Hope Of The States - The Lost Riots
ØØØ 1/2
Sony (GB 2004)
Leise Töne der bombastischen Sorte liefert diese britische Band. Nur: Wenn in diesem Album die Hoffnung liegt, dann kann die Lage nicht besonders dramatisch sein.
04.08.2004
Kein Wunder, daß die Aufstände aus dem Albumtitel "The Lost Riots" verlorengingen. Ein nachdenkliches Klavier und sanfte Saitenbehandlung als Melodienunterlage allein genügen halt nicht, um eine Revolte erfolgreich anzuführen.
Hope Of The States setzen auf ihrer aktuellen Platte nicht gerade zum großen Sprung an. Die Eigenarten der Band sind zu schwach ausgeprägt, als daß sie sich auf Dauer vom Gros der vorsichtig auf der emotionalen Welle schwimmenden Kollegen abheben könnte. Fischt man wenige Takte heraus, um auf die Suche nach dem Merkmalen der Musik der aus dem englischen Chichester stammenden Gruppe zu gehen, stößt man schon in diesem Substrat auf eine vorwärtsfließende Komposition jenseits der Impulsivität. Teilweise, wie bei "The Red the White the Black the Blue" oder "George Washington", klopft eine gewisse Aufgeregtheit an, die die Stimme des Sängers auch markanter, weil kantiger in Form preßt.
"The Lost Riots" setzt auch deshalb nicht zum Sprung an, weil die Musiker das eben in den Stücken zu umgehen versuchen. Kein zackiges Ende schneidet die Songs ab, sondern sich aufbauschendes Instrumentaltreiben wiederholt sich, bis der Nummer die Luft ausgeht. Dabei verstricken sich die Songs mitunter in Theatralik ("Me Ves 4 Sufres"), sodaß sie besser auf eine Musiktheaterbühne als zu einem Clubkonzert passen würden. Kommt ein wenig mehr Schwung in die Sache - wie bei "Sadness of My Back" -, dann kriegt das ansonsten gemächliche Plätschern durch ein härteres Greifen in die Tasten Struktur. Das anschließende "Nehemiah" schafft ähnliches mit einer Anspannung der Rhythmusgitarren und einem Freischaufeln der Drums.
Über eine Stunde guter Musik soll auf "The Lost Riots" geliefert werden - doch tatsächlich hört sich das Album wegen der Wiederholungen und Variationen in den Song-Ausläufen an, als hätte man hier Zeit schinden wollen. Das ist gut, wenn man sich aufgehoben fühlen und ein wenig in Trance schunkeln lassen möchte, doch nicht gut genug, um sich auf Dauer einen prominenten Platz in Playlists und Favoritenreihungen zu sichern.

Hope Of The States - The Lost Riots
ØØØ 1/2
Sony (GB 2004)
Thomas Hansen hat den Heiligenschein wieder hervorgeholt und aufpoliert. Der Norweger nimmt sich Zeit zum Erzählen von Geschichten, die der Nachdenklichkeit genug Raum und der Melodie ausreichend Auslauf bieten, um in Schwung zu kommen.
Seit 2002 geben vier Schwedinnen leise Laute von sich. Schlicht und bescheiden schwelgen sie in wohliger Traurigkeit, um gleich darauf mit einem Hochgefühl aufzuerstehen.
Für ihre Ausdauer beschenken sich die Lassos mit eigenen Songs und legen nach elf Jahren Band-Geschichte ihr drittes Album vor. Motto: wie früher, aber anders.
Melodienmangel und Ideenlosigkeit sind für ihn ebenso Fremdwörter wie Schreibblockaden. Auf seinem aktuellen Album übt Will Oldham sich in der Kunst des Loslassens.
Die Schweden machten nicht nur durch ihre Musik, sondern auch durch rotzfreche Vergleiche auf sich aufmerksam. Der naive Übermut ist weg - aber goschert sind sie heute noch.
Es war einmal ein Songwriter, der auf der Suche nach Musikern und einem passenden Namen in Hollywood fündig wurde. Wo ließe sich Erfolg auch besser lernen?
Kommentare_