Kino_Film-Tips 11/08

Der Spion, der niemals liebte

Ein kontroversieller Bond, eine weitere Zusammenarbeit der Herren Ridley Scott und Russell Crowe sowie Liv Tyler als neue Scream-Queen: Der November bietet nicht unbedingt die erlesenste Filmkost, wohl aber reichlich cineastischen Gesprächsstoff.    17.11.2008

Christoph Prenner

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James Bond 007 - Ein Quantum Trost

(James Bond 007: Quantum of Solace)

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Worum geht´s?

Was kommt nach dem kompletten Neustart? Noch dazu nach einem so makellosen und erfolgreichen, wie es "Casino Royale" für das davor reichlich heruntergekommene Bond-Franchise gewesen war? Nun, man bleibt der neuen Erfolgsformel - Bond als unaufhaltsames Naturereignis - treu, spitzt sie allerdings noch einmal so auf ihre Essenz zu, daß danach ein schnörkelloser Actioner rauskommt, der genausogut der Bourne-Reihe bestens zu Gesicht gestanden hätte. Damit hier keine Mißverständnisse aufkommen: Das ist nicht wirklich als Makel zu verstehen, sondern wohl einfach als die konsequente Umsetzung des Thriller-Zeitgeistes, die der Innenarchitekt unter den Filmemachern, Marc Forster, eben mit einer Vehemenz und dem dafür bestmöglichen Darsteller Daniel Craig durchgezogen hat und die einen wirklich 105 Minuten (in diesem kürzesten Bond ever) nicht verschnaufen läßt. Keine Sprüche, kein Geplänkel, auch kaum Sex: Das Agentenleben des 007 ist anno 008 wahrhaft ein hartes Stück Brot ...

 

Einschlagswahrscheinlichkeit: 75 %

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Der Mann, der niemals lebte

(Body Of Lies)

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Worum geht´s?

Ridley Scott kann gar keinen schlechten Film machen. Und justament, als man diesen gutgemeinten Fingerzeig des werten Kollegen Fichtinger für bare Münze nehmen will, fällt einem ein, daß der Maestro hinter "Alien", "Blade Runner" und "Gladiator" eben auch schon einmal "Ein gutes Jahr" hatte - oder eben ein weniger gutes. Beschränken wir uns also auf die Erkenntnis: Ridley Scott kann gar keinen Film mehr ohne Russell Crowe machen. Der auf einem Bestseller von David Ignatius basierende Streifen "Der Mann, der niemals lebte" ist die bereits vierte Zusammenarbeit der beiden seit 2000 - und mit der Robin-Hood-Geschichte "Nottingham" steht die nächste schon auf dem Drehplan. Wie schaut´s denn nun mit der Qualität von "Body Of Lies" aus, werden Sie fragen. Nicht so berühmt, wenn es nach der US-Kritik geht. Aber vielleicht hat die ja auch schon die Nase voll vom derzeit sehr beliebten "Polit-Thriller im Nahen Osten"-Milieu. Oder man sollte tatsächlich und wie so oft bei Scott noch den Director´s Cut abwarten ...

 

Einschlagswahrscheinlichkeit: 70 %

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The Strangers

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Worum geht´s?

Ein Paar wird in seiner abgeschiedenen Residenz von Eindringlingen drangsaliert, gemartert und Schlimmeres: ein Szenario, wie es einem immer wieder unterkommt - zuletzt etwa bei "Ils - Them" (als dessen inoffizielles Remake "The Strangers" wohl auch gelten mag), "Eden Lake" oder - Gott behüte! - "Funny Games U.S.". Been there, seen that könnte man da bezüglich Bryan Bertinos Regiedebüt meinen - und natürlich unumschränkt recht behalten. Dennoch beweist der junge Texaner hier ein Händchen für Momente genuinen Schreckens und insbesonders einen stimmigen Spannungsaufbau. Und weil er mit Liv Tyler auch noch eine erstklassige Scream-Queen hat und mit einem erstaunlich geringen Maß an Blutvergießen auskommt, kann man hier durchaus eine Empfehlung aussprechen - auch wenn die Handlungssoße im letzten Drittel doch merklich dünner wird. Am besten sieht man sich das Ganze wohl aber sowieso auf DVD an, bei Nacht und im entlegenen Zweitwohnsitz.

 

Einschlagswahrscheinlichkeit: 65 %

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Was sonst noch anläuft


Death Race

"Zumindest für Fans des Genres ein halbwegs passabler Action-Reißer, ein Zwitter zwischen Exploitation-Kino und Videospiel. Nicht mehr und nicht weniger", konstatiert Marcus Wessel in seiner Besprechung des neuen Machwerks des Paul W. S. Anderson. Kann man so stehenlassen.

 

Grace Is Gone

Und schon wieder ein Irak-Kriegsdrama - mit John Cusack als Witwer einer gefallenen Soldatin, der seine Töchter durch die Staaten fahren muß, um ihnen die Wahrheit sagen zu können. "A banal weepie", meinte ein US-Kritiker dazu. Word.

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