Video_DVD-Tips-Spezial: Science-Fiction-Remakes

Damals, in der Zukunft

Keanu Reeves läßt 2008 die Erde stillstehen - und hat keine Ahnung, daß der "richtige" Klaatu die Menschheit schon vor 57 Jahren viel mehr zu beeindrucken wußte als er.
Der EVOLVER nimmt die Neufassung des legendären Films zum Anlaß, Originale und Remakes seiner liebsten SF-Streifen miteinander zu vergleichen.    19.12.2008

Thomas Fröhlich & Peter Hiess

Der Tag, an dem die Erde stillstand

(The Day the Earth Stood Still)


USA 1951 / 2008

Regie: Robert Wise / Scott Derrickson 

Hauptdarsteller: Michael Rennie / Keanu Reeves

 

Story

Eine fliegende Untertasse landet in Washington D.C. - in der Neufassung ist es eine gigantische Sphäre, die im New Yorker Central Park niedergeht. Ihr entsteigt ein Außerirdischer namens Klaatu, der gekommen ist, die menschliche Zivilisation zu warnen bzw. (2008) gleich zu vernichten. Eine junge Frau namens Helen und ihr Sohn/Stiefsohn (wir leben schließlich im Zeitalter der Zirkusfamilien) müssen es nach einigen spektakulären Kampfhandlungen schaffen, dem Abgesandten einer galaktischen Zivilisation und den Roboter Gort - das steht heute übrigens für "Genetically Organized Robotic Technology" - von seinen Genozidplänen abzuhalten.

 

Timeframe

Anfang der 50er Jahre sehen Klaatu und Konsorten die Atombombe als größte Gefahr für andere Planeten; Ende der Nullen-Jahre ist es die Umweltzerstörung, mit der das Gemensch alles Leben auf der Erde gefährdet.

 

Original oder Kopie

Damals hatte "Klaatu barada nikto" noch einen attraktiven Klang; heute nimmt das Alien uns zuliebe menschliche Gestalt an - und dabei kommt ausgerechnet Keanu Reeves heraus. Als ob ein wenig Mimik dem Besucher von der anderen Welt geschadet hätte ...

 

Welche Zukunft wäre uns lieber?

Keine Frage, die mit der Bombe, die wie ein Damoklesschwert über unser aller Köpfe hing und in "The Day the Earth Stood Still" auch noch den Zorn der Außerirdischen heraufbeschwörte; das endlose Umweltschutz-Gejammer der Gegenwart kann doch wirklich keiner mehr hören.

 

Wichtige Worte

In the words of Klaatu: "I am fearful when I see people substituting fear for reason." / "If the Earth dies, you die. If you die, the Earth survives."

Links:

Das Ding aus einer anderen Welt

(The Thing)


USA 1951 / 1982

 

Regie: Christian Nyby, Howard Hawks / John Carpenter 

Hauptdarsteller: Kenneth Tobey / Kurt Russell

 

Story

Eine arktische Militärstation, ein im ewigen Eis gefundenes Raumschiff - und ein Alien, das sich anschickt, die Menschheit auszuradieren. Ist das extraterrestrische Monster in der Originalversion in erster Linie äußerst blutrünstig, so darf es sich in der Carpenter-Version (gleichsam als Bonustrack) auf pittoreske Weise in Hund und Mensch verwandeln, was zu wachsendem gegenseitigem Mißtrauen seitens der Protagonisten führt. Für beide Filme gilt: Es lebe die Klaustrophobie!        

 

Timeframe

Furcht vor der "Roten Gefahr" zur Hochblüte der McCarthy-Ära / apokalyptisch-elegisches Breitwandkino inkl. State-of-the-art-Splatter

 

Original oder Kopie

Sorry, Puristen - aber Carpenters SF-Horrorkammerspiel gehört zum Besten, was das Genre zu bieten hat.

 

Welche Zukunft wäre uns lieber?

Carpenters. Weil: Mit Kurt Russell an der Seite geht alles leichter.

 

Wichtige Worte

"Watch the skies, everywhere!" / "Don´t argue with him!"

Links:

Die Körperfresser kommen

(Invasion of the Body Snatchers / dto. / Body Snatchers / The Invasion)


USA 1956 / 1978 / 1993 / 2007

Regie: Don Siegel / Philip Kaufman / Abel Ferrara / Oliver Hirschbiegel 

Hauptdarsteller: Kevin McCarthy / Donald Sutherland / Gabrielle Anwar / Nicole Kidman

 

Story

Sie sind schon wieder da, die Aliens - und diesmal schauen sie genauso aus wie wir, nur daß sie keine Gefühle haben und als "pod people" aus riesigen Schoten geboren werden, deren Samen aus dem All kommen. Stets steht in der Geschichte ein Individuum der immer größeren Horde ausgewechselter Pseudo-Menschen gegenüber und wird ob seiner Ängste der Hysterie und Paranoia bezichtigt.

 

Timeframe

Angst vor kommunistischer Infiltration / Angst vor der Entfremdung in der modernen, seelenlosen Konsumgesellschaft / Angst vor dem Neofaschismus (die Ausgetauschten sind ja Soldaten; da kann man schon einmal ein liebes altes Klischee hernehmen, vor allem, wenn man Abel Ferrara heißt) / Angst vor Nicole Kidman, die lebloser wirkt als die Opfer des Alien-Virus im Jahre 2008 

 

Original oder Kopie

Das Don-Siegel-Original ist mit seiner zutiefst paranoiden Stimmung im Kleinstadt-Amerika immer noch ungeschlagen; Philip Kaufmans Version überzeugt vor allem durch einen wie so oft großartigen Donald Sutherland und den Verzicht auf ein Happy-End; Ferraras Werk ist zu Recht in Vergessenheit geraten; dem seelenlosen deutsch-amerikanischen Re-Re-Remake wünschen wir dasselbe.

 

Welche Zukunft wäre uns lieber?

Das können wir uns leider nicht mehr aussuchen. Die Pod-People beherrschen Politik, Wirtschaft und Medien, breiten ihre Fühler in alle Bereiche des Lebens aus und steuern ihre Opfer via Mobiltelefon fern. Das permanente Remake sehen wir, wenn wir CNN oder die "Zeit im Bild" aufdrehen.

 

Wichtige Worte

"They´re here already! You´re next! You´re next, you´re next ... / "Here I am, you pod bastards! Hey, pods! Come and get me you scum!" / "We're one happy family now." / "When you wake up, you´ll feel exactly the same."

Links:

Die Reise zum Mond

(Voyage dans la lune / Rocket To The Moon)


F 1902 / USA 1967

Regie: Georges Méliès / Don Sharp 

Hauptdarsteller: Victor André / Burl Ives

 

Story

Im Grunde ist Jules Vernes Roman "Reise zum Mond" die einzige Gemeinsamkeit der beiden Filme - und daß sie mit der Vorlage an sich denkbar wenig zu tun haben. Ist der erste jedoch ein Meilenstein der Filmgeschichte (erstmals mit Animationen und "Special Effects"), in dem es um die Mondexpedition eines schrulligen Professors und seiner Mitstreiter geht (die Mondbewohner werden durch Antippen von Regenschirmen zum Platzen gebracht), stellt der zweite einen nicht unwitzig in Szene gesetzten fiktiven Wettlauf ebenso schrulliger Wissenschaftler, Geschäftsleute und Gauner um den Start der ersten Mondrakete im England der 20er Jahre dar. All-Star-Klamauk, u. a. mit Terry-Thomas und Gert Fröbe, den man schon besser, aber auch viel, viel schlechter gesehen hat.

 

Timeframe

Pionierwerk aus der Zeit, als die Bilder laufen lernten / Sixties-Spaß, der die Science Fiction der "guten alten Zeit" beschwört

 

Original oder Kopie

Original. Was anderes ist da echt nicht möglich.

 

Welche Zukunft wäre uns lieber?

die mit den Regenschirmen

 

Wichtige Worte

Es ist ein Stummfilm, Leute, ein Stummfilm! / "The most fabulous entertainment of the year!"  

Links:

I Am Legend

(Last Man On Earth / The Omega Man / I Am Legend / I Am Omega)


USA 1964 / 1971 / 2007 / 2007

 

Regie: Ubaldo Ragona / Boris Sagal / Francis Lawrence / Griff Furst

Hauptdarsteller: Vincent Price / Charlton Heston / Will Smith / Mark Dacascos

 

Story

Trotz aller erzählerischen und inhaltlichen Unterschiede (auch im Hinblick auf die literarische Vorlage von Richard Matheson) schaut´s so aus: Ein Mann kämpft allein gegen eine Übermacht von Untoten (ob zombiesk, mutiert oder vampirisch), die alle von einem grauenerregenden Virus zu dem gemacht wurden, was sie sind. Nur er selbst ist immun. Kann und wird er überleben?

 

Timeframe

Hochblüte der Vincent-Price-und-Vampir-Grusler / Angst vor einer rabiaten Gegenkultur (obwohl sich Charlton Heston permanent "Woodstock" ansieht) / Angst vor allem, was nicht aus Hollywod kommt / keine Angst davor, eine völlig zweckfreie "Direct-to-DVD"-Kopie der Kopie der Kopie rauszuschießen

 

Original oder Kopie

1. Unser Omega-Mann und Waffenfreund Charlton ist schwer zu überbieten.

2. Vincent, der "last man on earth", macht immer eine gute Figur, auch und gerade im Clinch mit verseuchten Vampiren.

3. Trotz des guten Stylings: Will Smith ist Will Smith ist Will Smith ist Will Smith - und hört auch noch Bob Marley. Die Menschheit hat es nicht anders verdient.

4. Dacascos ist zwar niedlich, aber man darf die Frage stellen: Wozu das Ganze? Wozu?

 

Welche Zukunft wäre uns lieber?

Herr Heston, übernehmen Sie!

 

Wichtige Worte

"Freaks! All of you. Freaks! Mutations! I am a man! I am the last ... man." / "Build coffins. That´s all you´ll need." / " God didn´t do this. We did!" / "The Last Man Alive Must Battle a Planet of the Dead."

Links:

Kampf der Welten / Krieg der Welten

(The War of the Worlds / War of the Worlds)


USA 1953 / 2005

Regie: Byron Haskin / Steven Spielberg 

Hauptdarsteller: Gene Barry / Tom Cruise

 

Story

Altmodische Außerirdische landen in Raumschiffen, die aussehen wie Meteore und vom Mars kommen. Die modernere Version stammt von Weißgottwo, ist schon lange auf der Erde, hat die Menschheit beobachtet und schraubt sich nun in ihren Todesmaschinen aus dem Boden. Aber alle wollen sie dasselbe: Die Menschheit mittels Todesstrahlen und unheimlichen staksenden Tripods vernichten, ausrotten, sterilisieren. Die Aliens sind gegen sämtliche irdischen Waffen immun - fallen aber dann ausgerechnet Grippeviren bzw. scheinbar harmlosen Bakterien zum Opfer.

 

Timeframe

Roter Planet - rote Gefahr - alles klar / Bedrohung kommt aus dem Inneren der Erde = Paranoia vor dem, was auf unserem Planeten alles lauern könnte; wahlweise auch: Terroristen, das funktioniert heutzutage immer

 

Original oder Kopie

Der Punkt geht an Spielberg, weil er es im Gegensatz zur 50er-Jahre-Version (wo der Protagonist ein bekannter Physiker ist) tatsächlich - ähnlich wie in der Romanvorlage von H. G. Wells - einen einfachen Dockarbeiter zum Helden seiner Geschichte macht. Wenn sich der gute Steven nur seinen ewigen Kleinfamilien-Kitsch ersparen könnte ... (2005 entstanden übrigens noch zwei weitere Adaptionen des Wells-Stoffs, die aber das Direct-to-DVD-Schicksal erlitten und nicht weiter erwähnenswert sind.)

 

Welche Zukunft wäre uns lieber?

Tja, "Mars Attacks!" von Tim Burton: im Prinzip dieselbe Handlung, aber viel lustiger. Und als Marsianer wären wir garantiert auch von derart kindischer Boshaftigkeit.

 

Wichtige Worte

"Guns, tanks, bombs - they´re like toys against them!" / "It´s just like the 4th of July." - "No, it´s not."

Links:

Fahrenheit 451


GB 1966 / USA 2010

Regie: François Truffaut / Frank Darabont

Hauptdarsteller: Oskar Werner / t.b.a.

 

Story

Sie sollten das schon wissen: 451 Grad Fahrenheit (also 233 Grad Celsius) ist die Temperatur, bei der Bücher zu brennen beginnen. In der seltsam unterkühlten Verfilmung des berühmten Romans von Ray Bradbury spielt Oskar Werner den Feuerwehrmann Guy Montag, die wunderbare Julie Christie ist in einer Doppelrolle (als Montags Frau und eine Widerstandskämpferin) zu sehen. Die Aufgabe der Feuerwehr in der utopischen Gesellschaft, wo allgemeines Glück staatlich verordnet ist: Bücher zu verbrennen, weil darin ohnehin nur Probleme vorkommen. Doch Montag findet selbst Gefallen am Lesen und schließt sich literarischen Rebellen an, die ganze Bücher auswendig lernen, um sie für die Nachwelt zu überliefern.

 

Timeframe

Autor Bradbury behauptete, daß es in seinem Roman nicht um Zensur gehe, sondern um die Gefahr, die das Fernsehen fürs Lesen darstellt. Truffaut macht in seinem einzigen englischsprachigen Film - ganz 60er-Jahre-typisch - ein gleichnishaftes Stück über den Widerstand eines Rebellen gegen ein kleinbürgerlich-behäbiges System draus. Frank Darabont ("Die Verurteilten") will seine Version 50 Jahre in der Zukunft spielen lassen; der vorgesehene Hauptdarsteller Tom Hanks als "regular guy" Montag ist bereits wieder aus dem Projekt, das seit 15 Jahren in Hollywoods development hell schmort, ausgestiegen. Was es in der neuen Version zu retten geben wird, weiß noch keiner: das Fernsehen vor dem Internet? Computer vor Handys? Bücher vor Tätowierungen? Lassen wir uns überraschen.

 

Original oder Kopie

Bis auf weiteres (logisch): Monsieur Truffaut. Und die Romanvorlage.

 

Welche Zukunft wäre uns lieber?

Man muß sich fragen, ob man es angenehm findet, im Wald herumstreunenden Hippies zu begegnen, die aus Werken der Weltliteratur rezitieren. Man fragt sich aber auch, wie lange man es noch aushalten wird, in der U-Bahn dem gemeinen Volk zu begegnen, das lautstark über sein fades Alltagsleben kommuniziert. Man ist sich also darüber einig, daß man jede Zukunft vorzieht, die anders ist als unsere Gegenwart ...

 

Wichtige Worte

"The books have nothing to say." / ???

Links:

Alarm im Weltall

(Forbidden Planet)


USA 1956 / 2010

Regie: Fred M. Wilcox / J. Michael Straczynski (Autor) 

Hauptdarsteller: Leslie Nielsen / t.b.a.

 

Story

Ein Raumkreuzer (Kommandant: "Naked Gun" Leslie Nielsen, damals noch ein echter Hollywood-Held) landet auf dem Kolonieplaneten Altair IV, 16 Lichtjahre von der Erde entfernt, weil man von den dorthin entsandten Menschen nichts mehr gehört hat. Die Besatzung trifft dort nur mehr den Wissenschaftler Dr. Morbius, dessen Tochter und einen Roboter an; der Rest der Kolonisten, so erfährt die Rettungsmannschaft, sei von einer unsichtbaren Macht ausgerottet worden. Und der gute Doktor hat auf dem Planeten die Spuren einer technisch weit fortgeschrittenen, aber untergegangenen Zivilisation entdeckt. Die Unsichtbaren greifen nun auch Raumschiff und Besatzung an - bis sich herausstellt, daß es sich bei der "außerirdischen" Bedrohung in Wahrheit um das "Id" (= Unterbewußtsein) des mad scientist handelt.

 

Timeframe

Die Paranoia der Fifties erstreckt sich bis in den eigenen Kopf, da die sehr reale Gefahr im Unterbewußtsein lauert. Was brauchen wir also? Richtig: Psychoanalyse.

 

Original oder Kopie

Man weiß es noch nicht. Immerhin hat sich mittlerweile J. Michael Straczynski ("Babylon 5", Drehbuch zum neuen Eastwood-Film "Der fremde Sohn") der Neufassung seines liebsten Science-Fiction-Films als Autor angenommen. Ach ja - es soll weder ein Remake noch ein "Reimagining" noch ein Prequel werden, aber letzteres irgendwie doch, weil Straczynski die Geschichte der untergegangenen Zivilisation aufarbeiten will. Man darf gespannt sein, auch deshalb, weil Warner wahrscheinlich die Einspielergebnisse von "Der Tag, an dem die Erde stillstand" abwarten wird, bevor der verbotene Planet grünes Licht kriegt.

 

Welche Zukunft wäre uns lieber?

Jede, in der Robby der Roboter vorkommt - auch wenn Joel Silver produzieren soll.

 

Wichtige Worte

"Sorry miss, I was giving myself an oil-job." (Robby) / ???

Links:

Die Zeitmaschine / The Time Machine

(The Time Machine)


USA 1960 / 2002

Regie: George Pal / Simon Wells 

Hauptdarsteller: Rod Taylor / Guy Pearce

 

Story

Viktorianischer Wissenschaftler (London bzw. New York) erfindet 1899 eine Zeitmaschine und reist damit in die Zukunft, wo er drei Weltkriege - der dritte hätte eigentlich schon 1966 stattfinden sollen, verdammt! - beobachtet und sich auf den Weg ins ferne Jahr 802.701 macht. Dann und dort leben die Eloi, hochentwickelte Menschen der Zukunft, in perfekter Harmonie und einer paradiesischen Landschaft, sind aber leider total apathisch. Unter der Erde hingegen hausen die affenartigen Morlock, die sich von den Eloi ernähren. Weit haben wir´s gebracht ...

 

Timeframe

Zivilisationskritik (Stichwort: Klassenkampf) & eine Anti-Kriegs-Message, ähnlich wie in der Romanvorlage von H. G. Wells / das typische Hollywood-Spektakel des beginnenden 3. Jahrtausends, inklusive Liebesgeschichte, unnötiger Fortsetzung des Eloi/Morlock-Konflikts und Jeremy Irons als "Über-Morlock" (bruhaha!)

 

Original oder Kopie

Naturgemäß die viel liebenswertere Fassung von George Pal - auch wenn beim Remake der Urenkel von H. G. Wells Regie führte.

 

Welche Zukunft wäre uns lieber?

Weltkriege, Weltkriege, Weltkriege, Atomkriege, ein in Stücke gesprengter Mond, eine unterirdische Rasse - und die Sonnen-Hippies von da oben bestenfalls als Snack für zwischendurch. Nehmen wir, danke.

 

Wichtige Worte

"He´s got all the time in the world." / "I´m glad he's gone. Maybe he´s finally found a place where he can be happy."

Links:

Invasion vom Mars

(Invaders from Mars)


USA 1953 / 1986

Regie: William Cameron Menzies / Tobe Hooper 

Hauptdarsteller: David MacLean / Hunter Carson

 

Story

Ein kleiner Bub im amerikanischen Hinterland sieht, wie hinter dem Haus ein UFO landet. Als sein Vater von einer Untersuchung der fliegenden Untertasse zurückkehrt, hat er eine seltsame Narbe am Nacken und ist seltsam emotionslos. Das außerirdische "Mastermind" (ein tentakelbewehrter Riesenschädel) setzt armen Menschen Implantate ein und versklavt sie so. Da kann nur mehr das US-Militär helfen ...

 

Timeframe

"Red Scare" - die Kommunisten kommen! / Die Kommunisten kommen immer noch, aber mit viel mehr Special Effects!

 

Original oder Kopie

Tobe Hooper liefert ein viel schöneres, trashigeres Spektakel.

 

Welche Zukunft wäre uns lieber?

Seelenlose Sklaven, die fremden Herren dienen? Can you spell "EU"?

 

Wichtige Worte

"That´s the coldest couple I ever saw." / "Don´t worry, Son! We Marines have no qualms about killing Martians!"

Die Frauen von Stepford

(The Stepford Wives)


USA 1975 / 2004

Regie: Bryan Forbes / Frank Oz

Hauptdarsteller: Katherine Ross / Nicole Kidman

 

Story

Joanna und Walter, ein Ehepaar der gehobenen Mittelklasse, ziehen in das beschauliche Städtchen Stepford. Auf den ersten Blick: konservative Idylle pur. Die Männer tragen gewichtige Verantwortung, die Frauen kümmern sich um den Haushalt - und zwar ohne Widerrede. Sogar eine gute, relativ unkonventionell lebende Freundin von Joanna wirkt nach einiger Zeit überangepaßt, wie ... ausgetauscht. Das Remake wartet noch dazu mit Bette Middler und Christopher Walken auf.

 

Timeframe

70er-Jahre-Emanzipation als Bedrohung männlicher, äh, Überlegenheit / prototypischer Pomp der Kino-Gegenwart, der für den Schlußgag jeglichen (möglichen) Eigensinn den Bach runtergehen läßt

 

Original oder Kopie

Das Original. Eine ausgetauschte Katherine Ross wiegt hundert Nicole Kidmans auf (nein, nicht gewichtsmäßig).

 

Welche Zukunft wäre uns lieber?

s. "Original oder Kopie"

 

Wichtige Worte

"This is not me and what you´re saying isn´t you." / "I´m the only decent person left!" 

Links:

Solaris

(Solaris)


UdSSR 1972 / USA 2002

Regie: Andrei Tarkowski / Steven Soderbergh

Hauptdarsteller: Donatas Banionis / George Clooney

 

Story

Kris Kelvin, Wissenschaftler und Psychologe, landet zu Forschungszwecken auf einem Planeten, um die Geheimnisse eines Organismus zu ergründen, der die komplette Oberfläche bedeckt. Dieser "Ozean" scheint in der Lage sein, mit Menschen zu kommunizieren. Schon bald fühlt sich Kelvin von Halluzinationen verfolgt - und dann taucht auch noch seine verstorbene Geliebte auf.

 

Timeframe

Meditativ-dichte Vorzeige-SF "undogmatischer" sowjetrussischer Prägung, ziemlich nahe an der Vorlage von Stanislaw Lem / meditativ-dichte Vorzeige-SF "erwachsener" US-amerikanischer Prägung, nicht mehr ganz so nahe an der Vorlage von Stanislaw Lem

 

Original oder Kopie

Tut uns leid, George - aber eigenwillige Utopien verfilmen, das konnte er, der rote Iwan!

 

Welche Zukunft wäre uns lieber?

Wer gern mit verstorbenen Geliebten kommuniziert, ist bei beiden Varianten gut aufgehoben.

 

Wichtige Worte

"I have a feeling someone´s deceiving us." / "I could tell you what´s happening, but I don´t know if it would really tell you what´s happening."

Links:

Das Dorf der Verdammten

(Village of the Damned)


GB 1960 / USA 1995

 

Regie: Wolf Rilla / John Carpenter 

Hauptdarsteller: George Sanders / Christopher Reeve

 

Story

Einige Wochen, nachdem die Bewohner einer Kleinstadt wie auf Kommando für ein paar Stunden in Tiefschlaf versunken waren, stellen die Frauen des Ortes fest, daß sie - alle - schwanger sind. Die Kinder, die sie zur Welt bringen, verfügen über weißblondes Haar, stechende Augen und ein paar weitere unangenehme Charaktereigenschaften (kollektive Telepathie, das Aufzwingen des eigenen Willens den Erwachsenen gegenüber usw.) Was sie an sich (sehen wir vom Aussehen ab) in nichts von normalen Kindern unterscheidet - doch der Verdacht, außerirdischer Abstammung zu sein, erleichtert den Entschluß zu brachialer Gegenwehr.

 

Timeframe

Auch hier die Angst vorm kommunistischen Kollektiv / die uramerikanische Angst vor allem, was nicht "individualistisch" ist (also keine Hamburger mag)  

 

Original oder Kopie

Eindeutig das Original: beängstigendes Spät-Noir-Schwarzweiß. Und George Sanders zu sehen ist sowieso immer ein Vergnügen.   

 

Welche Zukunft wäre uns lieber?

Egal. Jede Zukunft, in der mit den lästigen Bälgern Schlitten gefahren wird, ist eine gute Zukunft.

 

Wichtige Worte

"These children are bad!" / "It isn´t a matter of hate. It is a biological obligation."

 

Links:

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