Video_Wendigo
Duracell-Hase mit Hirschgeweih
Ein alter Indianermythos reicht noch lange nicht aus, um einen guten Film zu produzieren. Larry Fessenden hat´s trotzdem probiert.
20.01.2003
Die Legende vom Wendigo, einer Art Naturgeist, der in den amerikanischen Wäldern herumstreift, ist schon vielmals in Film und Literatur beschrieben worden. Der amerikanische Horrorregisseur Larry Fessenden hat sich dieses Stoffes nun angenommen und daraus einen Spielfilm gebastelt, dem man als Produktionsbudget maximal $ 2,50 zutraut. Die Story beginnt absurd: Ein Ehepaar auf Wochenendurlaub am Land bleibt im ungefähr 2 cm tiefen Schnee stecken und ruft den Abschleppdienst, obwohl wahrscheinlich sogar der achtjährige Sohn allein im Stande wäre, den Wagen auf die Straße zu ziehen. In diesem Moment kommen drei Wilderer am Auto vorbei, die - wie alle Landbewohner - etwas zurückgeblieben sind und vor allem Stadtmenschen gegenüber feindlich gesinnt sind. Sie beginnen Streit und verfolgen die Familie während der nächsten Tage auf Schritt und Tritt. Am Ende wird der tapfere Vater beim Rodeln von einem der drei Unholde auch noch erschossen. Warum? Das bleibt leider ein Geheimnis. Um mehr Mystik zu erzielen, fehlen natürlich auch nicht ein paar geisterhafte Indianer, doch die Krone dieser Filmschöpfung ist eindeutig der Wendigo selbst: Was er mit all dem Geschehen zu tun hat, wird man wohl nie erfahren, doch er sieht aus wie ein Duracell-Hase, dem man ein großes Hirschgeweih aufgesetzt hat. Soll man noch erwähnen, daß die deutsche Synchronisation eine Katastrophe ist? Nein, wozu - denn das ist bei diesem Film dann wirklich auch schon egal.
Walter Robotka
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