Wire - Read and Burn 02
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Pink Flag (GB 2002)
Im Gegensatz zu den vielen alten Punk- und Wave-Bands, die 20 Jahre später noch einmal auf die Jagd nach dem schnellen Dollar gehen, besinnen sich die Avantgarde-Briten auf alte Qualitäten: Intelligenz, Witz und Tempo. 02.12.2002
Mit "Read And Burn 01" gelang es der britischen Band Wire erst vor kurzem, das Vorurteil zu widerlegen, Comeback-Platten wären nur dazu da, als Cash-cow ihren Machern ein Altersgehalt zu sichern. Schnell und rauh klang das Album und schloß damit nicht dort an, wo Wire in den Achtzigern und Neunzigern aufgehört hatten, sondern an ihre erste Phase in den späten siebziger Jahren, als die vier Herren als die Intellektuellen und Avantgardisten unter den Punk-Bands galten. Der zweite Teil von "Read And Burn", ähnlich aufgemacht wie Teil eins und wieder auffällig kurz geraten, führt den Weg des Vorgängeralbums konsequent fort und beschert dem Hörer noch härtere, noch schnellere und noch rauhere Wire. Colin Newmans Gesang ist fast immer bis zum äußersten verzerrt, die Gitarren sprühen förmlich über vor Elektrizität, und die Beats sind trocken und maschinell. Man bekommt das Gefühl, als hätte die Band all ihre bisherigen Erfahrungen sowohl aus dem Pop- und Rock-Genre als auch die von ihren unzähligen experimentellen Seitenprojekten gebündelt und in diese neuen Songs einfließen lassen. "Read And Burn 02" wurde nur im Rahmen der aktuellen Wire-Tournee verkauft; wer sich das gute Stück entgehen ließ, sollte schleunigst per Mailorder zuschlagen. Wenn die Erstauflage vergriffen ist, wird dieses ausgezeichnete Album nämlich zu den vergriffenen Schätzen dieser wegweisenden Band gehören.

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