Stories_Falco re:loaded

Hoch wie nie

"Music Please!" - und das bitte abseits der x-ten "Best of" von Österreichs einzig wirklichem Popstar. Während die Kommerzmedien die Hinterlassenschaft des verstorbenen Paradiesvogels ohne Genierer ausschlachten, hat der Wiener Neustädter Sound-Bastler und Produzent DJ Schmolli den Zeitgeist erkannt. Clive Barks berichtet über einen Bastard-Pop-Tribute der Extraklasse.    11.02.2008

Zwei Monate bastelte der Niederösterreicher Schmolli an der Hommage an den Falken. Auf die Frage nach dem Warum kommt ein kurzes "Dem Falco hätt´s sicher g´fallen ..." - Damit hat er wahrscheinlich auch recht. Daß Johann Hölzel ein Grenzgänger war und sich gern über Konventionen hinweggesetzte, konnten wir in den vergangenen Wochen in allen Medien sehen und hören. Daß die Marketing-Maschine fast jedes Jahr "verschollenes" (und zufällig immer rund um Falcos Todestag aufgetauchtes) Material veröffentlicht bzw. "Best of"-Alben unters Volk bringt, um sich noch mehr zu bereichern, wäre sicher nicht im Sinne des Künstlers gewesen.

Genau deshalb trifft Schmolli mit seiner Produktion auch ins Schwarze: zwei Monate Arbeit, um einem Ausnahmekünstler Tribut zu zollen - und ohne dabei auch nur einen Groschen Profit zu machen. "Falco re:loaded" ist die Produktion eines Fans für andere Fans und solche, die es noch werden wollen. Das Download-Album enthält 13 Titel inklusive Interview-Sequenzen und professionell gestaltetes Artwork. Eine eigene Website rundet das DJ-Schmolli-Projekt ab.

Die Zahl der "mitwirkenden" Künstler liest sich wie ein Who´s who der Musikszene: Nelly, Luniz, Run DMC, Def Leppard, Fatboy Slim, Stevie Wonder, Afrika Bambaataa, Sean Paul, Snoop Dogg, Shakira, Jennifer Lopez, AC/DC ... Sie alle bedanken sich mit ihren Vocals bei der einzigen österreichischen Nummer 1 in Amerika (einmal abgesehen von Anton Karas).

 

"Mash Me Amadeus" ist die mit Abstand aufwendigste Produktion auf dem Album: Gleich zehn Künstler vereint Schmolli hier zu einem Mix und läßt die Sampling-Ära der späten 80er wieder aufleben. "The Superstitious Sound Of The Next Episode" vereint Snoop Doggs "The Next Episode", Ameris "One Thing", Stevie Wonders "Superstition", "Don´t Cha" von den Pussycat Dolls, Ashantis "Rock Wit U" und - no na - Falco mit "The Sound Of Musik" zu einer Hyme mit orchestralem Charakter. Und wer nach diesen beiden Tracks immer noch nicht überzeugt ist, der schmilzt spätestens bei "Jeanny From The Block" förmlich dahin: Jennifer Lopez liefert die Stimme zur wahrscheinlich kontroversiellsten Nummer, die Falco je geschrieben hat. Der durch den neuen Text völlig entschärfte Song könnte zur Kuschelhymne aller Teenies von heute avancieren. Dazu kommen noch "Funky Kommissar", "Temperature Calling 2008", "Feuer" und vieles mehr.

Alles in allem hat DJ Schmolli mit seiner Produktion aufgezeigt, daß die Songs des Falken auch nach 20 Jahren noch immer den Puls der Zeit treffen und sich perfekt in aktuelle Charts-Stürmer integrieren lassen. Das bestätigt die Zeitlosigkeit von Falco - und wer weiß, vielleicht erleben wir ja in weiteren zehn Jahren ein "Falco re:re:loaded"-Album. Wünschenswert wär´s auf jeden Fall. Und: Dem Falco würd´s sicher g´fallen ...

Clive Barks

Falco re:loaded

ØØØØ

A Bastard-Pop Tribute by DJ Schmolli

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