Beth Gibbons & Rustin Man - Out of Season
ØØ
Go Beat/Universal (UK 2002)
Musik ist eine Saisonveranstaltung. Wer seine jungen und lauten Rock´n´Roll-Jahre hinter sich hat, wähnt sich oft schon in der ruhigeren Jahreszeit des Lebens. Das ist erstens falsch und zweitens der Grund, warum man sich dann auch mit ödem Gedudel zufriedengibt. 23.12.2002
Junge Menschen, die in ihren Zwanzigern gern experimentelle Musik hören, entdecken oft mit Beginn des dritten Lebensjahrzehnts eine Vorliebe für angenehme, ruhige und schöne Klänge. Von Dakota Suite, Belle And Sebastian oder den Eels wird da geschwärmt - und das vorliegende Album gehört genau in diese Kategorie.
Beth Gibbons wurde als Sängerin der TripHop-Stars Portishead bekannt. Sie sieht langweilig aus und macht seit jeher einschläfernde und uninteressante Musik. Hinter dem Namen Rustin Man verbirgt sich kein Geringerer als Paul Webb, ehemaliges Mitglied der exzellenten Popband Talk Talk. Auch er sieht im Jahr 2002 langweilig aus und trägt große Mitverantwortung für das Album "Out Of Season". Von "Vogue" bis "Wire" wird einem das gute Stück als die Erneuerung der Musik entgegengeschleudert, wird zum Album des Jahres gekrönt und mit Becks letztem Longplayer verglichen, den es natürlich um Längen übertreffen soll. In Wirklichkeit finden sich auf der Platte fast ausnahmslos folkig angehauchte Hippiesongs, die in Arrangement und Stimme oft quälend an die unsägliche Janis Joplin gemahnen. Die beste Nummer auf dem Album, "Drake", erinnert zu Beginn frappant an Neil Youngs "Harvest Moon"; doch warum soll man sich mit dieser Platte eigentlich aufhalten, wenn es Künstler wie Johnny Cash, Smog oder Jim O´Rourke gibt, die solche Musik wirklich gekonnt beherrschen?

Beth Gibbons & Rustin Man - Out of Season
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Go Beat/Universal (UK 2002)
Die Düsseldorfer Elektroniklegenden haben offensichtlich von den vielen Raubpressungen die Nase voll und bringen endlich ein offizielles Live-Album auf den Markt.
Eine wiederauferstandene deutsche Kultband zeigt den Jungspunden, wo der Bartel den Most herholt. Diesmal nicht nur auf Kassette.
Wie ein Berserker bastelt Steve Stapleton an seinem Klanguniversum - und schiebt drei neue Werke nach.
Zwei Damen liefern ein wunderbares Beispiel dafür ab, was man an klassischer Avantgarde alles hassen kann.
Die Edition Phantasia legt mit "Esswood House" eine seltene Novelle des renommierten Horror-Autors erstmals in ungekürzter Form auf.
Ambient, die x-te: ein weiteres angenehmes Album voller wabernder Elektronik-Sounds reiht sich nahtlos in eine lange Liste ein.
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