Stories_Rokko´s Adventures im EVOLVER #76

Der Virus Monte Cazazza

Monte Cazazzas Reputation ist böse, berüchtigt und mysteriös. Um ihn ranken sich Geschehnisse, die niemand zu bestätigen vermag. Die Interviews, die er seit den siebziger Jahren gegeben hat, lassen sich an einer Hand abzählen. Team Rokko hat eines davon.    20.10.2014

Rokko´s Adventures ist - so steht es im Impressum - eine "unabhängige, überparteiliche sowie übermenschliche Publikation" und "setzt sich mit Leben, Kunst, Musik und Literatur auseinander". Der EVOLVER präsentiert (mit freundlicher Genehmigung) in regelmäßigen Abständen ausgewählte Beiträge.

 

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"Wir wohnen in dieser Geisterstadt, umgeben von alten Goldminen, wo drogengeschwängerte Rednecks und gewalttätige Hippies herumschießen. Wer hierher kommt, verläßt den Ort nie mehr!" lacht Monte Cazazzas Freundin Meri St. Mary am Telefon. Yeah, baby! Diese Warnung verstehe ich als Einladung, besorge mir ein Auto und mache mich auf den Weg Richtung Geisterstadt, zweieinhalb Stunden nordöstlich von San Francisco. Nach einem kurzen Zwischenstop im Folsom Prison wird es immer hügeliger, der Himmel zeigt sich klar und frisch. Ein paar Städtchen hier sind bereits touristisch erschlossen, die anderen sind tatsächlich bewohnt von Weirdos, die ein Charles Manson-artiges Lächeln im Gesicht tragen und ihrem räudigen Hund vom letzten Fick erzählen.

 

 

Wir treffen uns in einem Café. Monte Cazazza kommt mit seiner Freundin, ich ebenfalls in Begleitung. Der sehr dünne und große Herr nähert sich uns an wie ein angepißter Teenager: Kapperl, Sonnenbrille, Jeansjacke, darunter ein Kapuzenpulli, schlaksige Haltung. So ketscht er sich aufs Sofa, zieht den Kopf ein und schweigt. Für die ersten 15 Minuten nimmt er nur auf, was wir drei reden, wie unsere Interaktion vonstatten geht. Erst als er die Dynamiken und Verhältnisse abgecheckt hat, mischt er sich spitzzüngig und doch charmant ins Gespräch ein. Er stellt Fragen, kann auch zuhören, erhebt sein Wort nur, wenn er etwas zu melden hat - und dann ist er schnell im Geiste und im Kombinieren.

Cazazzas Stimme, bei der manchmal eine hohe Note und eine unüberhörbare Begeisterung für das Unerwartete mitquengelt, strahlt einerseits Freundlichkeit und Humor, andererseits Zynismus und Nihilismus aus. Seine Kunst ist rar gesät, dafür haftet ihr etwas Zeitloses an. Cazazza ist ein Experte im Sich-Zurückziehen und im Aufbauen eines obskuren Rufs. Jahrelang war Genesis P-Orridge von Throbbing Gristle so etwas wie sein Medium, jetzt ist es Meri St. Mary: sie ruft man an, wenn man etwas von Monte Cazazza will - und dann wartet man auf einen Rückruf.

Nach der Geschenkübergabe (er bekommt eine kleine Spielzeugbox namens "Nun Bowling", bei der man Nonnen wegballern muß; ich eine selbstgebrannte CD seines letzten Tonträgers "The Cynic") und einer guten Stunde Abtasten im Café gehen wir in das Radiostudio KVMR, wo Meri St. Mary, zuweilen mit ihrem Monte, die Sendung "The Underground Sound" gestaltet und wir uns ungestört unterhalten können. Doch schon meine erste Frage bringt ihn ins Straucheln: Wann er denn das letzte Face-to-face-Interview gegeben hätte? "Face-to-face-Interview ...", sagt er langsam. "Yikes! Das ist Jahre her. Ewigkeiten. Wenn, dann nur Internet, aber meistens weise ich die Anfragen ab, weil die Leute nur über Dinge aus der Vergangenheit reden möchten, und ich kein nostalgischer Mensch bin."

Diese "Dinge aus der Vergangenheit", die sich im Spannungsfeld von Kunst, Kriminalität und Terrorismus bewegen, brachten ihm auch seinen Ruf als wahrlich giftiges Schattengewächs ein. Verständlich, daß er vorsichtig dabei ist, "Fans" zu empfangen, die womöglich fasziniert sind von jenen Aktionen, die er im Jahre Schnee gerissen hat - wobei man von den meisten gar nichts weiß. Viele kann er auch heute noch nicht öffentlich bestätigen, da sie ihn wohl hinter die Gitter welcher Anstalt auch immer brächten.

 

Willst du gelten ...

 

Trotz extremer Anti-Nostalgie möchte ich über Cazazzas Aufwachsen in Pennsylvania reden, das gerüchteweise in einer äußerst dysfunktionalen Familie stattgefunden hat. Seine Stimme fährt hoch: "Oh, ich rede mit dir über Dysfunktion, wenn du über Dysfunktion reden willst! Mindestens die Hälfte Amerikas kommt aus dysfunktionalen Familien." Viele sind sich dessen gar nicht bewußt, lautet mein Einwand, woraufhin Cazazza lacht: "Oh ja, aber ich wußte es schon ziemlich früh!" Geschwister hat er keine, aber seine Eltern waren Katastrophe genug und sorgten für ein Übermaß an Unmut. "Die beiden zusammen waren nicht gesund, milde ausgedrückt. Mit fünf hatte ich rheumatisches Fieber und mußte ziemlich lange ins Krankenhaus. Das hat mir eine interessante Perspektive gegeben."

Später wurde der kleine Cazazza auf eine katholische Schule nach Pittsburgh geschickt, die er schwänzte, wann immer er konnte. Die meiste Zeit verbrachte er damals in Bibliotheken, Museen und Krankenhäusern. Er war sehr intelligent, aber es gab wiederholtermaßen disziplinäre Probleme mit Cazazza, der Schulstufen übersprungen hatte, die High-School mit 15 beendete und dann sofort in die Bay Area zog. "Ich kaufte mir ein Flugticket und flog so weit weg, wie ich es mir leisten konnte. Wenn ich genug Geld gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich nach Tasmanien oder irgendwohin noch viel weiter weg geflogen, aber ich hatte damals auch keinen Paß und hätte die USA nicht verlassen können." Ob er irgendwelche Freunde an der Westküste gehabt hätte? "Keine einzige Seele. Am Anfang hab´ ich eine Zeitlang am Flughafen in San Francisco gewohnt. Damals war das noch nicht so streng, und ich lernte bald die Hausmeister und Angestellten kennen. Ich half denen ab und zu, tagsüber fuhr ich rein nach San Francisco, in der Nacht wieder zurück."

Danach fand er verschiedene billige Wohnsituationen in der Gegend, besetzte Häuser und Künstlerbuden etwa. Bald knüpfte er erste Kontakte mit für ihn relevanten Leuten wie Bill Gaglione und Tim Mancusi, zwei Künstlern von der Bay Area Dada Group, die sehr freundlich zu ihm waren und das junge Talent förderten. Er studierte an der Kunstuni in Oakland - allerdings nur kurze Zeit. Cazazza, der die Regeln der Gesellschaft immer zu mißachten schien, ließ einen Wasserfall aus Zement über die Empfangstreppe der Bildungsstätte rinnen und machte so den Zutritt unmöglich. Am nächsten Tag wurde er fortgeschickt. Zu jener Zeit trug er gern eine tote Katze mit sich herum, die er in Formaldehyd tränkte und immer wieder in den passend unpassendsten Momenten anzündete.

1971 fand eine dadaistische Kunstkonferenz in einem Wald nahe San Francisco statt, deren subversives Potenzial Cazazza tatsächlich austesteten wollte: Er kam mit einem bewaffneten Bodyguard, vergiftete das Essen mit Arsen und schmiß den Gästen Ziegelsteine auf die Füße, auf die er groß "Dada" geschrieben hatte. Sein halbverrottetes Kätzchen hatte er auch dabei und entflammte es auf dem Eßtisch. Der Bodyguard paßte auf, daß niemand das grausige Spektakel verlassen konnte, denn: Schönheit liegt im Auge des Betrachters - und Cazazza ist ein hervorragender Betrachter.

Im Untergrund sprach sich Cazazzas Ruf herum und machte seinen Weg bis nach Europa und zu Throbbing Gristle. "Die Szene damals war nicht groß: Kanntest du einen, wurdest du schnell allen anderen vorgestellt, das ging wie eine Lawine." Diese Charaktere waren damals der "Mail Art" verschrieben und schickten einander seltsame Postsendungen, darunter Körperflüssigkeiten und tote Tierteile, die in den Päckchen auf dem Weg über den Atlantik vor sich hinmutierten. Daß er mit Throbbing Gristle, die sich auch stets auf der Suche nach den äußersten Grenzen befunden hatten, enge Bande knüpfte, mag wenig verwundern. Von Cazazza stammt auch die Phrase "Industrial Music for Industrial People", die sich Throbbing Gristle auf die Fahnen schreiben sollten. Sie wurden enge Vertraute - und waren sie nicht in Amerika, so schien er bei ihnen in England zu sein, zumindest für eine gewisse Zeit.

Cazazzas erste 7" kam 1979 auf Industrial Records heraus, trägt den Titel "To Mom On Mother´s Day" und wurde bei Throbbing Gristle in London aufgenommen. Cazazzas Musikschaffen ist so zurückhaltend wie vielfältig: von rohen Industrial-Perlen, verschmitzt-schaurigem Zeug für Horrorfilme ("Tiny Tears"), Burroughs-beeinflußten Cut-Ups ("Kick That Habit Man"), dystopischen Rap-Hits ("A is for Atom") und Zusammenarbeiten mit Künstlern wie Factrix, Psychic TV und Leather Nun (extrem geiler Schleicher: "Slow Death") gilt es in dem schmalen ŒUvre verhältnismäßig unglaublich viel zu entdecken.

Ein obskures Musikstück trägt den Titel "Distress": darauf hört man Schüsse, jemanden schreien "Are you ready for the real thing?" und dann einnehmendes Weinen, während Cazazza recht fröhlich dazu singt. Ob er die Zutaten dieses Schauermärchens aufklären kann? Cazazza lächelt von Herzen: "Ah, ich war bei diesem Schießstand, und da war dieser Kerl mit seinem kleinen Sohn. Er hatte dieses riesige Gewehr - ich meine wirklich riesig, OK? Ich machte dort Field Recordings und schaute rüber: 'Läßt er den jetzt wirklich mit der Waffe schießen? Das könnte interessant werden.' Und das nächste, was ich sehe, ist, daß der Junge bei der Riesenwaffe abdrückt und der Rückstoß so heftig ist, daß das Gewehr auf ihn zurückschnellt und seinen Kopf aufspaltet. Daher kommt das!" bricht Cazazza in schallendes Gelächter aus. "Deswegen machen Field Recordings soviel Spaß: du weißt nie, was passiert. Du bist draußen und willst Vogelgezwitscher aufnehmen - und plötzlich kracht ein Flugzeug in den Berg neben dir."

 

... mach dich selten

 

Gekracht hat es auch oft, als er mit Mark Pauline zusammengearbeitet hat: Pauline ist Boß der Survival Research Laboratories, die ebenso aus den Untiefen der Industrial-Kultur Kaliforniens herausgewachsen sind, wo man sich nicht an Woodstock, Blumen und Marihuana erinnerte, sondern an Altamont, Vietnam, Heroin und Speed. Weiters waren sie gleichermaßen geil auf technischen Fortschritt, die Übersetzung militärischer Entwicklungen in subversive Gegenangriffe sowie feiste Provokationsscharmützel, die auch gelegentlich zu entgleisen drohten. In Guerillamanier konstruiert Pauline seit den 1970ern gefährliche Roboter und läßt sie dann in einer Art postapokalyptischem Circus Maximus gegeneinander kämpfen, sodaß ganze Städte erschüttert werden und eine reale Gefahr für das Umfeld entsteht. Daß dabei noch niemand umgekommen ist, erstaunt selbst Mark Pauline - für Cazazza nur eine weitere Herausforderung.

Daneben machte Cazazza Soundtracks für verschiedene Werke wie etwa zuletzt für "Pig Death Machine" (2013) des transgressiven Filmarbeiters Jon Moritsugu. Er hat auch selbst Filme gedreht, etwa "Revolt 2000” (1974), "Diary Of A Rubber Slave” (1976), "Mondo Homo" (1976) - sie beinhalten angeblich schockierendes Material in Zeiten, als es noch nicht allüberall herumschwirrte, doch sind diese Streifen allesamt verschollen. Auch Cazazza will keine Kopie sein eigen nennen, und so stellt sich irgendwann die Frage, ob es diese Arbeiten überhaupt je gegeben hat oder der Mythos darum das eigentlich Spannende ist. Sie 40 Jahre nach Entstehung zu sehen, würde zudem wahrscheinlich mehr entzaubern als faszinieren, also belassen wir es bei den schaurigsten Vorstellungen, die unsere Hirnwindungen zustandebringen, ohne völlig kirre zu werden.

Man kann es nicht oft genug sagen - aber wenn man mehr über Cazazza (und viele andere spannende Troublemaker wie Joe Coleman, Karen Finley, Mark Pauline und John Waters) wissen möchte, greift man am besten zu V. Vales Kompendium "Pranks" (erschienen im RE/Search Verlag; unbedingt auch gleich vom selben Verlag mitbestellen und lesen: "Industrial Culture Handbook" - viele spannende Infos über Monte Cazazza, die ich hier nicht wiederkäuen möchte), das auch Cazazza empfiehlt: "Vale hat es mit dem Übertitel 'Pranks' [zu deutsch soviel wie "Streiche"] geschafft, die verschiedensten Leute in ein Buch zu kriegen." Darin wird auch eine angebliche Episode in Cazazzas Leben angesprochen, die er damals nicht bestätigen konnte: Er soll eines Nachts in Oakland mit einem riesigen Messer in einem braunen Papiersackerl verpackt auf dem Heimweg gewesen sein. Zwei Typen verfolgten ihn, woraufhin Cazazza hinter eine Ecke rannte, seine Hand starr ausstreckte und einer volle Pulle in sein Messer "rannte". Er lächelt freundlich: "Das kann ich heute noch immer nicht bestätigen. Aber ja, sie rannten mir sozusagen mitten ins Messer. Sie hatten mich gejagt, um mir physischen Schaden zuzufügen - belassen wir es dabei." Nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: "Pranks können wirklich schiefgehen, daran sollte man immer denken!"

Solche Erlebnisse waren der Preis, den Cazazza zu zahlen hatte, um in den billigen, abgefuckten Wohngegenden zu hausen. Mit Throbbing Gristle lebte er damals im Londoner Stadtviertel Hackney, das seinerzeit eine der unsichersten Ecken war und heute bereits seine Wandlung zum hippen Pflaster hinter sich gebracht hat. Dort machten sie gemeinsam insbesondere Experimente mit extrem hohen und niedrigen Sound-Frequenzen, um herauszufinden, inwieweit man damit die Wirklichkeit beeinflussen könnte. Cazazza erinnert sich: "Chris Carter war da wirklich gut. Die Leute realisieren nicht, wie wichtig er für das alles war, er ist wirklich ein Genie." Ob für Cazazza die Ergebnisse der Frequenzforschung enttäuschend gewesen wären oder er lieber noch weiter geforscht hätte? "Oh, ich hätte immer weiterforschen wollen, aber ich habe die Ressourcen nicht - diese Unterfinanzierung war für mich schon immer ein Problem. Ich müßte vielleicht für den Militärkomplex arbeiten, um Zugang zu bekommen. Ich glaube nicht, daß die Regierung mir große Zuschüsse geben wird. Die haben schon gemerkt, daß es ihnen vielleicht nicht möglich ist, mir zu vertrauen."

Den Umweg über Geldquellen müßte er nicht machen, wenn er gleich eine Verbindung zur Militärindustrie hätte, die er nutzen könnte, meine ich. Cazazza zuckt mit seinen schmalen Schultern. "Ja, aber das ist das Ding: Ich habe keine guten Verbindungen. Und diese Verbindungen entscheiden oft darüber, ob etwas erfolgreich ist oder nicht, das wird dann zum Scheitern. Wobei dieses Scheitern OK ist: Das meiste in der Wissenschaft beruht auf Scheitern - so macht man Fortschritte." Aber ob er überhaupt nach diesen Verbindungen oder Geld suchen würde; sein Ruf ist doch eher der des Eremiten und Verweigerers? "Ich prostituiere mich wahrscheinlich nicht soviel, wie ich sollte!" grinst er. "Aber vergiß nicht: Oft ist das Geld an Bedingungen gekoppelt. Und jene Art von Shows, die ich machen möchte, will wahrscheinlich niemand finanziell fördern, die wüßten auch nicht genau, was sie kriegen würden."

Generell würde Europa seine Kunst besser akzeptieren und verstehen, "aber trotzdem lebe ich hier. Vielleicht sollte ich nach Europa ziehen. Es passierten oft so komische Sachen, etwa, daß eine Platte in Europa rauskam, aber ich hier war. Hier hatte ich nicht so viele Leute, die waren eher drüben - aber ich war nicht da für sie, ich war hier. Das hatte einen positiven und einen negativen Effekt." Wie meinen? "Naja, der positive Effekt ist, daß das Ego nicht außer Kontrolle gerät und man geerdet bleibt. Der negative Aspekt ist, daß du oft nicht den Gewinn rausschlägst, der eigentlich drin wäre."

Den Eindruck eines reichen Herrn erweckt Cazazza tatsächlich nicht, aber hat er seine Wohngegenden - sei es nun in Oakland oder London - aus Abenteuerlust oder ökonomischer Not gewählt? "Das hatte immer wirtschaftliche Gründe, glaub mir. Deswegen bin ich auch hier gelandet. Was nicht heißt, daß ich in die teuerste Ecke ziehen würde, wenn ich zehn Millionen Dollar erbte. Für mich ist Geld dazu da, um Dinge zu ermöglichen - nicht nur, um zu erwerben. Wenn ich morgen im Lotto gewinnen könnte ... naja, vielleicht würde ich mir doch ein wahnsinniges Schloß bauen", lacht er mit glitzernden Augen. "Aber es hätte wahrscheinlich viele Gästezimmer. Was ich sagen will: Es geht nicht nur darum, was du hast, sondern was du machst mit dem, was da ist."

Jetzt war Cazazza schon lange nicht mehr in Europa, niemand lädt ihn ein, auch keine Throbbing Gristle. Hier, in einem Geisterstädtchen nahe der Grenze zu Nevada, wohnt er seit drei Jahren. Wie das seine Arbeit beeinflußt? "Das weiß ich noch nicht, aber ich werde es herausfinden." Davor residierte Cazazza in San Francisco: "Und davor hatte ich einen Platz außerhalb der Stadt, weiter östlich, aber durch eine Aneinanderreihung unglücklicher Umstände habe ich das alles verloren. Ich möchte jetzt nicht auf dem Warum herumreiten, also laß mich sagen, es hat mir jemand nicht geholfen. Und um dir die Wahrheit zu sagen, war ich eine Zeitlang obdachlos. Und wenn Vale nicht gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich auf einem Stück Karton auf der Straße geschlafen. Ich hatte all mein Zeug irgendwo verstreut und lebte eigentlich nirgends so wirklich. Das ist das Showbusineß!" lacht Cazazza. "Ich bin nicht der erste und sicher auch nicht der letzte."

Doch hat er bei seinem Notstand einige wichtige Lektionen gelernt: "Das war keine lustige Zeit, aber es war eine interessante Erfahrung, zu sehen, wie Leute, die ich teilweise schon sehr lange kannte, auf meine Umstände reagierten. Da habe ich gesehen, wer wirklich wer ist. Sie behandelten mich, als hätte ich mich mit einer Krankheit angesteckt und mieden mich, weil sie Angst hatten, sich bei mir zu infizieren."

 

Zur Fortsetzung ...

 


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