Kino_Sunshine

Zur Sonne! Zur Freiheit?

Sunspotting: Nachdem Danny Boyle mit "28 Days Later" den Zombiefilm erfolgreich wiederbelebt hatte, versucht er selbiges nun mit dem Weltraumabenteuer. Mit Erfolg: So schlau und stilsicher wurde man lange nicht mehr ins All geschickt.    18.04.2007

50 Jahre in der Zukunft ist es endgültige Gewißheit: Die Welt wird untergehen. Das hat nichts mit Nostradamus-Prophezeiungen oder dem Klimakollaps zu tun, mit dem einem tagein, tagaus die Ohren vollgesungen werden. Der Grund für die Apokalypse ist viel naheliegender, zugleich aber weiter weg, als man denkt. Die Sonne verliert durch einen Antimaterieklumpen in ihrem Inneren Energie und droht zu erlöschen. Was das bedeutet, ist wohl allen klar. Also wird eine Mission gestartet, um die verglühende Feuerkugel zu reanimieren - mittels einer von einem Raumschiff aus paßgenau abgeworfenen stellaren Bombe. (Eigentlich ist das ja wissenschaftlicher Humbug, klar. Aber genau deshalb heißt das Genre ja Science Fiction.) Da das mit der Aufgabe betraute Schiff den Namen "Icarus II" trägt, wird zudem bald klar, daß es davor schon eine Mission gegeben haben muß, die an derselben Aufgabe gescheitert ist. Und genauso sicher ist: Wir werden schon noch erfahren, wieso.

 

Danny Boyles "Sunshine" wäre kein richtiges Spaceship-Abenteuer, wenn sich die aus acht Personen - Wissenschaftern und Raumfahrern, verkörpert von Hoffnungsträgern wie Cillian Murphy, Chris "Human Torch" Evans oder Michelle Yeoh - zusammengesetzte Crew auf der jahrelangen Reise (in deren Endphase der Film ohne große Einleitung einsteigt) nicht hoffnungslos zerstreiten würde. Auch wenn einen da draußen angeblich niemand schreien hört, kann man doch immer noch die anderen anbrüllen ...

Das Gefüge an Bord wird aber nicht nur durch interne Zwistigkeiten kräftig durchgerüttelt, sondern auch durch externe Unvorhersehbarkeiten - die die Unruhen innerhalb der Mannschaft wiederum nur noch weiter befeuern. Schon bald heißt es abzuwägen, wessen Tod man in Kauf nehmen kann, um die gesamte Unternehmung zu retten. Je näher die Icarus II der Sonne kommt, desto wahnwitziger gestaltet sich die Mission und desto dezimierter wird die Crew. Das Ziel rückt also immer näher und zugleich in immer weitere Ferne. Und das Wort "Rückkehr" nimmt auch bald keiner mehr in den Mund.

Selbst wenn sich die Story des Films ein wenig wie ein verspäteter Aufguß der Ende der Neunziger so beliebten Weltrettungsabenteuer à la "Armageddon" oder "The Core" ausnimmt, sind es doch eher die zeitlosen SF-Meilensteine, denen sich Regisseur Boyle und Autor Alex Garland in ihrer dritten Zusammenarbeit anzunähern versuchen. Und die heißen nun mal "2001", "Alien" und auch "Solaris". Von allen dreien nimmt sich "Sunshine" sowohl optisch als auch inhaltlich einige Anleihen, wobei es Boyle und Garland jedoch verstehen, Set-Designs und Plot (der im letzten Akt ohnehin noch eine gefinkelte, genreuntypische Wendung nimmt) nie zu plakativ zu plagiieren. Dennoch muß man feststellen: So unendlich die Weiten des Weltalls auch sein mögen, so endlich bleibt anscheinend das Universum der darin angesiedelten "Lost in Space"-Ideen.

Das macht aber nichts, wenn die bewährten Zutaten so geschickt und clever neu kombiniert werden - und das Ergebnis dann auch noch so atemberaubend aussieht wie hier. Der phantastische Look des Streifens ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, daß es sich bei "Sunshine" um eine britische Produktion handelt, die es mit einem verhältnismäßig geringem Budget von 40 Millionen Dollar schafft, so gut wie jeden Hollywood-SF-Schinken des vergangenen Jahrzehntes alt aussehen zu lassen. Fast fühlt man sich genötigt zu erwähnen, daß der letzte, dem das gelang, ebenfalls ein Brite war - der danach leider nie mehr so positiv aufgefallene Paul WS Anderson (Anm. von Teilen d. Red.: Im Gegenteil - sehr positiv. Schon wegen "Resident Evil"!). An seinem "Event Horizon" nimmt Boyle auch ein paar Anleihen, wenn man das so sehen möchte.

Doch wir wollen uns nicht weiter von Vergleichen blenden lassen: "Sunshine" ist auch für sich allein das leuchtendste Beispiel dafür, daß im alten Klepper Science Fiction immer noch Leben steckt. Man muß ihm nur entschieden genug einheizen.

Christoph Prenner

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Sunshine

ØØØØ


GB 2007

107 Min.

dt. Fassung und OmU

Regie: Danny Boyle

Darsteller: Cillian Murphy, Chris Evans, Michelle Yeoh u. a.

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sittenstrolchi - 21.04.2007 : 22.58
ein extrem actionlastiger und wenig subtiler film. popcornkino par excelance mit inhalten die keiner gröberen überprüfung in den gehirnwindungen standhält. eine lustige verhübschte crew und eine "pimp my scifi-mvie" freddy-kruger-clone verleihen dem film einen allzu modernen anstrich.
dennoch sehr gut gemacht und bis zur letzten minute spannend.