Kino_Bulb Fiction

Verschwörung der Sautrotteln

Jedes Verbrechen, das man sich ausdenken kann, haben kapitalistische Konzerne und die ihnen dienenden Institutionen längst in Serie begangen. Einen weiteren Beweis dafür liefert der Film "Bulb Fiction" - am Beispiel des EU-weiten Verbots von Glühbirnen zugunsten sogenannter Energiesparlampen.    16.09.2011

Die EU hat Thomas Edisons Glühbirne ins Kriminal gedrängt. Seit 1. September darf keine 60-Watt-Glühbirne mehr verkauft werden. Bis 2016 müssen alle Glühbirnen und Halogenleuchten vom Markt verschwunden sein. Dann darf es nur noch Energiesparlampen geben. Das heißt, wir alle müssen jetzt unsere Haushalte mit quecksilberhaltigen und -freisetzenden Energiesparbirnen spicken.

Angeblich eine gute Sache, weil dadurch Energie gespart und die Klimakatastrophe bekämpft wird.

 

Nach dem Genuß des außergewöhnlich spannenden und mitreißenden Films "Bulb Fiction", inszeniert vom Tiroler Christoph Mayr, produziert von Andreas Payer und Thomas Bogner (Plastic Planet), kann man nichts anderes mehr glauben, als daß es sich dabei um ein Gemisch aus Dummheit und Lüge handelt - kurz gesagt, um ein Wirtschaftsverbrechen europäischer Dimension. Ein internationales Gaunerkartell bereichert sich demnach dank bedingungsloser Schützenhilfe seitens der EU mit selten gesehener Frechheit an jedem einzelnen Haushalt, und das dabei freigesetzte Quecksilber fressen sie auch noch in Indien.

Es gibt reichlich zu gewinnende Erkenntnisse in "Bulb Fiction". Energiesparlampen machen Menschen kaputt. Greenpeace leckt die Stiefel von Konzernen. Die Leuchtmittelindustrie hat sich schon vor Jahrzehnten darauf geeinigt, die Lebensdauer klassischer Glühbirnen von möglichen 150.000 Stunden absichtlich auf unter 1.000 Stunden zu senken.

Und nun ist es ihr gelungen, den Leuten giftige Lampen aufzuzwingen, die ein mieses, häßliches Licht ausstrahlen und für deren Endlagerung es keine Lösung gibt, weil sie genauso problematisch sind wie Atommüll. Nicht zuletzt zeigt einem diese gewissenhaft recherchierte Dokumentation, wie im EU-Parlament Gesetze beschlossen werden. Da steht einem das letzte Haar zu Berge.

 

In grauer Vorzeit wurden Leute, die behaupteten, politische Organisationen wie das EU-Parlament wären nichts anderes als Institutionen, die für Geld Verbrechen an der Menschheit legitimierten, als Verschwörungstheoretiker belächelt. Aber die Verschwörung ausbeuterischer und gewissenloser Elemente ist im Kapitalismus die einzige Konstante.

Wer das immer noch nicht kapiert hat und tatsächlich heute noch glaubt, in Brüssel werde an einer besseren Welt gearbeitet, den kann man im Fahrwasser von Filmen wie "Bulb Fiction" nur noch eines heißen: einen Sautrottel.

Klaus Hübner

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Bulb Fiction

ØØØØØ

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Österreich 2011

90 Min.

 

Regie: Christoph Mayr

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Kommentare_

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Edeltraud - 19.09.2011 : 21.17
bravo, herr hübner, sehr gut formuliert! leider ist 2016 schon beängstigend nahe ...
Marcus Stöger - 19.09.2011 : 23.28
Der Irrwitz um jene sogenannten "Energiespar"-Birnen ist evident; hier erweist sich die (von Vielen eigentlich gut gemeinte) EU als ebenso erbärmlicher wie - im definitiven Wortsinne - gemeingefährlicher Handlanger industrieller Interessen. Daß aber neben Edisons Erfindung obendrein die bis heute energieeffizientesten und besten Lampen (was nicht zuletzt Farbtemperatur und Lichtqualität betrifft), nämlich die Halogenleuchten (!) abgeschafft werden, war mir neu.
Mit Entsetzen (auch über meine eigene Ahnungslosigkeit) mußte ich es soben unter "http://www.lighting.philips.com/de_de/consumer/home_lighting/eu_richtlinie_lampen/gesetz.php?main=de_de_consumer_lighting&parent=89083467512&id=de_de_home_lighting&lang=de" nachlesen: Was tatsächlich außer der "Glühbirne" klammheimlich noch so alles verboten wird, ist schier unglaublich - zumal die uns derzeit progressiv aufgezwungenen Abkömmlinge der Neonröhren technisch nicht im mindesten geeignet sind, jene Einsatzbereiche abzudecken.
Ich bin gewiß kein Freund pubertärer Revolutionsparolen. Wenn jedoch eine zentralistische Organisation im Kleinen ebenso wie im Großen (Stichwort: Euro-Währung) permanent versagt und weitgehend gegen die Interessen der Untergebenen (vulgo: Wähler) agiert, ist die Ahnungslosigkeit ihrer Vertreter keine Entschuldigung mehr. So gesehen bleibt mir - schweren Herzens - nur zu wünschen, daß die angebliche, von "den Märkten" herbeigeredete Pleite Griechenlands zur raschen Auflösung des EWG-Nachfolgers EU führt.
Damit vielleicht dereinst der Weg zu einer echten Europäischen Union freiwird, die nicht von Konzernen geleitet ist.
Roman - 05.11.2011 : 20.41
Kann mich über die radikal zustimmende Filmkritik nur wundern. Wieso wird dem Film zu 100% ohne Widerrede zugestimmt ?

Ich zweifle massiv an der Redlichkeit des Produzenten und Regisseurs der ein populistisches Thema aufgreift um seine Taschen zu füllen. Wenn nicht wäre er wohl auch die Vorteile der neuen Lampen und des Verbotsgesetzes eingegangen wie bsp. 1/5 Stromverbrauch = Klimaschutz und letztlich auch Umweltschutz wegen weniger Stromproduktion, Technologiebeschleunigung auch für LED Lampen und Co, usw. usf.

Hier noch der ein test der aktuellen Energiesparlampen von deutschen Konsumentenschutzmagazin "test":
http://www.test.de/themen/umwelt-energie/test/Sparlampen-Testsieg-fuer-LEDs-4269907-4269941/
Klaus Hübner - 06.11.2011 : 09.08
Das gibt's nicht: "seine Taschen füllen" labert der, wo jede Made weiß, dass Filmemacher nie Kohle haben, während das Lampenindustriekartell sich mit der EU arrangiert, um jeden einzelnen EU-Haushalt abzuzocken. Und dann noch "Klimaschutz". Voll der Propaganda aufgesessen. Da ist nicht zu helfen.
Mediatus - 15.05.2012 : 09.18
Sorry - aber das Klischee vom armen, aber redlichen und nur dem "Guten" und "Wahren" verpflichteten Fimemacher akzeptiere ich nicht. Der Film wurde und wird ausgesprochen professionell vermarktet und setzt dabei auf alle klassischen und neuen PR-Tools (Web 2.0) und Social Networking. Wenn man sich Finanziers des Filmes ansieht, weiß man auch, dass die Sache auf stabilen Füßen steht. Die Filmemacher haben ihren Streifen mit einer klaren "Mission" gedreht. Sie wollten "beweisen", dass der von der EU beschlossene Glühlampenausstieg politisch korrumpiert, energiepolitisch sinnlos sowie gesundheitlich und umweltmäßig schädlich sei. Die Auswahl und Darstellung der Interviewpartner, die Selektion durch den Schnitt, die Emotionalisierung und die "Wahrheit" der Informationen folgt diesem Ziel. Man sollte solche Filme nicht (medien)unkritisch ansehen. Das ist keine Wissenschaftssendung im Schulfunk. Es ist ein politisches Statement, das auf einer insbesondere in Österreich vorhandenen Anti-EU / Anti-Politiker-Haltung (festzgemacht insbesondere zum Glühlampenverbot) mitschwimmt, zu der Kameramann M. Gieselmann durch diverse Zeitungsartikel zuvor sogar selbst beigetragen hatte. Streng genommen erfüllt der Film alle Kriterien von Propaganda.

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