Literatur_Print-Tips 1/2007

Von Fleischeslust und Wiedergängern

Diesmal: alles, was Sie über den richtigen Pornodreh wissen müssen, historische Fakten zum Thema Zombies sowie etwas Videospieltheorie. Der Lesestoff geht uns nicht aus.    29.01.2007

 

Jürgen Fichtinger

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Seth Grahame-Smith - Das große Pornobuch

(Heyne)


Nach Jenna Jamesons Autobiographie und "XXX - 30 Porno-Stars im Porträt" präsentiert der Heyne-Verlag in seiner "Hardcore"-Reihe jetzt "Das große Pornobuch". Der Autor gibt darin nicht nur einen poppig aufbereiteten Überblick über die Geschichte des pornographischen Films, sondern beleuchtet auch die unterschiedlichen Genres (unter denen sich wirklich grausige Dinge befinden), Regisseure und Darsteller aus den verschiedenen Epochen. Natürlich dürfen da auch diverse obskure Leckerbissen nicht fehlen. Wußten Sie beispielsweise, daß es von "Alice im Wunderland" in den Siebzigern ein Porno-Muscial gab?

Neben diversen anderen Artikeln findet sich in dem Buch auch ein Ratgeber darüber, wie Sie Ihre Pornosammlung am besten vor unerwünschten Blicken schützen. In den letzten Kapiteln folgt dann noch die Abteilung "Film School", um passionierte Schweindln davor zu bewahren, bei etwaigen Amateurversuchen in die "Ich würd´ gern meine Nachbarin schnackseln und mich dabei selbst filmen"-Sumpf-Abteilung abzudriften und ihnen stattdessen handwerkliche Kniffe in die Hand gibt, um Hochwertigeres produzieren zu können.

 

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F. Paul Wilson - Die Gruft/Das Kastell

(Festa)


F. Paul Wilsons "Handyman Jack" muß man einfach gelesen haben. Schon lange ist einem kein literarischer Charakter so schnell ans Herz gewachsen wie dieser Mann. Er nennt nicht nur eine umfangreiche Laserdisc-Sammlung sein eigen und schaut am liebsten alte Universal-Monster-Filme, sondern kümmert sich in ausgesuchten Fällen um Probleme, gegen die das werte Rechtssystem nicht ankommt. Daß er dabei in keinerlei Staatsdatenbank aufscheint und nicht einmal eine Sozialversicherungsnummer besitzt, ist ihm durchaus von Vorteil.

Während die meisten seiner oft mit mystischen Elementen versetzten Abenteuer in deutscher Übersetzung beim Goldmann-Verlag zuhause sind, präsentiert Festa mit "Die Gruft" das erste Abenteuer von Jack, in dem er es unter anderem mit einem indischen Kult zu tun bekommt und wir mehr über seine Vorgeschichte erfahren. Absoluter Kaufzwang.

Ohne Jack, dafür jedoch um so spannender kommt Wilsons "Das Kastell" daher - eine zur Zeit des Zweiten Weltkriegs spielende Vampirgeschichte, in der ein Haufen Wehrmachtssoldaten sowie natürlich ein paar Nazis mit dem schaurig Bösen konfrontiert werden.

 

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Mike Mignola - B.U.A.P. 2: Die Froschplage

(Cross Cult)


Während Guillermo del Toro gerade mit dem Fantasy-Streifen "Pan´s Labyrinth" für Festival-Furore sorgt (erscheint übrigens im März auf DVD) und Mignolas "Hellboy" jetzt auch als Zeichentrickfigur in Kürze sein DVD-Debüt erlebt, gibt es jetzt nach "Hohle Erde" mit "Die Froschplage" das zweite Abenteuer rund um die Herrschaften der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen, kurz B.U.A.P..

Zur Abwechslung ganz in Farbe bekommen es Abe, Liz & Co. diesmal mit Zombies, überdimensionierten Pilzen sowie fanatischen Geistlichen mit einer tiefen Aversion gegen das Weibsvolk zu tun und beweisen erneut, daß sie auch ohne ihren großen roten Freund kurzen Prozeß mit Bösewichten aller Art machen können.

2008 soll mit "Hellboy: The Golden Army" übrigens das zweite Leinwandabenteuer der illustren Monsterjägertruppe in die Kinos kommen.

 

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Jesper Juul - Half Real

(The MIT Press)


Computerspiele befinden sich im aktionärsgesteuerten Wandel - immerhin setzt die dahinterstehende Industrie mit ihren Produkten heute ein Vielfaches der Traumfabrik um. Trotzdem ist brauchbare Sekundärliteratur zum Thema immer noch Mangelware oder vergriffen. Wer sich jedoch hin und wieder einschlägige Fachpublikationen gönnt oder im Netz stöbert, kennt den Dänen Jesper Juul, der vor kurzem mit "Half Real: Video Games between Real Rules and Fictional Worlds" sein erstes Sachbuch publizierte. So interessant jedoch Juuls einzelne Beiträge zum Thema in der Vergangenheit immer wieder waren, so trocken und wissenschaftlich liest sich leider sein Büchlein. Für Theorieinteressierte ist es durchaus lesenswert; wer jedoch etwas über die kreative Welt hinter den Pixelmännchen erfahren möchte, sollte lieber zu Steve Inces Writing for Video Games greifen. Ince gewährt nicht nur Einblick hinter die Kulissen und in die Abläufe einer Game-Produktion, sondern hat auch sonst einige interessante Dinge zu erzählen.

 

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Christopher Moore - You Suck. A Love Story

(Harper Collins)


Nach dem leider etwas halbseidenen "Der törichte Engel" und dem makabren Spaß "A Dirty Job" (vor kurzem auf Deutsch als "Ein todsicherer Job" erschienen) kehrt der US-Autor jetzt endlich in vergangene Zeiten zurück und liefert eine Fortsetzung zu "Bloodsucking Fiends", seinem wohl witzigsten Werk neben "Die Bibel nach Biff" und "Coyote Blue".

"You Suck" erzählt die Geschichte des armen Thomas, dessen Freundin (Jody!) sich nach vollzogenem Beischlaf als Vampir outet - und ihn natürlich ebenfalls ins Reich der Untoten befördert. Daß der Alltag eines Blutsaugers im richtigen Leben ganz anders ausschaut, als es uns Dracula, Lestat oder Angel immer weismachen wollten, muß Thomas bald am eigenen Leib verspüren.

 

PS: Im Juni dieses Jahres soll "Bloodsucking Fiends" übrigens als "Lange Zähne" endlich bei Goldmann neu aufgelegt werden. Pflichtkauf, ohne wenn und aber!

 

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Max Brooks - World War Z: An Oral History of the Zombie War

(Crown Publishers)


Die Hölle platzt wohl immer noch aus allen Nähten (die dortigen Herrschaften sollten wohl auch in den ehemaligen Osten investieren), da für Zombie-Freunde nach wie vor beuschelrosa Zeiten herrschen. Nicht nur, daß zur Zeit mit "Fido", "28 Weeks Later", "Resident Evil: Extinction" und natürlich George A. Romeros "Diary of the Dead" vier vielversprechende Filme in Arbeit sind und Robert Kirkmans "The Walking Dead" auch in Band drei begeistert - sogar Max Brooks hat sich nach seinem "Zombie Survival Guide" ein zweites Mal aufgerafft. Wer seine historische Neugier befriedigen will, um zu erfahren, wie es nach der Übernahme durch die Untoten mit der Welt weiterging, sollte diesen Geschichtsband gelesen haben. Brad Pitt hat´s scheinbar auch getan, weil seine Produktionsfirma sich bereits die Filmrechte gesichert hat. Neuesten Gerüchten zufolge soll übrigens "Babylon 5"-Schöpfer J. Michael Straczynski das Drehbuch beisteuern.

 

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