NormanOak - Born A Black Diamond
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Secretly Canadian/Cargo (USA 2004)
Studiozeit will gut genutzt sein - dachte Chris Barth wahrscheinlich und nahm deshalb gleich zwei Alben zugleich auf. "Born A Black Diamond" ist trotzdem keine halbe Sache. 20.07.2004
In den Aufnahmepausen zum aktuellen Album seiner Band The Impossible Shapes - "We Like It Wild" - schnappte sich Sänger Barth Gitarre und gerade herumstehende Freunde, um an seinem Debüt als NormanOak zu arbeiten. In Sachen Namenserklärung muß man zu (eigens dafür?) gebildeten Mythen greifen: NormanOak besitzt wie ein sehr seltsamer Superheld die Eigenschaft, seine Erscheinungsform zu ändern - vom Gletscher zum Koyoten und später zum Specht.
Die Musik des Projekts ist ebenso konstant wie wandelbar - und nein, das widerspricht sich nicht. Die ausdauerschwachen Stücke (14 Songs dauern insgesamt nur 32 Minuten) türmen beileibe keine überflüssigen Klangschichten auf, und Barths spröde Singweise wird auch nicht durch ein Zuviel an instrumentalem Unterbau verschlammt. Er bleibt stets direkt und überbrückt die Distanz vom Tonträger zum Hörer. Die einem intimen Club-Konzert nachempfundene Unmittelbarkeit mag wohl von der Aufnahmetechnik herrühren. Barth beweist sein Gefühl für Melodien, die einen schiefen Ton auch mal grade sein lassen, da jeder Saitenanschlag, jeder Nebenlaut dann doch an der richtigen Stelle sitzt.
"It´s Impossible" trommelt sich tapfer vorwärts und wirkt beim Versuch, sich im Geschepper zu verstecken, beinahe bieder und angestrengt; dazu wird leicht dissonant die Gitarre gezupft. Die Stimme wiederum schraubt sich an den textlich vorgesehenen Stellen (der Koyote ...) in entsprechend gejaulte Höhen. Und das alles liest sich in einer Rezension vielleicht etwas bizarr, schließt sich auf CD jedoch tatsächlich zu einem bezirzenden Beweisstück dafür zusammen, daß Musik, die zu gefallen weiß, nicht durch Überproduktion auf Gefälligkeit getrimmt werden muß.

Thomas Hansen hat den Heiligenschein wieder hervorgeholt und aufpoliert. Der Norweger nimmt sich Zeit zum Erzählen von Geschichten, die der Nachdenklichkeit genug Raum und der Melodie ausreichend Auslauf bieten, um in Schwung zu kommen.
Seit 2002 geben vier Schwedinnen leise Laute von sich. Schlicht und bescheiden schwelgen sie in wohliger Traurigkeit, um gleich darauf mit einem Hochgefühl aufzuerstehen.
Für ihre Ausdauer beschenken sich die Lassos mit eigenen Songs und legen nach elf Jahren Band-Geschichte ihr drittes Album vor. Motto: wie früher, aber anders.
Melodienmangel und Ideenlosigkeit sind für ihn ebenso Fremdwörter wie Schreibblockaden. Auf seinem aktuellen Album übt Will Oldham sich in der Kunst des Loslassens.
Die Schweden machten nicht nur durch ihre Musik, sondern auch durch rotzfreche Vergleiche auf sich aufmerksam. Der naive Übermut ist weg - aber goschert sind sie heute noch.
Es war einmal ein Songwriter, der auf der Suche nach Musikern und einem passenden Namen in Hollywood fündig wurde. Wo ließe sich Erfolg auch besser lernen?
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