Kino_Film-Tips Juli 2014

Deutsche Liebespaare und andere Roboter

Michael Bay will sich den Sommer ganz allein unter den Nagel reißen - schließlich muß er es ausnützen, daß einen Monat lang kein Marvel-Streifen auf die Leinwand kommt. Trotzdem schafft er es auch diesmal nicht, sich als Regisseur oder Produzent in ein Talent zu transformieren.    11.07.2014

EVOLVER-Redaktion

Tammy

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Filmstart: 3. Juli

 

Man muß diesem Film wohl schon vorab manches nachsehen, also soll es so sein. Zum Beispiel, daß der darin veranstaltete Enkel-Großmutter-US-Querfeldein-Trip von zwei Schauspielerinnen aufgeführt wird, deren realer Altersunterschied gerade 24 Jahre beträgt. Oder daß man für Melissa McCarthy nach ihrem "Bridesmaids"-Durchbruch nun schon zum dritten Mal in Folge das mehr oder minder gleiche Odd-Couple-Story-Template herangezogen hat, ja, sogar wieder auf die Roadmovie-Konstruktion von "Identity Thief" zurückgreift. Oder daß einen ausgerechnet "Oma" Susan Sarandon in dieser Anordnung an diesen einen weit frischer formulierten Film mit ihr von vor mehr als 20 Jahren erinnert. All das kann man nachsehen. Nicht aber, daß Plot und Pointen konsequent so behäbig vor sich hintuckern, daß "Tammy" von vornherein weder als übersteuerte Komödie noch als botschaftsgetriebenes Familien-/Frauen-Drama allzu viel ausrichtet. Lieb mag das ja alles sein, aber auch ziemlich langweilig und wenig lustig. (CP)

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Love Steaks

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Filmstart: 11. Juli

 

Eine kleine Liebesgeschichte unter jungen Leuten, gedreht an realen Schauplätzen mit "realen" Komparsen, ganz viel Handkamera und improvisierten Dialogen - da macht wer stark auf neue "Neue Welle"! Nun hat die in einem deutschen Ostsee-Kurhotel angesiedelte Love-Story zwischen einer quirligen Küchengehilfin und einem brummig-verschlossenen Heilmasseurlehrling schon einen gewissen unleugbaren Charme. Vor allem bei der allmählichen Annäherung des ungleichen Paars gelingen dem Nachwuchsregisseur Jakob Lass und seinen Darstellern Lana Cooper und Franz Rogowski immer wieder überrumpelnd witzige Szenen (der Masseur wird von einer älteren Patientin angebraten, die Küchenhilfe säuft sich ihren Alltagsfrust weg), doch je länger und zielloser die Geschichte vor sich hin mäandert, desto mehr verliert sie an Dringlichkeit und Interesse. Ganz sollte man also den Hymnen im deutschen Feuilleton und dem Max Ophüls-Preis nicht trauen, doch frisch Verliebte dürfen schon einmal zwei Kinokarten investieren. (HL)

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Transformers: Ära des Untergangs

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Filmstart: 17. Juli

 

Es gibt Blockbuster, bei deren bloßer Erwähnung man sich nach dem glorreichen Superhelden-Unfug sehnt, der in letzter Zeit die Multiplexe beherrscht. Sowas wie "Transformers" zum Beispiel: Inspiriert von einer Spielzeug- und der darauffolgenden Zeichentrickserie, inszeniert vom größenwahnsinnigen Michael Bay, der sich zwar auf Explosionen und SFX versteht, aber nicht darauf, eine gute Geschichte zu erzählen (die würde er nicht einmal erkennen, wenn sie ihn in den Arsch beißt). Daß es ihm da genauso geht wie den heutigen Generationen von Kindern, Jugendlichen und Sowieso-nie-ganz-Erwachsenen, macht seine "Transformers"-Streifen aber absolut kritikerresistent. Alle der mittlerweile vier Teile wurden zwar verrissen, jeder noch mehr als der vorige und durchwegs zu Recht, aber die Massen - ferngesteuert von ihren Smartphones - strömen trotzdem zu den Kassen. Und so wird es vielleicht auch irgendwann "Transformers 5: Jonas, meine Batterie ist alle!" geben, eventuell wieder mit dem ausdrucksarmen Mark Wahlberg, so wie hier, statt des bisherigen Stars Shia LaBeouf (der jetzt so tut, als wäre er wahnsinnig), oder mit sonst einem, der für Geld jeden Genierer aufgibt, egal. Die Welt dreht sich weiter, und die Roboter warten ab, bis Michael Bay in ihre Gasse kommt ... Ach ja, die Handlung: Böse selbstumbaufähige Roboter bedrohen die Welt, gute wollen sie retten. Oder so. (PH)

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The Raid 2

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Filmstart: 24. Juli

 

So macht man Filme, Mr. Bay! Schon der Vorgänger "The Raid" war eine erfreuliche Überraschung, die es früher garantiert nur in die schönen Vorstadt- und Bahnhofskinos geschafft hätte, wo man sich chinesische Kung-fu-Streifen und italienischen Horror anschaute. In diesem Fall handelte es sich aber um einen indonesischen Martial-arts-Film, inszeniert vom walisischen und in Indonesien angesiedelten Regisseur Gareth Evans und mit dem neuen und gerade unglaublichen Faustwatschen-Star Iko Uwais, der sich als Polizist Rama durch ein ganzes Hochhaus voller Gegner prügelte und killte. In Teil zwei wird dieser grundeinfache Plot gottlob nicht wiederholt, sondern fortgesetzt und erweitert: Rama soll sich nun undercover in eine Gangsterbande einschleichen, die ganz Jakarta kontrolliert und außerdem noch seinen Bruder ermordet hat. Das Ergebnis ist ein intelligenter Action-Thriller, der zudem so brutal zuschlägt, daß er auf der ganzen Welt Probleme mit der Zensur hat. Eltern, haltet eure Kinder fern (wir wollen sie eh nicht im Kino ...)! (PH)

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The Purge: Anarchy

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Filmstart: 31. Juli

 

Auch in diesem Fall gelten das Gesetz der Filmkritiker-Resistenz des Publikums (eigentlich eine gute Sache, weil Kritiker eh kein anständiger Beruf ist ... ähem) sowie das Gesetz des abnehmenden Ertrags, zumindest "künstlerisch", finanziell ist das naturgemäß eine andere Geschichte. Schließlich brachte auch Teil eins dieser Dystopie, "The Purge - Die Säuberung", so viel Gewinn ein, daß sich die Fortsetzung lohnte. Diesmal spielen in der einen Nacht im Jahr, in der alle Verbrechen in einem Science-Fiction-Amerika legal sind, auch nicht mehr Ethan Hawke und Lena Headey die Hauptrollen, sondern Schauspieler aus der Reihe dahinter. Und ansonsten geht es wieder um Kleinbürger, denen es den Vogel heraushaut, wenn sie einmal alles dürfen; um eine Regierung, die das tödliche Treiben für ihre eigenen Zwecke nützt (so wie solche Filme übrigens); um Verfolgungsjagden, Action und Schießerei. Gähn. Warnung: Einer der Produzenten heißt Michael Bay. (PH)

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