Allen Kurzweil - Die Leidenschaften eines Bibliothekars
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(The Grand Complication)
Luchterhand (München 2002)
Nicht erst seit Dan Brown siedeln Bücherfreunde ihre Thriller in der Welt der Bibliotheken und verschollenen Manuskripte an. Manche tun es nur etwas liebevoller als andere. 25.11.2002
Sind Sie bibliophil? Können Sie sich am Geruch alter, verstaubter Bibliotheken erfreuen und haben einen Hang zum Antiquierten? Dann sind Sie bei Allen Kurzweil genau richtig. Nach neun Jahren Recherche legt der junge amerikanische Autor mit österreichischen Wurzeln sein zweites Werk vor - und wie in seinem Erstling geht es darin um Bücher, Sammler und Liebhaber des Obskuren.
Alexander Short ist Bibliothekar mit akribischer Leidenschaft für Behältnisse und Verzeichnisse. Seine französische Frau Nic bastelt (vorwiegend anstößige) Klappkarten und leidet am sexuellen Desinteresse ihres Mannes. Short wird von einem Stammkunden gebeten, bei der Suche nach einer verschollenen Uhr zu helfen. Er taucht so tief in die Welt wertvoller Antiquitäten und Kuriositäten ein, daß er sogar Job und Ehe riskiert, bevor er erkennt, daß sein Auftraggeber vielleicht doch nicht nur ein harmloser Sammler und Spinner ist.
Kurzweils Roman ist eine Hommage an die Welt der Sammler, Bastler und Bücherwürmer. Obwohl das Buch mit technischen und historischen Details gespickt ist, liest es sich spannender als so mancher Psychothriller. Einzig die Charaktere seiner Akteure sind zu flach und verhalten sich manchmal etwas zu stereotyp. Doch liegt das Hauptaugenmerk der Geschichte eindeutig am Verlauf der (auf einer wahren Begebenheit basierenden) Handlung, und wer sich in deren Labyrinth einmal verliert, wird sich so schnell nicht freiwillig wieder daraus befreien wollen.

Allen Kurzweil - Die Leidenschaften eines Bibliothekars
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(The Grand Complication)
Luchterhand (München 2002)
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