Kino_Film-Tips 10/2007

Ärger im Anflug

Ob nun Serienkiller oder halbnackte Nymphchen vor der Tür stehen, ein Verräter in den eigenen Reihen lauert oder gleich die Invasion der Körperfresser bevorsteht: Man sollte sich stets vorsehen vor dem Ungemach, das einem plötzlich zustoßen kann - zumindest im Oktober-Kino.    16.10.2007

Christoph Prenner

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Halloween

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Worum geht´s?

Michael Myers ist wieder da. Mehr wieder da geht gar nicht - hat unser aller Serial-Killer Nr. 1 doch jetzt sogar eine Vorgeschichte. Und zwar in Form einer, Sie haben´s erraten, besonders harten Kindheit.

 

Was kann man sich erwarten?

Gar nichts. Aber was kann man sich schon erwarten, wenn ausgerechnet Rob Zombie, dieser Tarantino für noch Ärmere, das Remake eines der wichtigsten Horrorfilme aller Zeiten dreht? Wenn es der Dreckgelockte doch wenigstens beim uninspirierten Nachfilmen des Originals (wie in Filmhälfte zwei) belassen hätte ... Aber nein, der weiße Zombie hatte eine Vision: Die Figur Michael Myers braucht Substanz und Hintergrund! Und die glaubt Zombie dadurch zu bekommen, indem er MM eine schlechte Kinderstube dazuerfindet und ihn als blonden Racker mit Babyspeck und Banalblick in eine seiner fürchterlich lächerlichen White-Trash-Zirkusfamilien setzt. Der einzige Effekt davon ist leider, daß man Myers nun nicht einmal mehr halb so ernstnimmt wie das Monster aus dem Original, das weder Skrupel noch Mitleid und schon gar keine kritische Kindheit hatte. Ein einziges Ärgernis. Stellt sich nur noch die Frage: Was kommt als nächstes? Das Remake des Sequels? Ein Sequel vom Remake? Gedreht von Uwe Boll?

 

Wann geht´s los?

25. Oktober

 

Einschlags-Wahrscheinlichkeit: 20 %

Links:

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

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Worum geht´s?

Sagt der Titel ja schon. Bis es allerdings soweit ist, vergehen annähernd zweieinhalb Stunden, in denen Robert Fords Wandlung vom Paulus zum Saulus nachgezeichnet wird.

 

Was kann man sich erwarten?

Einen epischen, bisweilen schroffen, aber immer bildmächtigen Post-Western aus der Feder von "Chopper"-Regisseur Andrew Dominik, dabei nicht unähnlich dem letztjährigen Australo-Meilenstein "The Proposition". Mit einem Brad Pitt in der Hauptrolle, den man schon schon lang nicht mehr so fesselnd agieren gesehen hat - und einem mindestens genauso guten Casey Affleck als Jesse James´ Komplizen/Kontrahenten. Sowie zuvorderst natürlich einer Ästhetik, die der große Terrence Malick nicht ausladender und überwältigender hinbekommen hätte.

 

Wann geht´s los?

25. Oktober

 

Einschlags-Wahrscheinlichkeit: 80 %

Links:

Black Snake Moan

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Worum geht´s?

Um einen schwarzen Farmer, der eine halbtot geprügelte weiße Nymphe vor seinem Garten aufliest. Um sie daraufhin zu sich nach Hause zu nehmen, an den Heizkörper zu ketten und zu versuchen, sie zu einem besseren Menschen zu machen. Allerdings nicht, ohne dabei selbst eine Wandlung zu erfahren ...

 

Was kann man sich erwarten?

Sicher nicht den Skandalfilm, von dem mancherorten geredet wird. Sondern eine in Exploitation-Gewand gekleidete Läuterungsgeschichte, die sich vor allem auf drei S verlassen kann: Sex (in Form einer sich in Form gebracht habenden Christina Ricci im knappen Top), Südstaaten-Flair (von Blues bis Bibeltreue) und Sam Jackson (stark wie lang nicht mehr). Nach "Hustle & Flow" ein weiterer Talentbeweis von Regisseur Craig Brewer.

 

Wann geht´s los?

18. Oktober

 

Einschlags-Wahrscheinlichkeit: 70 %

Links:

Invasion

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Worum geht´s?

Die Körperfresser kommen ... einmal mehr, um uns im Schlaf unserer Menschlichkeit zu berauben. Ob es im vierten Anlauf klappen wird?

 

Was kann man sich erwarten?

Leider nicht allzuviel. Woran es wirklich liegt, daß Oliver "Das Experiment" Hirschbiegels erster Hollywood-Film, der zugleich die vierte Adaption von Jack Finneys "The Body Snatchers" ist, nie so richtig in Fahrt kommt, wissen wir auch nicht. Ob es was damit zu tun hat, daß Produzent Silver die ominösen Wachowski-Brüder mit Nachdreharbeiten beauftragt hat, nachdem er mit Hirschbiegels Fassung nicht zufrieden war? Oder war die vielleicht gar noch schlechter? Wie dem auch sei: Wir distanzieren uns wie der deutsche Filmemacher selbst von dem kruden Endresultat und empfehlen den Gang in die Videothek und das Ausborgen eines der drei bisherigen "Körperfresser"-Filme. Bei denen schläft man nämlich im Unterschied zu diesem garantiert nicht ein - was bei einer etwaigen Body-Snatchers-Invasion nicht von Nachteil sein könnte ...

 

Wann geht´s los?

18. Oktober

 

Einschlags-Wahrscheinlichkeit: 40 %

Links:

Was sonst noch anläuft ... in aller Kürze


Planet Terror

Der zweite und weit bessere Teil des "Grindhouse"-Doppelgespanns. Im Unterschied zu Videothekar Tarantino hat Robert Rodriguez die Gesetze des Trash-Kinos nämlich verstanden und kopiert nicht bloß ideenlos vor sich hin. Lesen Sie dazu unsere ausführliche Besprechung.

 

Sicko
Der Dicke erklärt uns wieder die Welt. Dieses Mal: Warum die europäischen, aber auch kubanischen und kanadischen Gesundheitssysteme ziemlich hervorragend funktionieren. Zumindest dann, wenn man sie mit dem amerikanischen vergleicht - und (wie bei Moore üblich) einige gewichtige Fakten unter den Teppich kehrt. Lesen Sie dazu unsere ausführliche Besprechung.

 

Superbad

Jeder Generation ihre "Big Night Out"-Komödie. Nachdem aber nun "American Pie" schon ein Weilchen her ist und die Fortsetzungen den Geist des Originals nicht mehr so recht einfangen konnten, war es an der Zeit für einen Nachfolger. Und der ist mit dieser wirklich humorvollen Produktion des "40 Year Old Virgin"/"Knocked Up"-Teams auch geglückt. Was die Apfelkuchen für die Neunziger, Ferris Bueller für die Achtziger und "American Graffiti" für die Siebziger war, könnte dieser herrlich überdrehte Klamauk für die sogenannten Nuller-Jahre werden.

 

The War On Drugs

Daß die USA nicht nur einen Krieg gegen den Terror, sondern auch einen gegen Drogen führen, geht medial gern etwas unter. Der fängt bei drakonischen Strafen gegen Konsumenten an und geht bis hin zu systematischen Giftgas-Sprühaktionen in Kolumbien, die zur Folge haben, daß dort alles kaputt wird (Kakao- und Bananenpflanzen, aber auch Menschen) bis auf die Koka-Pflanze selbst, die in verarbeiteter Suchtmittelform in größeren Mengen denn je exportiert wird. All das und mehr läßt sich in dieser recht soliden Dokumentation in Erfahrung bringen.

Links:

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