Video_DVD-Tips 5/2008

Rock the cock!

"This is the way the world ends. Not with a whimper, but with a bang." Bis Private Abelenes Prophezeiung eintrifft, haben wir für Sie wieder einige wunderbare DVD-Veröffentlichungen zusammengestellt: apokalyptisch, schmutzig, gruselig und natürlich ein bißchen plemplem.    25.06.2008

Jürgen Fichtinger

Southland Tales

ØØ1/2 oder ØØØØ

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(USA 2006/Region 2/Universal)

 

This is the way the world ends

This is the way the world ends

This is the way the world ends

Not with a bang but a whimper.

 

Wenn Richard Kelly sein präapokalyptisches Opus magnum mit den Zeilen T. S. Eliots eröffnet und danach knapp zweieinhalb Stunden höchste Konzentration vom Zuseher einfordert, ist klar, daß passionierte Eskapisten bei diesem Film nicht weit kommen werden.

"Southland Tales" erzählt die Geschichte des unter Amnesie leidenden Filmstars Boxer Santero (Dwayne Johnson), der in einer orwellschen Zukunftsvision zum Spielball zwischen Regierung und den revolutionären Neomarxisten wird. Während er auf den Spuren des Drehbuchs zu "The Power" von Porno-Starlet Krysta Now (Sarah Michelle Gellar) wandelt, versucht er zu den Klängen von Moby, The Muse und den Pixies sein Gedächtnis wiederzufinden. Nebenbei sieht er sich jedoch nicht nur mit einem Riß in die vierte Dimension konfrontiert, sondern auch mit dem zu einem The-Killers-Track lippensynchron singenden Justin Timberlake (als Private Abelene) und Seann William Scott in doppelter Ausführung. Daß "The Power" gleichzeitig auch eine Neuinterpretation der neutestamentarischen Offenbarung des Johannes ist, sei hier nur am Rande erwähnt ...

Beim Cannes-Festival buhte man den verworrenen Streifen in seiner ursprünglichen Fassung 2006 aus; das Studio beorderte Kelly zum Nachdreh. Herausgekommen ist die mittlerweile auf DVD vorliegende Fassung. Die ist zwar immer noch etwas "kompliziert", doch wer sich auf das an Oliver Stones "Wild Palms"-Produktion erinnernde Werk einlassen will, kommt auf seine Kosten. Und ob Sie vor der Ansicht das Prequel zum Film in Comic-Form gelesen haben oder nicht - eines steht unweigerlich fest: "Nobody rocks the cock like Krysta Now!"

(PS: Die Anschaffung des Soundtracks lohnt sich übrigens, schon wegen der Cover-Version von "The Star Spangled Banner". Leider hat es der großartige "All These Things That I´ve Done" von The Killers aus rechtlichen Gründen nicht auf die CD geschafft.)

Links:

Rohrkrepierer im Doppelpack

Ø

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Alien vs. Predator: Requiem

(USA 2007/Region 2/20th Century Fox)

 

Paul W. S. Andersons Erstling kann man mögen oder nicht. Gegen das, was die Gebrüder Strause und Drehbuchautor Shane Salerno jedoch als offizielles Sequel abgeliefert haben, ist Pauls "AvP" jedoch ein Meisterwerk. Die völlig belanglosen Charaktere zerstören gemeinsam mit vielen ebenso belanglosen Szenen den prinzipiell netten Plot. Bleiben ein Predator, ein Predalien und jede Menge Aliens, die noch dazu aufgrund mangelnden Regietalents kein einziges Mal cool dreinschauen. Was für eine Schande.

Sollten Sie trotzdem etwas über die Handlung wissen wollen, lesen Sie unseren ausführlichen Film-Review.

 

Day of the Dead

(USA 2007/Region 2/e-m-s)

 

Noch viel schlimmer geht es im Remake des Romero-Klassikers zu. Trotz grandioser Vorlage und eines Regisseurs, der das Genre eigentlich beherrschen sollte ("Freitag der 13."-Veteran Steve Miner), treffen sämtliche für "AvP: Requiem" geltenden Kritikpunkte auch hier zu. Allerdings: Für die Idee, in einem ernstgemeinten Film Zombies mit dümmlichen Teenagern zu kreuzen, sollte man Autor Jeffrey Reddick einen Zwangsbesuch bei Captain Rhodes verordnen.

Links:

Torrente 3: El Protector

ØØØ

Import-Tip: Spanien

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(Spanien 2005/Region 2/Manga Films)

 

Im Gegensatz zum dazugehörigen Game unergründlicherweise immer noch nur aus Spanien zu beziehen: das dritte Abenteuer von Santiago Seguras legendärem Ungustl. Wer glaubt, Harvey Keitels "Bad Lieutenant" wäre ein Grenzgänger, hat diesen Schweinepriester noch nicht gesehen. Nach "Torrente, el brazo tonto de la ley" und "Torrente 2: Missión en Marbella" muß der in jeder Hinsicht unkorrekte Ex-Cop im dritten Teil die unliebsame EU-Abgeordnete Giannina Ricci beschützen. Die fesche Dame will nämlich dem heimischen Konzern Petronosa in Sachen Umweltschutz an den Kragen. Eine Handvoll Schmiergeld später fällt die Wahl für ihren Personenschutz auf Torrente und seine unfähigen Recken. Was folgt, sind schmierige und gemeine Schmähs, zahlreiche Anspielungen auf bekannte Action-Streifen sowie Cameo-Auftritte von John Landis, Oliver Stone und Guillermo del Toro. Da fällt einem beim Zuschauen schnell wieder ein, warum man die jungen Spanier eigentlich seit den Neunzigern im Auge behalten wollte ...

Wenngleich sich Segura (Autor/Regisseur/Hauptdarsteller/Produzent in Personalunion) für den dritten Teil nichts wirklich Neues hat einfallen lassen, penetriert "El Protector" (nicht nur) die Lachmuskeln, sondern ist "Missión Marbella" in Sachen Dynamik haushoch überlegen. Den Spaniern hat´s jedenfalls gefallen, im Kino brach "Torrente 3" daheim alle Rekorde.

Links:

Fast Forward


The Orphanage

(Spanien 2007/Region 1 & 2/ New Line & Optimum Home Entertainment)

 

"The Year´s scariest movie" nannte es der eine, "This year´s Pan´s Labyrinth" der andere. Beides ist natürlich Blödsinn, da Juan Antonio Bayonas "El Orfanato" einfach nur ein typisch gelungener spanischer Gruselstreifen ist. Die Handlung? Waisenhaus, ein Verbrechen in der Vergangenheit, ruhelose Geister und so weiter und so fort ... Take it or leave it!

 

Straightheads

(GB 2007/Region 2/Sony Home Entertainment)

 

Statt brav auf Mulder aufzupassen, gibt Anderson hier die smarte Busineß-Frau, die sich kurzerhand den Installateur ihrer Alarmanlage schnappt und ihn zur großen Feier ihres Chefs verschleppt. Es folgen: schneller Sex im Wald, ein angefahrener Hirsch und eine höchst unliebsame Begegnung mit ein paar gestandenen Naturburschen. Eine Vergewaltigung und einen Raufhandel später sinnt das mißhandelte Pärchen auf Rache. Überraschend finsterer Streifen, bei dessen Betrachtung man sich unweigerlich an Peckinpahs "Straw Dogs" erinnert fühlt.

 

WΔz

(USA 2007/Region 2/Sony Home Entertainment)

 

Ein Serienkiller quält seine Opfer und ritzt ihnen nach getaner Tortur eine mathematische Formel ein. Stellan Skarsgård und Melissa George ermitteln als flaches Reißbrett-Bullen-Duo und langweilen sich dabei wahrscheinlich genauso wie der Zuschauer.

Merke: W Delta Z ergibt ganz bestimmt nicht Se7en.

Links:

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