Emmerhoff & The Melancholy Babies - If This Darkness Lingers
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Bauta/Cargo/Tuba (Norwegen 2003)
Ein Hauch von Prärie erfrischt nicht nur das Song-Werk amerikanischer, sondern auch nordeuropäischer Bands. 11.02.2004
Madrugada legten mit "Industrial Silence" 1999 einen Blitzstart hin. Die Tour zum Albumdebüt führte sie bis an den äußeren Rand der Heimat in die für den unterkühlten Sound passende Umgebung, nach Spitzbergen. Etwa zur gleichen Zeit verpaßte eine andere Band ihrem Erstling, "Viva Revenge", den Feinschliff. Während das Ausland aber alsbald seine Aufmerksamkeit auf die mollgestimmten Madrugada-Musiker warf, mußten Emmerhoff & The Melancholy Babies weiter als nationaler Geheimtipp dahindümpeln - und das, obwohl sie aus der gleichen schattigen Ecke stammen. So ungerecht kann es zugehen.
Mittlerweile liegt mit "If This Darkness Lingers" das dritte Album der Bergenser vor. Die Mischung - Country und Rock, Prärie und Eiswüste - ist seit Gründung der Band die gleiche geblieben, doch schreibt Sänger Gunnar Emmerhoff die Songs mittlerweile vom Kreuzungspunkt der beiden bevorzugten Stilrichtungen aus. Spitz hervorragende Ausbrüche fehlen. Tatsächlich wirkt das Album in seiner vollen Länge freundlicher und wärmer als noch sein Vorgänger "Loosebox"; die Melancholie klingt heller, und auch die Dunkelheit scheint nicht mehr so absolut.
Eindeutige Höhepunkte sind schwer zu benennen - vielleicht der Heilung versprechende Opener "Caravanserai"? Oder "Dark Horse" als Ode an das Banjo? Der Schlagbohrer "Hammered Down"? Es ist müßig, diese Überlegungen hier weiterzuführen, denn die eigentliche Stärke dieser Platte liegt in ihrer Ausgewogenheit.
Übrigens: Emmerhoff & The Melancholy Babies gehen im März auf Europa-Tour und machen dabei unter anderem am 20 März im Sublime/Aflenz Halt. Weitere Konzertdaten finden Sie auf der Band-Website.

Emmerhoff & The Melancholy Babies - If This Darkness Lingers
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Bauta/Cargo/Tuba (Norwegen 2003)
Thomas Hansen hat den Heiligenschein wieder hervorgeholt und aufpoliert. Der Norweger nimmt sich Zeit zum Erzählen von Geschichten, die der Nachdenklichkeit genug Raum und der Melodie ausreichend Auslauf bieten, um in Schwung zu kommen.
Seit 2002 geben vier Schwedinnen leise Laute von sich. Schlicht und bescheiden schwelgen sie in wohliger Traurigkeit, um gleich darauf mit einem Hochgefühl aufzuerstehen.
Für ihre Ausdauer beschenken sich die Lassos mit eigenen Songs und legen nach elf Jahren Band-Geschichte ihr drittes Album vor. Motto: wie früher, aber anders.
Melodienmangel und Ideenlosigkeit sind für ihn ebenso Fremdwörter wie Schreibblockaden. Auf seinem aktuellen Album übt Will Oldham sich in der Kunst des Loslassens.
Die Schweden machten nicht nur durch ihre Musik, sondern auch durch rotzfreche Vergleiche auf sich aufmerksam. Der naive Übermut ist weg - aber goschert sind sie heute noch.
Es war einmal ein Songwriter, der auf der Suche nach Musikern und einem passenden Namen in Hollywood fündig wurde. Wo ließe sich Erfolg auch besser lernen?
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