Musik_Simon Joyner - Lost With the Lights On

Das Licht am Ende des Tunnels

Es braucht nicht viel, um zu gefallen. Gutes Songwriting allein genügt. Aber ist das so einfach? Für Simon Joyner scheinbar schon - er veröffentlicht seine Alben im Jahrestakt.    29.03.2004

Da Joyner Anfang der Neunziger mit dem Plattenaufnehmen begonnen hat, hat sich mittlerweile eine Diskographie von überzeugender Länge angesammelt. Etwaige Befürchtungen, daß sich das beibehaltene Tempo verflachend auf seine Kompositonsgabe auswirken könnte, entkräften sich von selbst, sofern dem neuen Album "Lost With the Lights On" eine Chance gegeben wird. Mehr als dieses einen Hörversuchs bedarf es nämlich nicht, um dem Zauber der Einfachheit und schnörkellosen Direktheit zu erliegen; andernfalls sollte das eigene Herz schnellstens auf Rhythmusschwankungen untersucht werden.

Obwohl sich eine Handvoll Musiker mit ihren Saiteninstrumenten, Drums und Pianotasten in die Aufnahme mischen, ist von ihnen nicht viel mehr als ein sanfter Nachklang zu spüren. Der Gala-Auftritt auf "Lost With the Lights On" ist Simon Joyners Stimme vorbehalten. Flüssig erzählt, raunzt, heult, melancholisiert, hofft und zweifelt er seine wortreich-gewandten Geschichten vom Leben, das die Wunscherfüllung im Normalfall eher torpediert als gewährt. Simon nimmt´s zur Kenntnis, erlaubt sich aber dennoch, seine Träume höher als erlaubt anzusetzen, mag das Erwachen auch Narben mit sich bringen. "Flying dreams, I´ve got my own wings now/And I´m passing through a patch of clouds/The birds avoid me they know it´s wrong/To try and fly above where you belong" (aus "Flying Dreams”).

Die acht Songs im Geiste Leonard Cohens räkeln sich auf beinahe 50 Minuten und fordern auf, sich bei Gegenwind nicht duckmäuserisch kleiner zu machen, sondern stattdessen weiter aufrecht zu stehen und geradeaus zu sehen.

Bernadette Karner

Simon Joyner - Lost With the Lights On

ØØØØØ


Jagjaguwar/Cargo (USA 2004)

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Kommentare_

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