Peter, Bjorn & John - Peter, Bjorn & John
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Beat That!/Energy Rekords (Schweden 2002)
Nicht nur die Vielzahl der hörenswerten skandinavischen Bands ist ungewöhnlich, auch die Summe der Nebenprojekte erweckt einige Verwunderung... 19.03.2004
Das unverkrampfte Musikverständnis von Peter, Bjorn & John zeigt sich allein schon im - gleichzeitig als Albumtitel gebrauchten - Mehrweg-Bandnamen. Bei dem Trio aus Schweden sammeln sich auf der Habenseite kredible Namen wie etwa Peaux (John Eriksson) oder die Caesar´s (Palace), zu deren erweitertem Mitgliederkreis Björn Yttling gehört.
Auch wenn Auszucker wie "Jerk It Out" hier fehlen, ist der Sound von Peter, Bjorn & John hörbar in der Nachbarschaft der Cäsaren gereift. Doch so fein und gefällig die Weisen des gemeinsamen Albumdebüts auch sind, eines machen sie nicht vergessen: Peter Morén hat sich dieser zehn Stücke wegen aus der innerschwedischen Powerpop-Größe The Plan verabschiedet, womit diese gehörig ins Straucheln kam. Grund genug, um trotzig die Bewertung gleich im voraus um mindestens einen Punkt herabsetzen zu wollen. Nur hält dieser mißgünstige Vorsatz angesichts der ungeheuren Lässigkeit, mit der Songs wie "I Don´t Know What I Want Us to Do" oder "People They Know" losgelassen werden, nicht besonders lange.
Lächelnd drehen die drei Musiker ihr eigenes Ding. Björn zum Beispiel legt an den Tonträger seine durch die Arbeit mit Nicolai Dunger oder Moneybrother geschulte Produzentenhand an; daneben wird das bandeigene Label noch als Teil von Beat That! positioniert. Woran sie allerdings noch zu feilen haben, ist ihre Ausdauerleistung. Bewegt sich nämlich die Laufzeit eines Songs wesentlich jenseits der drei Minuten-Grenze, so nehmen mit zunehmender Länge Spannung und Schwung ab. Bei "From Now On" wandelt sich der lockere, charmante Popsound auf diese Art zur schlabbrigen Ballade. Und damit verfehlen P, B & J zwar nicht das Klassenziel, schrammen aber an ihren Stärken vorbei. Beat That! heißt nämlich Beat That!, weil... Na eben.

Peter, Bjorn & John - Peter, Bjorn & John
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Beat That!/Energy Rekords (Schweden 2002)
Thomas Hansen hat den Heiligenschein wieder hervorgeholt und aufpoliert. Der Norweger nimmt sich Zeit zum Erzählen von Geschichten, die der Nachdenklichkeit genug Raum und der Melodie ausreichend Auslauf bieten, um in Schwung zu kommen.
Seit 2002 geben vier Schwedinnen leise Laute von sich. Schlicht und bescheiden schwelgen sie in wohliger Traurigkeit, um gleich darauf mit einem Hochgefühl aufzuerstehen.
Für ihre Ausdauer beschenken sich die Lassos mit eigenen Songs und legen nach elf Jahren Band-Geschichte ihr drittes Album vor. Motto: wie früher, aber anders.
Melodienmangel und Ideenlosigkeit sind für ihn ebenso Fremdwörter wie Schreibblockaden. Auf seinem aktuellen Album übt Will Oldham sich in der Kunst des Loslassens.
Die Schweden machten nicht nur durch ihre Musik, sondern auch durch rotzfreche Vergleiche auf sich aufmerksam. Der naive Übermut ist weg - aber goschert sind sie heute noch.
Es war einmal ein Songwriter, der auf der Suche nach Musikern und einem passenden Namen in Hollywood fündig wurde. Wo ließe sich Erfolg auch besser lernen?
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