28 Days Later
ØØØ 1/2
112 Min.
dt. Fassung und engl. OF
Regie: Danny Boyle
Darsteller: Cillian Murphy, Naomie Harris, Brendan Gleeson u. a.
Ich sehe untote Menschen: Das grimmige Endzeit-Szenario des Ober-Trainspotters Danny Boyle erweckt den Zombiefilm von den Toten. 26.05.2003
Hallo? Ist da jemand? Man muß kein Faible für postapokalyptische Szenarien à la "Day of the Triffids" haben, um die Einstiegsszenen des neuen Films von Danny Boyle zu schätzen. Immerhin verkörpert der Regisseur nach seinem stylishen, den Junkie-Lifestyle salonfähig machenden "Trainspotting" neben Mr. Ritchie den Protagonisten eines neuen britischen Hipster-Kinos. Da läuft ein eben aus dem Koma erwachter Fahrradkurier (Cillian Murphy) durch die Straßen eines entvölkerten, verwüsteten London, in dem keine Menschenseele zu sehen ist - einfache, eindrucksvolle, beklemmende Bilder. Und doch ist da etwas: blutrünstige, durch ein freigesetztes Virus infizierte, sich rasend schnell auf alles Lebendige stürzende Kreaturen, die bald auch schon hinter ihm her sind. Untote, im wahrsten Sinne des Wortes. Zuflucht findet er bei einer Gruppe Überlebender, die gemeinsam Kontakt mit weiteren Nicht-Infizierten aufnehmen wollen.
So nachhaltig "28 Days Later" auch eröffnet - spätestens im Finale gehen Boyles gewagtem Parforce-Ritt aus Seuchen-Thriller, Endzeitparabel und Zombie-Flick einigermaßen Luft, Ideenfluß und Spannungsbogen aus. Wenn auch die Bilder fahl und grimmig, die Atmosphäre drückend, Gewaltausstoß und Blutgepritschel auf konstant hohem Level bleiben, wirkt Boyles Comeback-Versuch bei all der im Vorbeigehen abgehandelten Zivilisationskritik stellenweise doch sehr konstruiert. Dennoch ein guter, weil alles andere als blutleerer Ansatz. Die Meßlatte lag ja auch verdammt hoch.

28 Days Later
ØØØ 1/2
112 Min.
dt. Fassung und engl. OF
Regie: Danny Boyle
Darsteller: Cillian Murphy, Naomie Harris, Brendan Gleeson u. a.
Die drei Meister George Romero, Francis Ford Coppola und Woody Allen mögen Regisseure ähnlichen Alters sein. Sonst eint sie aber eher wenig - schon gar nicht ihre Arbeitsfrequenz. Ihre aktuellen Werke waren auf der Viennale durch wunderliche Fügung relativ gleichzeitig zu sehen.
Die armen Bobos kennen Lebensfreude bestenfalls aus dem Ethno-Supermarkt und Sex nur aus dem Kulturfernsehen. Deswegen erregen sie sich in ihren öden Bobo-Zeitungen auch - mit klammheimlicher Geilheit - so vehement über die neuen pseudopornographischen Kinomanipulationen eines Lars von Trier oder Steven Soderbergh. Da flüchtet man sich als normaler Mensch lieber auf den Mond.
Prophezeiungen, Botschaften und Manifeste: Der neue französische Regiemeister Jacques Audiard denkt in "Un prophète" den Gangsterfilm neu; US-Drehbuchautor Oren Moverman arbeitet sich in "The Messenger" an der Heimatfront im Irak-Krieg ab - und in "RIP: A Remix Manifesto" wird äußerst amüsant mit der US-Unterhaltungsindustrie abgerechnet.
Und wieder öffnet der "Turm der Macht" seine Pforten: Zum siebenten Mal präsentiert das Pathologisch-anatomische Bundesmuseum im alten AKH heuer seine Sommerveranstaltungen - und der Verein EVOLVER ist als Mitveranstalter dabei.
Lieber mit Che durch den Urwald wandern oder mit John Connor über den zerstörten Planeten? Wahrscheinlich ist beides angenehmer, als von einer Zigeunerhexe verflucht zu werden. Dabei handelt gerade davon der beste Film in diesem schwachen Kino-Juni.
Von 28. August bis 1. September 2009 wird im ostbayrischen Burghausen die "gute aussichten - junge deutsche fotografie_plattform1" über die Bühne gehen. Der EVOLVER ist als Medienpartner involviert - und präsentiert einen ersten Einblick.
Kommentare_
Kommentar verfassen