Sono - Solid State
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Universal (D 2002)
Aus dem Konservatorium zur populären Elektronik: Die Wege zum Synth sind unerforschlich - wie auch diese Band aus Deutschland auf erfreuliche Weise demonstriert. 11.11.2002
Sono ist ein äußerst erfreuliches neues Trio aus Hamburg, das sich aus drei klassisch ausgebildeten jungen Musikern zusammensetzt. Von ihrem Label Universal als die Zukunft des Pop gefeiert, werden sie andernorts gern als "advanced pop" tituliert. Ihre Musik ist reduziert, doch trotzdem groovy. Ein Schuß Depeche Mode (die vielleicht genau so klingen würden, wäre Frontman Dave Gahan nicht gar so gern Rockstar geworden), ein Tröpfchen Wolfsheim (ohne Bezug zum Gothic-Lifestyle), dazu noch eine Prise Dancefloor und House - und fertig ist das Sono-Süppchen. Heraus kommt angenehmer Synthie-Pop, zeitgemäß und ganz ohne Achtziger-Jahre-Wehmut, der sowohl DJ- als auch radiotauglich ist, und das ist gar nicht einmal so wenig.
Wenn man bedenkt, wie die meisten Elektropop-Kollegen entweder als Retro stigmatisiert werden oder ihr Dasein ausschließlich in den Discos dieser Welt fristen, so kann man den drei jungen Hamburgern zu ihrer gelungenen Gratwanderung nur gratulieren. Glücklicherweise fehlt bei Sono auch dieser unangenehme Pseudo-Intellektuellen-Touch, der einem sonst so viele neue deutsche Popmusik vergällt. Stattdessen finden sich auf ihrem Debütalbum 13 Tracks, die allesamt gelungen sind, und der Erstauflage des guten Stücks wurde sogar noch eine DVD beigelegt, die die drei Videos der Single-Auskopplungen beinhaltet, sowie ein nettes "Making of" und eine Fotogalerie. Alles in allem ein rundum gelungenes Werk.

Die Düsseldorfer Elektroniklegenden haben offensichtlich von den vielen Raubpressungen die Nase voll und bringen endlich ein offizielles Live-Album auf den Markt.
Eine wiederauferstandene deutsche Kultband zeigt den Jungspunden, wo der Bartel den Most herholt. Diesmal nicht nur auf Kassette.
Wie ein Berserker bastelt Steve Stapleton an seinem Klanguniversum - und schiebt drei neue Werke nach.
Zwei Damen liefern ein wunderbares Beispiel dafür ab, was man an klassischer Avantgarde alles hassen kann.
Die Edition Phantasia legt mit "Esswood House" eine seltene Novelle des renommierten Horror-Autors erstmals in ungekürzter Form auf.
Ambient, die x-te: ein weiteres angenehmes Album voller wabernder Elektronik-Sounds reiht sich nahtlos in eine lange Liste ein.
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