James Lasdun - Die Jagd auf das Einhorn
ØØØØØ
(The Horned Man)
Hanser (München 2002)
Keine Angst - hier sind keine Elfen oder Zwerge hinter geheimnisvollen Fabeltieren her. Stattdessen ringt ein amerikanischer Universitätsdozent um seinen Verstand. 14.10.2002
Nach mehreren Story-Sammlungen liegt mit "Die Jagd auf das Einhorn" nun der erste Roman von James Lasdun vor. Dessen Protagonist Lawrence Miller ist geschieden und doziert an einer kleinen Universität in den USA. Eines Tages gerät er in einen Strudel aus alptraumhaften Ereignissen, die ihn seinen Sinn für die Realität verlieren lassen. Lesezeichen wandern selbständig durch Bücher, eine vermeintliche Tatwaffe taucht in einer geheimen Kammer unter seinem Schreibtisch auf, und eine Kollegin antwortet begeistert auf seine amourösen Zuwendungen, an die er selbst sich gar nicht erinnern kann. Schlußendlich sieht Miller sich sogar als Opfer einer Verschwörung, die ihm den Mord an besagter Kollegin anhängen will. Die Ereignisse wirken auf den ersten Blick wie Wahnvorstellungen des Protagonisten - oder zerbröckelt die Realität um Lawrence Miller wirklich?
Lasdun spielt gekonnt mit den Unsicherheiten des Lesers, indem er die Geschichte vom Romanhelden selbst erzählen läßt. Nie wird klar, ob man Millers Wahrnehmungen trauen kann oder nicht. So entsteht eine paranoide Grundstimmung, die einen auch nach der Lektüre nicht so schnell verläßt. Der deutsche Titel des Buches ist leicht irreführend, weil er Assoziationen zum Genre der Fantasy-Literatur aufkommen läßt; es handelt sich jedoch um einen großartigen Mystery-Thriller, der sich in der Tradition von Edgar Allen Poe oder Walter de la Mare einreiht.

James Lasdun - Die Jagd auf das Einhorn
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(The Horned Man)
Hanser (München 2002)
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