Cato Salsa Experience - The Fruit Is Still Fresh
ØØØØ 1/2
Garralda (Norwegen 2003)
Wieder Skandinavien. Wieder trendig geschwungene Gitarren, die Sound-mäßig ihre kleine Nische finden. Hört das nie auf? 10.03.2004
Eigentlich wollten Cato Salsa Experience ihr Album nach dem zweiten Song, "Awaiting The Bash", benennen - und sich nicht bloß eine Textzeile daraus für den Titel ausborgen. Aber dann wurden sie sich doch noch rechtzeitig der in der Tonträgergeschichte zur Genüge erwiesenen Abkürzungstendenz bewußt. Ganz ehrlich: Es plagt sich doch kaum jemand im Gespräch damit ab, an "Sgt. Pepper" noch "Lonely Hearts Club Band" dranzuhängen. Auf das Album der vier Norweger umgemünzt, wird aus solch einer maulfaulen Reduktion ein wenig schmeichelhaftes Kompliment, gleicht die Aussprache von "Bash" doch der kindhaften Bezeichnung für ein Stoffwechsel-Endprodukt. Selbst eingedenk der Tatsache, daß die Stärken von Cato (alles bloß kein) Salsa Experience nach wie vor auf Konzertbühnen mit möglichst großem Auslauf liegen, wäre die ursprüngliche Titelwahl in ihrer Kurzform ein krasses Fehlurteil. Doch genug der sprachlichen Analyse, die wahrscheinlich eh nur Experten interessieren wird.
Verglichen mit dem Vorgängeralbum "A Good Tip For A Good Time" ist es der Band zwar besser, jedoch noch immer nicht vollends gelungen, die Spritzigkeit ihrer Auftritte auf CD zu bändigen. Doch wenn schon als Dosenkost vertilgt, dann bitte in edlem Vinyl, anstatt das famose Cover im Kleinformat auf schnöde Silberlinge klappen zu lassen.
Wie auch immer: Die Norsker haben auf "The Fruit Is Still Fresh" definitiv wohlportionierten "Rock´n´Soul" gepackt. Oft schlägt der Beat kräftig durch wie in "Lovesick" und bringt den Kreislauf in Schwung, ein andermal reicht es wie in "Handsome Hank in the City" gerade zum taktgenauen Mitnicken.
Ohne Umwege aber führen Cato Salsa Experience in beiden Fällen zur guten Laune.

Cato Salsa Experience - The Fruit Is Still Fresh
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Garralda (Norwegen 2003)
Thomas Hansen hat den Heiligenschein wieder hervorgeholt und aufpoliert. Der Norweger nimmt sich Zeit zum Erzählen von Geschichten, die der Nachdenklichkeit genug Raum und der Melodie ausreichend Auslauf bieten, um in Schwung zu kommen.
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Für ihre Ausdauer beschenken sich die Lassos mit eigenen Songs und legen nach elf Jahren Band-Geschichte ihr drittes Album vor. Motto: wie früher, aber anders.
Melodienmangel und Ideenlosigkeit sind für ihn ebenso Fremdwörter wie Schreibblockaden. Auf seinem aktuellen Album übt Will Oldham sich in der Kunst des Loslassens.
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Es war einmal ein Songwriter, der auf der Suche nach Musikern und einem passenden Namen in Hollywood fündig wurde. Wo ließe sich Erfolg auch besser lernen?
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