Print_Haruki Murakami - Sputnik Sweetheart

Liebessatelliten

Wir wissen ja alle, daß Liebe in den meisten Fällen ein Ding der Unmöglichkeit ist. Wenn ein Roman keine anderen Geheimnisse aufzudecken hat, ist das halt ein bißchen wenig.    21.10.2002

Sumire, eine chaotische Möchtegern-Autorin, verliebt sich mit 22 zum ersten Mal - allerdings nicht in ihren besten Freund K., der sie seit Jahren anbetet, sondern in eine 15 Jahre ältere Frau namens Miu, die sie bei einer Familienfeier kennenlernt. Als Miu Sumire bittet, für ihre Firma zu arbeiten, nimmt diese den Job an. Bald darauf begeben sich die beiden auf eine ausgedehnte Europareise, während der Sumire spurlos verschwindet. Miu kontaktiert K., den sie als einzigen Freund aus Sumires Erzählungen kennt, und bittet ihn, sich mit ihr gemeinsam auf die Suche nach der verschollenen Freundin zu machen.

Wie in allen anderen Büchern Haruki Murakamis geht es auch in seinem neuesten Roman wieder einmal um die Unmöglichkeit erfüllter Liebe. Wie Satelliten umkreisen die handelnden Personen einander, ohne sich jemals wirklich näher zu kommen. Auch das langsame Übergleiten der Geschehnisse ins Surreale oder Phantastische darf wieder nicht fehlen und zählt zu den schönsten Episoden in diesem Buch. Trotzdem bleibt nach der Lektüre des Romans ein schales Gefühl zurück, denn zu viel bleibt unerklärt, der Schluß erscheint zu hastig konstruiert und das offene Ende schreit nach einer Fortsetzung. Alles in allem ein gutes Buch - doch Murakami kann eigentlich wesentlich mehr.

Walter Robotka

Haruki Murakami - Sputnik Sweetheart

ØØØ

(Supuutoniku No Koibito)


DuMont-Verlag (Köln 2002)

 

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