The Brimstone Solar Radiation Band - The Brimstone Solar Radiation Band
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Big Dipper/Cargo (Norwegen 2004)
Die Norweger mausern sich. Als Brimstone veröffentlichten sie eine nunmehr längst vergriffene EP. Auf ihrem Albumdebüt erweist sich das Quartett in jeder Hinsicht gewachsen. 21.06.2005
Bergen gab einer wieder populär gewordenen musikalischen Strömung den Namen. Daß Quiet the new loud ist, war sich nicht nur den Kings of Convenience bewußt. Songwriter aus allen Ecken des sich lang und schmal ausstreckenden Landes suchten die ehemalige Hansestadt heim, um an der Westküste des Königreichs zum kreativen Miteinander zu finden. Aus diesem eher sanftmütigen Rahmen fällt die Brimstone Solar Radiation Band heraus. Leise verhalten sie sich so rein gar nicht, obwohl man meinen könnte, sie hätten ihr Intensitätspotential durch maßvolle Zurückhaltung zu der auf Vinyl und Silberscheibe vorliegenden Form mit Vorsatz abgerundet. In jedem Ton und jeder Silbe, ebenso aber auch zwischen den Zeilen wird spürbar, daß diese Band zulegen kann und die Stücke dadurch an Kraft zusetzen werden. Was nun wiederum nicht bedeuten soll, dass The Brimstone Solar Radiaton Band muskelschwach wäre. Weit gefehlt.
Manchmal gibt es jedoch Alben, die beim Abspielen mehr als nur funktionieren, sondern es verstehen, mitzureißen und zu begeistern. Dadurch tragen sie gleichzeitig das Versprechen der weiteren Entfaltung bei der Liveaufführung unausgesprochen in ihrem Kern. Brimstone lassen keinen Zweifel daran, dies auch tatsächlich einlösen zu können. Vergleiche mit Bands der Gegenwart und allerjüngsten Vergangenheit weisen auf gemeinsame Inspirationsquellen ab den Sechzigern aufwärts weiter. Man wohnt in Bergen, siedelt aber musikalisch in der Landschaft zwischen The Soundtrack Of Our Lives, The Coral und den späten Motorpsycho. Hinterm Mikro steht kein Wanderprediger oder Rock´n´Roll-Messias, sondern Jack Blacks jüngerer Bruder im Geiste. Der Wirklichkeit wird ein Schleier vorgezogen. Konturen verlieren an Härte und weichen durch die psychedelische Aufeinanderschichtung der Instrumentlinien auf. Die Realität erleidet einen Dämpfer und so nimmt es kaum Wunder, daß unbekannte Flugobjekte gesichtet werden ("Flying Saucers"). Das Bewußtsein wird durch seine Erweiterung getrübt und läßt den Himmel schon mal auch die Farbe wechseln ("Apple Pies & Orange Sky"). Mit Bedacht bereitet der "Prologue" auf den Sound der Bergenser vor. Tempo läßt sich allerdings nicht ewig zügeln. Die aufgebaute Spannung bricht im anschließenden "Wake Up" durch und sucht den gesamten Tonträger über immer wieder nach Möglichkeiten zur energievollen Entladung. Da die Band nicht vergisst, Verschnaufpausen einzulegen, folgt am Ende des Tonträgers nicht die Erschöpfung, sondern das Verlangen, auf Repeat zu drücken. Oder nach Möglichkeit sich ein Konzertticket zu kaufen.

The Brimstone Solar Radiation Band - The Brimstone Solar Radiation Band
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Big Dipper/Cargo (Norwegen 2004)
Thomas Hansen hat den Heiligenschein wieder hervorgeholt und aufpoliert. Der Norweger nimmt sich Zeit zum Erzählen von Geschichten, die der Nachdenklichkeit genug Raum und der Melodie ausreichend Auslauf bieten, um in Schwung zu kommen.
Seit 2002 geben vier Schwedinnen leise Laute von sich. Schlicht und bescheiden schwelgen sie in wohliger Traurigkeit, um gleich darauf mit einem Hochgefühl aufzuerstehen.
Für ihre Ausdauer beschenken sich die Lassos mit eigenen Songs und legen nach elf Jahren Band-Geschichte ihr drittes Album vor. Motto: wie früher, aber anders.
Melodienmangel und Ideenlosigkeit sind für ihn ebenso Fremdwörter wie Schreibblockaden. Auf seinem aktuellen Album übt Will Oldham sich in der Kunst des Loslassens.
Die Schweden machten nicht nur durch ihre Musik, sondern auch durch rotzfreche Vergleiche auf sich aufmerksam. Der naive Übermut ist weg - aber goschert sind sie heute noch.
Es war einmal ein Songwriter, der auf der Suche nach Musikern und einem passenden Namen in Hollywood fündig wurde. Wo ließe sich Erfolg auch besser lernen?
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