Planet Superfly - The Play of Shine and Shade EP
ØØØØ 1/2
Eigenverlag (Schweden 2004)
Vermengt man Black Sabbaths "Planet Caravan" mit Curtis Mayfields "Superfly", entsteht ein neuer Band-Name. Einen Hinweis auf die Musik bleibt die Mischung aber schuldig. 14.12.2004
Nüchtern betrachtet ist der Sound von Planet Superfly in dauervibrierende Gitarren samt schwappendem Baß und wattierten Trommelschlägen teilbar. Ist bei der Einschätzung dieser Band aber tatsächlich eine nüchterne Betrachtungsweise möglich? Nein, denn das verhindern die Musiker selbst durch die Ausformung ihrer Songs.
"The Play of Shine and Shade" hebt ab zu psychedelischen Höhen, um den Hörer spätestens im letzten der vier EP-Stücke in einer "Beclouded View" aufzufangen. Das schwedische Quartett verdichtet die ausladenden Melodien zu einer Sinnesumnebelung. Aus dem Lautsprecher quillt die Tonberauschung. Inspirieren lassen sich die vier Linköpinger - über die Jahrzehnte hinweg - von den britischen Psychedelikern der späten Sechziger. Nicht zuletzt die Herkunft der Band legt auch ein anderes Vorbild nahe: Vergleiche mit Soundtracks Of Our Lives in ihren entrücktesten Momenten drängen sich auf.
Das schmeichelt Planet Superfly zwar einerseits und schiebt sie auch in das für sie passende musikalische Eck. Gerecht wird es den Planetariern aber nicht, versprühen sie doch ein höheres Maß an Lebensfreude als ihre bekannteren Landsmänner. Das mag vielleicht daran liegen, daß die Musiker der Band um einiges jünger sind.
Von jugendlichem Überschwang wurden sie bei den Aufnahmen allerdings nicht zu Hast und Leichtsinn verleitet. Gut Ding braucht Weile, Beschlüsse sollen nicht übereilt werden. Das Quartett hat sich ausgesprochen viel Zeit genommen, um "The Play of Shine and Shade" fertigzustellen, und weiß noch nicht, ob es sich für die Veröffentlichung ein Label suchen oder die Platte im Eigenverlag herausbringen soll. Im Laufe des im Dezember stattfindenden Live-Abstechers nach Österreich wird sie auf jeden Fall erhältlich sein.
Planet Superfly live:
17. 12.: Juz/Wolfsberg
18. 12.: Shelter/Wien

Planet Superfly - The Play of Shine and Shade EP
ØØØØ 1/2
Eigenverlag (Schweden 2004)
Thomas Hansen hat den Heiligenschein wieder hervorgeholt und aufpoliert. Der Norweger nimmt sich Zeit zum Erzählen von Geschichten, die der Nachdenklichkeit genug Raum und der Melodie ausreichend Auslauf bieten, um in Schwung zu kommen.
Seit 2002 geben vier Schwedinnen leise Laute von sich. Schlicht und bescheiden schwelgen sie in wohliger Traurigkeit, um gleich darauf mit einem Hochgefühl aufzuerstehen.
Für ihre Ausdauer beschenken sich die Lassos mit eigenen Songs und legen nach elf Jahren Band-Geschichte ihr drittes Album vor. Motto: wie früher, aber anders.
Melodienmangel und Ideenlosigkeit sind für ihn ebenso Fremdwörter wie Schreibblockaden. Auf seinem aktuellen Album übt Will Oldham sich in der Kunst des Loslassens.
Die Schweden machten nicht nur durch ihre Musik, sondern auch durch rotzfreche Vergleiche auf sich aufmerksam. Der naive Übermut ist weg - aber goschert sind sie heute noch.
Es war einmal ein Songwriter, der auf der Suche nach Musikern und einem passenden Namen in Hollywood fündig wurde. Wo ließe sich Erfolg auch besser lernen?
Kommentare_