Amon Tobin - Out From Out Where
ØØØ
(GB 2002)
Ninja Tune/Zomba
Psychedelic muß nicht immer gitarren- und langhaarlastig sein. Manche schaffen sie auch mit Elektronik, gekapertem Jazz und Geräuschen aus der Nacht. 14.10.2002
Mit verkaufsfördernden Schubladisierungen wie "Brazilectro" kommt man bei Amon Tobin nicht so recht weiter, wenngleich er auch Brasilianer ist und in der weitesten Definition elektronische Musik produziert. Doch Tobin hat nicht umsonst bei Ninja Tune unterschrieben - und weckt nun auch auf seinem vierten Album eher Assoziationen an verwirrende nokturnale Stadtrundfahrten denn an Strand und Caipirinha. Hektisch dahinschlingernde Sound-Massen kredenzt uns der Wahl-Londoner auf dem Nachfolger des brillanten "Supermodified": flirrende Soundscapes, Schnittchen verwunschener Jazz-Aufnahmen und orchestralen Überschwang. Wahlweise reiten komplexe Breakbeats oder verschlunzte HipHop-Verweise über Samples und Geräusche, die dem Vorhof zur Hölle entsprungen zu sein scheinen. Erweiternde Psychedelik, dreist, abgefuckt und komplex. Hirn- statt Hüftschwünge, im großen und ganzen.

Amon Tobin - Out From Out Where
ØØØ
(GB 2002)
Ninja Tune/Zomba
Im finalen Teil der EVOLVER-Festival-Berichterstattung müssen sowohl Woody Harrelson als auch Mads Mikkelsen mit einem ihnen feindlich gesinnten Umfeld fertig werden - freilich aus ganz unterschiedlichen Gründen. Hereinspaziert in "Rampart" und "Jagten".
Alte Helden, neue Helden: Takeshi Kitano findet in "Autoreiji: Biyondo" langsam wieder zu seiner Form zurück, verheddert sich aber letztlich zu sehr in der Handlung. Dafür darf Ben Wheatley nach "Sightseers" endgültig in die Riege der erstaunlichsten europäischen Regisseure aufgenommen werden.
Bleibende Eindrücke der ersten Viennale-Tage: Die akribische Doku "Room 237" zerlegt "The Shining" in alle Einzelbilder, die große Matthew-McConaughey-Schau "Killer Joe" dafür Hendln in mundgerechte Portionen.
Plötzlich A-List: Spätestens seit seinen Auftritten im "Avengers"-Film und im vierten "Mission: Impossible"-Teil gilt Jeremy Renner als Hollywoods kommender Superstar, auch wenn er darin eher nur in der zweiten Reihe stand. Im aktuellen "Bourne"-Sidequel spielt er nun auch erstmals in einem Blockbuster die Hauptrolle - zumindest so lange, bis Matt Damon wieder zurückkehrt. Der EVOLVER hat den 41jährigen zum Interview getroffen.
Daß das /slashfilmfestival im Wiener Filmcasino eine gar nicht genug zu lobende Bereicherung der heimischen Kinolandschaft darstellt, hat sich längst herumgesprochen. Der EVOLVER stellt ausgewählte Glanzlichter des dritten Durchgangs vor.
Das dritte und letzte Kapitel unserer Viennale-Berichterstattung steht im Zeichen der Unruhe vor dem Sturm - und damit der beeindruckendsten Arbeit des Festivals: "Take Shelter".
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