Musik_Ken – Stop! Look! Sing Songs of Revolutions!

Nebenschauplatz

Blackmail-Sänger Aydo Abay ist offenbar in Arbeitswut verfallen und wirft gleich zwei Platten seines Nebenprojekts auf den Markt. Zumindest beim "richtigen" neuen Album stimmt die Qualität.    08.06.2005

13 Mal vom Pop infizierter Alternative der eigentlich leicht verdaulichen Art, Studenten- oder College-Rock, würde man sagen wollen, wenn man es nicht besser wüßte. Die Besonderheit von "Stop! Look! Sing Songs Of Revolutions!" steckt nämlich nicht nur in den perfekt intonierten und von der Stilbreite her jeden Alternative-Fan bewegenden Songs an sich, sondern in der Liebe zum Detail, dem Streben nach Perfektion. Das alles versteckt sich hier so gut unter einer Maske der scheinbaren Unbekümmertheit und Leichtigkeit, daß man es fast übersehen könnte: "Paniciss" ist einer dieser Ohrwürmer, die Placebo heute nicht mehr schreiben können oder wollen, "If" schlägt nochmal in dieselbe Kerbe und packt eine Ladung Melancholie obendrauf. Bei der Fußwipp-Nummer "Babycrutch" kommen die Gitarren verstärkt zum Einsatz, hinterlassen bleibenden Eindruck, der prog-rockig angehauchte "Dragon With The Bleeding Nose" hat sich ebendiese scheinbar beim Schnupfen von psychedelisch Wirkendem geholt. Erwähnenswert noch die Fähigkeiten zu Balladeskem, die Ken selbstverständlich auch haben ("Wake City").

Schwachpunkte? – Gibt es kaum, wenn man von einer leichten Tendenz zur Wiederholung innerhalb obig genannter Eckpunkte und einer durch die Stimme natürlich gegebenen Nähe zu Blackmail absieht. Totalausfälle? – Gibt es eigentlich keine. Was bleibt ist ein absolut passendes Alternative-Album für kommende Sommerabende, das bestimmt auch noch im Herbst seine Wirkung entfalten und das man sowohl an der Oberfläche genießen als auch sich gezielt erschließen kann.

Sebastian Baumer

Ken – Stop! Look! Sing Songs Of Revolutions!

ØØØ 1/2


Strange Ways/Ixthuluh (Deutschland 2005)

 

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