Kino_Hulk

Grellgrün ist der Zornausbruch

Nach Daredevil und den X-Men kommt nun auch Marvels Riesen-Rumpelstilzchen ins Popcorn-Kino. Regie führte Ang "Tiger & Dragon" Lee.    30.06.2003

Jahre der Zwangsabstinenz (von unrühmlichen Ausnahmen abgesehen) und dann das: Beinahe im Monatstakt werden Filmfreunden derzeit Comic-Verfilmungen um die Ohren gehauen. Nun ist endlich "The (Incredible) Hulk" an der Reihe, die wohl tragischste Marvel-Figur, der Atomphysiker Bruce Banner, der durch einen Strahlenunfall bei jedem Anflug von Aggressivität zum riesigen, grünen, unkaputtbaren Hulk mutiert.

Vorfreude gab es schon anhand des Mannes im Regiestuhl. Kein Geringerer als Ang Lee, der mit "Der Eissturm" und "Tiger & Dragon" für zwei erstklassige Filme auf unterschiedlichem Territorium verantwortlich zeichnete, gibt hier seinen Einstand im Big-Budget-Hollywood-Kino und - enttäuscht, zumindest im Vergleich mit den Comics-Projekten zweier anderer Indie-Ikonen. Wo Raimis "Spider-Man" und Singers "X-Men" den Drahtseilakt zwischen erzählerischer Notwendigkeit bzw. Darstellung des Zwiespalts von Underdog/Superheld und effektgeladenem CGI-Candy mit Bravour bewältigen, verfängt sich Lee vor allem anfangs in psychodramatischem Erklärmotiven und Rückblenden, um dann umso massiver und reißbrettartiger von Showdown zu Showdown zu hetzen.

Was als Kritikpunkt an postmoderner Fortschrittsgläubigkeit, als Chiffre für monströs wirkendes Außenseitertum dienen könnte, als Darstellung von Anti- ohne Superheldentum, versinkt leider in einer inkohärenten Inszenierung. Unter Potential, aber angesichts des zu erwartenden Popcorn-Cinema-Sommermülls noch immer die sympathischere Alternative.

Christoph Prenner

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Hulk

ØØØ

(The Hulk)


138 Min.

dt. und engl. OF

Regie: Ang Lee

Darsteller: Eric Bana, Jennifer Connelly, Nick Nolte u. a.

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