klo eine rauchen? Doch nach 30 Minuten "Herr der Ringe" wird einem alles klar: Die Pause ist zum Flüchten da. So sparen Sie sich wenigstens die letzte Stunde des Films. Und wenn dann einmal alle drei Teile des Kitschepos auf DVD erschienen sind, borgen Sie sich die "Collector´s Edition" einfach aus und vergeuden ein Sommerwochenende damit. Mit viel Alkohol- und Drogenzufuhr sollte sich selbst das aushalten lassen...

Re: voll daneben ist auch vorbei
(ringfinger, 23.12.2001 01:54)
Trash (Dr.) schrieb

> Gestern wurde mir wieder klar, warum immer nur jene Mittelschüler "Herr der Ringe" gelesen haben, die keine Freunde hatten. (Ging mir ja nicht anders...) "Lord of the Rings" ist das langatmigste und pompöseste Stück Computereffekt-Dreck, das mir seit langem untergekommen ist. Abgesehen davon, daß zwei Stunden lang diese zutiefst banale Fantasy-Geschichte mit den vielen blöden Namen erzählt wird, passiert hier gar nichts.
> Die Guten sind wieder einmal supergut, die Bösen können sich vor lauter Bosheit kaum artikulieren, und alle miteinander sind sie eine einzige Bande Watschengesichter. Und dann kommt Liv Tyler ins Bild - und sie spricht - und - nein, sie kann´s noch immer nicht. Und der Agent aus "Matrix" ist auch da und spielt einen von diesen schwulen Elfen. Und Christopher Lee ist uralt. Und die Inszenierung bewegt sich noch immer nicht vom Fleck...
> Schade, daß Jackson nach fünf guten Filmen ein derart mißlungenes Machwerk abliefern mußte - aber wie soll das mit 100 Mio. Dollar aus Hollywood, dem schwarzen Loch der menschlichen Intelligenz, auch anders gehen? Um soviel Geld MUSSTE er einfach einen Film abliefern, den jeder Trottel versteht - und wie man an Physiognomie, Sprechweise und vor allem Reaktion des anwesenden Kinopublikums erkennen konnte, ist ihm das auch gelungen. Ein paar andere wiederum haben sich gefreut, daß es eine Pause gibt (wenn auch erst, als sich die Bruderschaft des Rings endlich gefunden hat).
> Zuerst fragt man sich ja, was man in der Pause machen soll. Im Hof spielen gehen? Aufs Klo eine rauchen? Doch nach 30 Minuten "Herr der Ringe" wird einem alles klar: Die Pause ist zum Flüchten da. So sparen Sie sich wenigstens die letzte Stunde des Films. Und wenn dann einmal alle drei Teile des Kitschepos auf DVD erschienen sind, borgen Sie sich die "Collector´s Edition" einfach aus und vergeuden ein Sommerwochenende damit. Mit viel Alkohol- und Drogenzufuhr sollte sich selbst das aushalten lassen...
Ich bin voll deiner Meinung.
Ich verstehe auch die ganze Hysterie nicht so wirklich. Hat man alles schon "viel" besser gesehen. Da Jackson hat halt die Wahl gehabt: Entweder Hosi runter oder aber nie wieder einen Film für Hollywood. Wäre aber in Zukunft sicher wieder besseres nachgekommen. Aber wenn man geil darauf ist in der Hollywood Oberliga mitspielen zu dürfen, tut man halt vieles. Wieder ein Talent gestorben...Schade!

besser allemal
(miss comment, 24.12.2001 10:25)
Da entbrennt er, der Streit um den Herrn - und herrje, wie war es vorauszusehen! Drei Parteien mit konträren Meinungen:
1.) Die Mainstream-Mutanten, die den Film supergut und kaum Worte zur Beschreibung finden.
2.) Das tolerante Mittelfeld, das sich nicht zwischen fad und famos entscheiden kann und ehrlich sagt: "Schon besseres gesehen..."
3.) Die Mainstream-Hasser, die um alles in der Welt ja nicht in irgendeiner "uncoole" Schublade gesteckt werden wollen. Und so wehren sie sich gegen alles, was den anderen gefällt, und folgen damit auch einem vorgezeichneten Weg.

Die Handlung "Von Herr der Ringe" mag man furchtbar langweilig finden (und ehrlich gesagt, der Einstieg zog sich auch wi ein Kaugummi in die Länge), aber bis auf wenige Ausnahmen hielt sie sich exakt an die Romanvorlage. Liv Tyler dürfte allerdings erst Mitte des zweiten Teiles auftreten, aber ein paar Frauen mussten ja hinein, in einen Hollywood-Blockbuster.
Die Bilder sind nicht zu bestreiten grandios, die Kameraführung wach und dass Christopher Lee alt geworden ist, war vorauszusehen (werden wir schließlich alle). Allerdings hat das für Mr. Ex-Dracula einen Vorteil, verkörpert er nämlich mit Falten und Altersflecken im Gesicht einen deutlich ernstzunehmenderen Zauberer als Noch-nicht-mal-Teeanger-Bub Harry Potter.

"Herr der Ringe" war sicher nicht das erwartete, fulminante Werk und blieb hinter den durchs Lesen des Buches angeregten Phantasien zurück. Trotzdem ist es ein Film, der durchaus sehenswert ist, vermutlich seinen Höhepunkt aber erst in seiner Gesamtheit erreicht. Das endgültige Climax ist schließlich mit dem ersten Teil noch längst nicht erreicht (es sind ja keine abgeschlossenen Geschichten wie bei der Star-Wars-Trilogie), sondern wird auf sich warten lassen.
Lassen wir Kategorie 1.) und 2.) also hoffen, dass es Weihnachten 2002 fesselnder wird. Und wünschen wir Kategorie 3.), dass das Mangengeschwür nicht allzu sehr schmerzt.

Hand, Haar und Fuss
(moondove, 24.12.2001 11:46)
Die Hobbits der Tolkien´schen Shire haben wesentich mehr und seidigere Haare auf den Beinen und sind auch keine Nägelbeisser wie dieser Hollywood-Frodo. Und wenn sich ein Zwerg einmal für Geflecht im Bart entschieden hat, ändert er seine Maske nicht mit der Einstellung...
Insgesamt aber ein Film, der aufregend genug war, dass ich einschlief und den Traum meiner innermittleren Erde gemiessen.
Auch überraschend dass sich Elfen die Alpenhotelarchitektur der 70er mit Dekoelementen der vorletzten Jahrhundertwende als Wohnstil auserkoren haben.

also, was jetzt?
(Trash (Dr.), 24.12.2001 12:16)
miss comment schrieb

> 3.) Die Mainstream-Hasser, die um alles in der Welt ja nicht in irgendeiner "uncoole" Schublade gesteckt werden wollen. Und so wehren sie sich gegen alles, was den anderen gefällt, und folgen damit auch einem vorgezeichneten Weg.

Dear Miss Comment!
Sie werfen einem aber auch allerhand vor - einmal zu nahe am Mainstream, dann wieder ein Mainstream-Hasser. Wer soll sich da noch auskennen?
Um den Fall aufzuklären: Mir ist der Mainstream egal, den gibt´s halt und um den kommen wir nicht herum, und gelegentlich bringt er ja auch was Gutes hervor (erstaunlicherweise ca. den selben Prozentsatz wie die sogenannte "Alternative Culture"). Aber ein schlechter und langweiliger Film ist und bleibt halt ein schlechter und langweiliger Film; daran ist nicht zu rütteln. Und mit irgendwelchen Ideologien hat das schon gar nix zu tun...

Es grüßt ganz herzlich:
der Doc

Zukunftshoffnung
(JF, 24.12.2001 12:23)
Also meine Wenigkeit wurde von Jacksons Spektakel nicht wirklich vom Hocker
gerissen. Obwohl ein Freund der Tolkien´schen Abenteuer (gelesen in
frühesten Jugendjahren) sowie der Prä-Ring Werke Jacksons stellt "Die Gefährten" nichts anderes dar als die Exposition für Teil 2. Spannung kommt
hier nicht wirklich auf, die SFX wirken teilweise geschludert und überhaupt erzeugt keine Szene die Erregung, welche einen nach Ansehen des genialen
Trailers befiel. Trotz alledem sind die Charaktere perfekt besetzt
(wenngleich sich Aragorn und Boromir etwas zu ähnlich sind) und ist die
Verfilmung durchaus als gelungen anzusehen.

Bleibt abzuwarten, ob "The Two Towers" hält, was "The Fellowship"
verspricht...

PS: Richtig interessant dürfte sowieso erst der 2004 auf DVD erscheinende Director´s Cut sein.

Meine Meinung
(Gerhard, 28.12.2001 15:29)
Ich heuer alle Bücher gelesen - deshalb war ich ein wenig entäuscht, da doch einige Kapitel fehlen.
Andererseits denke ich, wenn alle Kapitel im Film enthalten wären, dieser dadurch min. 4h dauern würde. Ausserdem wäre er dann wirklich fad geworden.
Ein schlechter und langweiliger Film ist er nicht - er ist aber auch kein "Wunder". Wie sollte er auch? Zur Langeweile: Im Roman selbst passiert "bei den Gefährten" noch nicht so viel. Spannend wirds erst kommendes Jahr.
Zum "schlecht sein": Natürlich ist der Film kein intellektuelles Meisterwerk - aber das war ja sowieso schon klar. Er ist einfach ein Hollywood Blockbuster um den ein bißchen viel Wind gemacht wurde. Schlecht ist was anderes.

Grüße
Gerhard

Re: Meine Meinung
(Gerhard, 28.12.2001 15:30)
Ich hab heuer alle Bücher gelesen sollts heissen...

Gerhard schrieb

> Ich heuer alle Bücher gelesen - deshalb war ich ein wenig entäuscht, da doch einige Kapitel fehlen.
> Andererseits denke ich, wenn alle Kapitel im Film enthalten wären, dieser dadurch min. 4h dauern würde. Ausserdem wäre er dann wirklich fad geworden.
> Ein schlechter und langweiliger Film ist er nicht - er ist aber auch kein "Wunder". Wie sollte er auch? Zur Langeweile: Im Roman selbst passiert "bei den Gefährten" noch nicht so viel. Spannend wirds erst kommendes Jahr.
> Zum "schlecht sein": Natürlich ist der Film kein intellektuelles Meisterwerk - aber das war ja sowieso schon klar. Er ist einfach ein Hollywood Blockbuster um den ein bißchen viel Wind gemacht wurde. Schlecht ist was anderes.

> Grüße
> Gerhard


Re: also, was jetzt?
(aka201, 28.12.2001 15:33)
na toll, muss man sich jetzt diese peinliche "ich bin underground weil ich mainstream hasse obwohl er mir eigentlich wurscht ist" diskussion auch schon hier gefallen lassen, wieso schafft es keiner den film einfach als das zu sehen was er ist: die verfilmung eines der wichtigsten bücher des letzten jahrhunderts die mit wenigen zugeständnissen an ein mainstream publikum ein maximalmaß an detailtreue und orientierung am buch erreicht hat. wer schon das buch nicht mochte sollte vielleicht andere maßstäbe ansetzen, aber ich kenne viele tolkien fans die den film lieben, ob mans glaubt oder nicht.