Koji Suzuki - The Ring
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Heyne (D 2002)
Er schrieb den Roman, nach dem einer der wichtigsten japanischen Horrorfilme der vergangenen 20 Jahre gedreht wurde - und ist damit auch für eine endlose Schar langhaariger Geistermädchen verantwortlich. 10.02.2003
Mit der Schlagzeile "Der japanische Stephen King" verkauft der Heyne-Verlag sein neues Horrorprodukt "Ring", die berühmt-berüchtigte Saga um das unheimliche Mädchen Sadako und seinen Fluch, dem viele unschuldige Menschen zum Opfer fallen. Die drei Filme aus Japan haben mittlerweile Tausenden von Europäern Schauder über den Rücken laufen lassen - und wer sie noch nicht gesehen hat, sollte dieses kulturelle Manko schleunigst beheben. Nun liegt endlich auch der Romanvorlage erster Teil auf deutsch vor. Auch das Buch baut eine enorme Spannung auf und verrät Details, die man im Kino noch nicht erfahren hat.
In einer Nacht im September sterben vier junge Menschen unter mysteriösen Umständen an Herzstillstand. Der Onkel eines der Opfer recherchiert die Umstände des Todes und stößt auf einen Videofilm, den niemand, der ihn je gesehen hat, überlebt. Er hat genau eine Woche Zeit, das Geheimnis hinter dem Fluch zu ergründen ...
Koji Suzuki hat glücklicherweise nicht viel mit Stephen King gemeinsam. Seine Bücher sind nicht 800 Seiten dick und seine Charaktere nicht alle einfache, stereotype Arbeiter aus dem amerikanischen Mittelwesten. Wie Kings Romane baut sich aber auch "The Ring" linear auf und entwickelt eine geradlinige Handlung, die durchaus Massentauglichkeit besitzt. Leider hat der Heyne-Verlag nicht das japanische Original übersetzen lassen, sondern die amerikanische Lizenzausgabe; bei diesem Prozeß ist definitiv viel an Subtilität verlorengegangen. Gratulation auch zur Lektorenwahl - so viele Rechtschreibfehler wie in diesem Buch lassen sich auf 300 Seiten selten finden. Es ist anzunehmen, daß der Druck, vor dem Start des unnötigen US-Kino-Remakes fertigzuwerden, groß war; so bleibt zu hoffen, daß man sich bei Teil zwei der Saga dann ein wenig mehr Zeit läßt, bevor das gute Stück auf den Markt geworfen wird.

Die Düsseldorfer Elektroniklegenden haben offensichtlich von den vielen Raubpressungen die Nase voll und bringen endlich ein offizielles Live-Album auf den Markt.
Eine wiederauferstandene deutsche Kultband zeigt den Jungspunden, wo der Bartel den Most herholt. Diesmal nicht nur auf Kassette.
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