NUD - Stuck Between Rock And A Hard Place
ØØØ 1/2
Little Label/Ixthuluh (Norwegen 2003)
Kann Norwegen noch ein Indie-Label vertragen? Daniel Nordgaard und Hans Christian Jacobsen wagen den Versuch - und testen die Haltbarkeit von Little Label gleich selbst. 09.06.2004
Die insgesamt fünfköpfige Band NUD aus Kristiansand in Südnorwegen sieht ihr Debütalbum zwischen zwei oder mehr Polen ausgerichtet. In aller Länge und Eigenwilligkeit nennt es sich "Stuck Between Rock And A Hard Place", aber das ist wiederum ein ungenügender Erklärungsversuch der Dinge, die da des Hörers harren. Tatsächlich produziert die Band ihre Lieder als Folge der verzweigten Vorlieben der Mitglieder im Schnittpunkt mehrerer musikalischer Linien. Der Unwille, sich stilistisch zu beschränken, vereint unter dem Stichwort "Inspiration" Old-School-HipHop, Elektronisches, Funk und Jazz, wobei auch Einflüsse aus dem Indie-Bereich nicht fehlen dürfen. NUD selbst meinen, ihre Songs müßten Fans von Radiohead, Rage Against The Machine, Kid Loco, Air und/oder Faith No More gleichermaßen zur Unterhaltung genügen.
Eine einvernehmliche Aufteilung der elf Stücke (inkl. Sound-Beispiel-Erklärungs-Intro mit eingefügter Band-Vorstellung) vorausgesetzt, mag das klappen. Logische Übergänge zwischen Sprechproben und verträumter Elektronik mit Effekteinschüben werden ausgespart. Fehlende Verbindungen lassen das Debüt indes weder zerstückelt noch holprig wirken; vielmehr bleibt einen Tonträger lang die Überraschung gewiß. "A Song for Simon" ist bleichgesichtigen Samtliebhabern empfohlen und setzt die theatralisch schneidende Stimme der Sängerin ins rechte Kerzenlicht. Von Morcheeba zu Within Temptation und dergleichen in null Komma nix. "Am I Asleep" führt den gesponnenen Faden zwar weiter, versucht aber auch einen Identitätswechsel durchzusetzen. Statt einer eigenständigen Komposition fände es sich lieber als dramatische Gedichtvertonung zurecht. In Samplereien und relativ reduziertes Gitarrengezupfe verirrt sich "Life". Kein Stimmband überschlägt sich hier in Zeitlupe wie bei "So Many Changes, No Happy Faces", allein die Melodie hält sich schmal.
Von mystisch über verträumt bis zu realitätsnahen Ecken und Kanten - NUD haben Unterschiede zu einer Einheit aus funktionierenden Einzelteilen verbunden. Noch fehlt allerdings die durchgängige Band-Besonderheit, also jene Extravaganzen, in denen sich das Interesse jederzeit verhaken kann und die einzelne Songs Single-würdig herauszuschälen vermögen. Man darf gespannt sein.

NUD - Stuck Between Rock And A Hard Place
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Little Label/Ixthuluh (Norwegen 2003)
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